Rezension zu „Die Insel der tausend Leuchttürme“ von Walter Moers
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Die Insel der tausend Leuchttürme
Reihe: Zamonien Band 10
Autor: Walter Moers
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 658
Kauflink: Amazon
Preis: 42,00 € (D) Gebunden; 34,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Hildegunst von Mythenmetz hätte gewarnt sein müssen. Schon auf der Überfahrt zur Insel Eydernorn, wo er seine Bücherstauballergie kurieren will, entgeht er nur knapp dem Tod. Doch im Hotel erwartet ihn ein musikalisches Hummdudel, seine Prominenz verhilft ihm zum Rang eines Patienten erster Klasse, und hilfreiche Küstengnome bieten ihm ihre Dienste an. Neugierig erforscht er die bizarre Fauna und Flora der Insel und widmet sich den hundertelf Leuchttürmen, die in der Nacht funkeln wie tausend. Alles könnte so erholsam sein, wären da nur nicht die immer bedrohlicher werdenden Begegnungen mit der Natur Eydernorns: hungrigen Belphegatoren und aufdringlichen Strandlöpern, monströsen Frostfratten, schaurigen Wolkenspinnen und dem gefährlichsten Dämon aus der Tiefe des zamonischen Ozeans, dem sagenumwobenen Quaquappa.

Meine Meinung:
„Die Insel der tausend Leuchttürme“ wurde mir freundlicherweise vom Penguin Verlag über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Der berühmte Schriftsteller und Hypochonder Hildegunst von Mythenmetz fährt zur Kur nach Eydernorn. Auf der Hinfahrt lässt ein Sturm das Schiff fast untergehen und sorgt dafür, dass er danach auf der Insel festsitzt. Dennoch scheint die Kur zunächst gut zu laufen. Durch seine Prominenz erhält er bevorzugte Behandlung und die Besichtigung der touristischen Attraktionen bietet eine Menge Unterhaltung. Doch auf der Insel scheint etwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen und während Hildegunst noch über Strandlöpern nachgrübelt, beginnt bereits der Kampf um die Insel.
Walter Moers ist einer meiner absoluten Lieblingsschriftsteller*innen und das schon seit vielen, vielen Jahren. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mittlerweile „Die Stadt der träumenden Bücher“ gelesen habe. Dennoch waren viele seiner letzten Bücher eher Enttäuschungen und ich hatte große Sorge, dass auch dieses wieder eine wird. Konnte es mich denn überzeugen? Die Kurzfassung ist ein klares Ja, aber es ist dennoch keins meiner Lieblingsbücher von ihm.

Was ich an den Werken des Autors besonders schätze, sind die kreativen Ausschweifungen. In jedem Buch geht es um einen anderen Abschnitt von Zamonien – diesmal führt die Reise nach Eydernorn (ein Anagramm für Norderney und tatsächlich finden sich auch einige Überschneidungen zu dieser Insel). Und Ausschweifungen gab es hier auch zuhauf! Zur generellen Kultur, den verschiedenartigen Wesen, die dort leben, zur Geschichte, zu den Leuchttürmen, ja sogar zu verschiedenen Vogelarten. Dieses Buch strotzt nur so vor Kreativität und ich hatte einen riesigen Spaß daran! An einigen Stellen wurden die Ausschweifungen aber doch etwas zu viel. Insbesondere ein Kapitel, welches im Museum spielte, fand ich gegen Ende etwas ermüdend. Allerdings muss ich hier ganz klar sagen, dass ich in den Büchern dieses Autors lieber ein wenig zu starke Ausschweifungen lese als zu wenig!
Was mich dagegen etwas unzufrieden zurückließ war die generelle Handlung des Buches. Aus einem normalen Kuraufenthalt wurde ein Kampf nicht nur um das Schicksal der Insel, sondern um ganz Zamonien. Diese Entwicklung ging in einem guten Tempo voran und es fanden sich immer wieder Hinweise auf die späteren Geschehnisse, was mir gut gefiel. Weniger gut gefiel mir dagegen, wie Hildegunst in die ganze Sache hineingezogen wurde. Irgendwie hatte er als Protagonist nämlich gar nichts dort zu suchen und an vielen Stellen konnte ich mich nur am Kopf kratzen darüber, wieso er für gewisse Aufgaben ausgewählt, oder in Geheimnisse eingeweiht wurde.
Das Finale war ziemlich spannend und es passierte so vieles – da war es teils trotzdem leicht, diese Unstimmigkeiten zu übersehen. Gut gefallen hat mir hier auch, dass viele vorherigen Ausschweifungen plötzlich Teil der tatsächlichen Handlung wurden. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass die gesamte Geschichte am Ende noch stärker zusammengefunden hätte. Viele Nebenhandlungsstränge wurden einfach nicht wieder richtig aufgegriffen und auch wenn das durch den Ausschweifungscharakter des Buches nicht schlimm war, hätte es das Ganze auf ein höheres Level gehoben!

Fazit:
„Die Insel der tausend Leuchttürme“ konnte mich wieder einmal mit einem Feuerwerk an Kreativität begeistern. Auch wenn ich mir etwas mehr vom Ende der Handlung versprochen hatte, hatte ich doch von vorne bis hinten Spaß und war gespannt, was das große Finale wohl bringen würde. Ich kann die Geschichte allen Fans des Autors weiterempfehlen!


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