Buchbesprechung zu „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers
Achtung: Dies ist eine Buchbesprechung, die Spoiler enthält. Sie richtet sich eher an alle, die das Buch bereits selbst gelesen haben und sich gerne darüber austauschen wollen.
Klappentext:
Käptn Blaubär ist eine Institution. Eine ganze Generation Kinder, Eltern, Großeltern kennen ihn aus dem Fernsehen, kennen seine doppelbödigen Geschichten, die er den drei Kleinen Bärchen und Hein Blöd erzählt. Aber wer kennt die Biographie des berühmten Seemanns? Außer ihm keiner. Weil er seine Lebenserinnerungen stets für sich behalten hat, genauso wie seine köstlichsten Rezepte. Jetzt hält der Käptn die Zeit für gekommen, seine Geheimnisse zu lüften, wenn auch längst nicht alle. Aber allein die, die er preisgibt, reichen für dreizehneinhalb Leben aus. Er charakterisiert seinen Blaubär-Roman selbst ‘als ein kühnes Unterfangen von epischen Ausmaß’ und erklärt dies damit, dass ‘früher alles viel größer war – natürlich auch die Abenteuer’.

Meine Meinung:
Ebenso wie die anderen Zamonien-Bücher habe ich „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ vor annähernd 15 Jahren zuletzt gelesen, damals aber sehr geliebt. Auch wenn „Die Stadt der träumenden Bücher“ immer mein liebstes Buch des Autors war, ist dieses hier deutlich besser geeignet, um mehr über den Kontinent Zamonien zu erfahren. Denn der Protagonist Blaubär kommt ganz schön rum und erkundet viele Ecken und Winkel. Die einzelnen Stationen sind jeweils in sehr unterschiedlich lange Kapitel zusammengefasst. Auch wenn manche Charaktere immer wieder vorkommen, sind die einzelnen Kapitel, oder Leben, weitestgehend voneinander abgetrennt, wodurch das Buch einen sehr episodenhaften Charakter bekommt. Die meiste Kritik, die ich bisher zu diesem Buch gelesen habe, kommt auch daher und ich kann es grundlegend verstehen. Gerade zu Beginn fühlt es sich einfach manchmal an, als ob jeder Abschnitt wieder etwas komplett Neues ist und da diese teils so kurz sind, kann ich mir vorstellen, dass es für einige Lesende schwer sein kann, so einen Bezug zu Blaubär zu entwickeln. Mich persönlich hat dies nicht gestört, allerdings mag ich den Schreibstil und den Humor des Autors auch sehr gerne, wodurch mir viele Dinge, die ich in anderen Büchern wohl kritisieren würde, bei ihm sogar gefallen.

Müsste ich mich für ein Kapitel entscheiden, welches mir am besten gefällt, könnte ich das unmöglich tun. Ich kann zumindest sagen, dass mir die süße Wüste, die Tornadostadt und Atlantis besonders gefallen haben. Aber auch viele der anderen Leben enthalten Elemente, die ich sehr mochte. Das gesamte Buch sprüht nur so vor kreativen Ideen. Vermutlich hätte man eine gesamte Buchreihe aus diesem einen Buch machen können, so viel steckt hier eigentlich drin. Trotzdem schafft es Walter Moers einfach, das Ganze nicht überladen wirken zu lassen.
Besonders clever fand ich ja Anspielungen auf gängige Tropes, wie etwa mit Mac, bzw Deus X. Machina. Gerade dieser Trope wird im Buch mehr als einmal verwendet, aber diese ironische Art damit umzugehen hat mir richtig viel Spaß gemacht.
Auch wenn mir „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ sehr gut gefällt und es eigentlich das erste Buch im Zamonien-Zyklus ist, würde ich es dennoch nicht als Einstiegspunkt empfehlen. Gerade durch die episodenartige Struktur könnte es Lesende eher abschrecken als andere Bücher des Autors. Zudem ist die Verwendung einer bekannten Figur aus einer Kinderserie nicht für alle ansprechend. Ich denke ein besserer Einstieg ist „Die Stadt der träumenden Bücher“. Lesende, denen Moers Stil gefällt kann ich aber empfehlen sich Blaubärs Abenteuer vielleicht direkt im Anschluss vorzunehmen, einfach um Zamonien als Ganzes besser kennenzulernen!

Fazit:
Ich kann „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ auch heute noch weiterempfehlen. Es gehört zu den Büchern, die viele Regeln des Schreibens brechen, dadurch aber sogar besser werden. Wer gerne einen Ausflug durch Zamonien machen möchte, kommt um dieses Buch nicht herum.
Von mir gibt es:



[…] aus verschiedensten Gründen noch nicht gelesen hatte. 1999 veröffentlichte Walter Moers mit „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ den ersten Roman im fiktiven Kontinent Zamonien. Seitdem folgten acht weitere Bücher, die dort […]
[…] Meine Rezension findet ihr hier. […]