Cover "Die Chroniken der Meerjungfrau"
Dark Fantasy Fantasy Historisch Neuerzählung

Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen

Rezension zu „Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen“ von Christina Henry

Dies ist der fünfte Teil einer Reihe. Er lässt sich allerdings unabhängig von den anderen lesen.
Hier gibt es Rezensionen zu den anderen Bänden.

Meine Bewertung:
2 Sterne von 5

Details:
Titel: Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen
Originaltitel: The Mermaid
Reihe: Die dunklen Chroniken Band 5
Autorin: Christina Henry
Übersetzung:
Verlag: Penhaligon
Seiten: 370
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Hardcover; 12,99 € (D) E-Book

Klappentext:

„Einst zog ein einsamer Fischer sein Netz an Land und fand darin eine Frau. Eine Frau mit schwarzem Haar und Augen, in denen sich der Sturm des Meeres widerspiegelte. Anstelle von Beinen hatte sie einen Fischschwanz, und obwohl sie die Worte des Fischers nicht verstand, rührte sie seine Einsamkeit, und sie blieb bei ihm. Ihre Liebe dauerte an, bis sein Tod ihn von der unsterblichen Meerjungfrau trennte.
Doch Gerüchte über dieses rätselhafte Wesen sind längst laut geworden – und haben die Aufmerksamkeit eines Mannes erregt, der mit seinem Zirkus durch das Land zieht und den Menschen ihre schlimmsten Albträume hinter Gittern vorführt. Sein Name ist P.T. Barnum, und er sucht eine Meerjungfrau …“

Klappentext "Die Chroniken der Meerjungfrau"
Zitat:

„Frauen, die machten, was sie wollten, statt zu tun, was andere Menschen erwarteten, wurden häufig der Hexerei beschuldigt, weil in den Augen der Leute nur eine Hexe so aufmüpfig sein konnte.“

Meine Meinung:

Einst kam die Meerjungfrau Amelia an Land, weil sie sich in einen Fischer verliebte. Nach seinem Tod wird sie von P.T. Barnum und seinem Gehilfen Levi aufgesucht, um sie für eine Ausstellung zu gewinnen. Amelia lässt sich ausstellen, doch sie hat nicht mit der Reaktion der Menschen gerechnet.

Auch wenn man es aufgrund der anderen Titel in den dunklen Chroniken erwarten könnte, ist dieses Buch keine Neuerzählung des Märchens „Die kleine Meerjungfrau“, sondern bezieht sich auf den tatsächlich existierenden P.T. Barnum und seine Ausstellung einer angeblichen Meerjungfrauen-Mumie. Die Autorin hat sich dabei allerdings kreative Freiheiten genommen und nicht nur fantastische Elemente hinzugefügt, sondern auch die Charaktere zum Teil anders dargestellt, als sie es wohl tatsächlich waren. Im Nachwort geht sie darauf auch kurz ein.

Die Geschichte rund um die Meerjungfrau Amelia ist sehr langsam erzählt. Für meinen Geschmack definitiv zu langsam. Als ich die Mitte des Buches erreicht hatte, war gefühlt nur das Setting etabliert und so wirklich passiert war eigentlich noch nichts. Und das ändert sich leider auch nicht bis auf die letzten 50 Seiten, auf die die Autorin plötzlich enorm viel Charakterentwicklung quetscht. Dies war meiner Meinung nach absolut nicht ausgearbeitet und hat dazu geführt, dass ich mich beim Lesen größtenteils gelangweilt habe.

Illustration auf der ersten Seite des Buches

Grundsätzlich liegt der Fokus des Buches auch stärker auf den Charakteren als auf der Handlung und das wäre auch völlig in Ordnung, wenn denn die Charaktere interessant wären und eine gute Entwicklung durchmachen würden. Leider waren besonders die Protagonisten, Amelia und Levi, voller Widersprüche, die nicht gut aufgelöst wurden.

Amelia etwa scheint völlig naiv zu sein, was die Welt der Menschen angeht, und gleichzeitig sehr weise. Dass sie naiv ist, fand ich nachvollziehbar – sie ist eine Meerjungfrau, die den größten Teil ihres Lebens unter Wasser verbracht hat und dann lange in einem abgelegenen Fischerdorf gelebt hat. Allerdings versteht sie immer dann ganz genau was in der Welt der Menschen vorgeht, wenn die Autorin es braucht. Auch wenn es absolut keinen Sinn ergibt. Ihre Motivation sich Barnums Museum anzuschließen ist ziemlich dünn und unglaubwürdig. Es wirkt, als ob sie es eigentlich nicht will, aber die Autorin sie eben dort braucht, also geht sie halt hin.

Die Charakterentwicklung ist leider ziemlich dürftig und ist zum größten Teil auf die letzten 50 Seiten gequetscht. Dort gibt es eine Nebenhandlung, die deutlich spannender war, als die gesamte Haupthandlung und die die Autorin nur nebenher erzählt. Allerdings passiert genau hier eben die gesamte Entwicklung von Levi und Amelia.

Der Schreibstil der Autorin, der so gut zu ihren vorherigen Büchern passte, fühlt sich in diesem Buch leider völlig fehl am Platz an. Wäre die Meerjungfrau tatsächlich so naiv, wie sie manchmal wirkt, dann wäre es etwas anderes, aber so klingt es manchmal als hätte ein Kind eine Geschichte abgetippt. Ich will hier nicht leugnen, dass das auch an der Übersetzung liegen könnte, allerdings denke ich, nach meinen bisherigen Erfahrungen mit den Büchern der Autorin, dass dies eher an ihrem eigenen Stil liegt.

Positiv sagen kann ich über das Buch zumindest, dass hier wieder einmal einige wichtige Botschaften in der Geschichte stecken. Im Vergleich zu ihren anderen Büchern hat sie diese hier aber nicht im Text versteckt, sondern spricht diese sehr offensichtlich aus – für meinen Geschmack leider zu offensichtlich.

Buchschnitte aller Teile der dunklen Chroniken

Fazit:

Leider konnte mich der fünfte Band der dunklen Chroniken von allen Bänden bisher am wenigsten überzeugen. Die Geschichte hat sehr wenig Handlung, die Charaktere verhalten sich widersprüchlich und die Entwicklung ist auf die letzten paar Seiten gequetscht. Trotz wichtiger Botschaften kann ich das Buch nicht empfehlen.

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