Rezension zu „Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete“ von Kimberly Lemming
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete
Originaltitel: That time I got drunk and saved a demon
Reihe: Mead Mishaps; Band 1
Autorin: Kimberly Lemming
Übersetzung: Bettina Hengesbach
Verlag: Heyne
Seiten: 304
Kauflink: Amazon
Preis: 13,00 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Alle fünfzehn Jahre wird die magische Barriere, die das Böse aus dem Reich Kinnamo fernhält, durchlässig. Die Göttin Myva erwählt dann Champions, strahlende Heldinnen und Helden, um die Monster zurückzuhalten und die Barriere zu erneuern. Gewürzhändlerin Cinnamon wurde auch diesmal nicht auserwählt, den Göttern sei Dank. Sie feiert in der Kneipe den Abschied der neuen Helden, und vielleicht hat sie dabei etwas zu tief ins Glas geschaut. Denn dass sie in dieser Nacht dem Dämon Fallon das Leben rettet, war ganz sicher nicht geplant. Der revanchiert sich, indem er Cin in seinen Rachefeldzug gegen eine böse Hexe mit hineinzieht. Dass Fallon regelmäßig in Flammen aufgeht und dabei sein Shirt verbrennt, macht es Cin nicht leichter, Nein zu sagen …

Meine Meinung:
„Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete“ wurde mir freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Die Gewürzhändlerin Cinnamon schaut zu bei einer Feier zu tief ins Glas und rettet dadurch versehentlich auf dem Weg nach Hause den Dämon Fallon. Eigentlich sollten Dämonen durch die magische Barriere der Göttin Myva ferngehalten werden, doch von Fallon erfährt Cinnamon so einiges, was die Göttin ihnen verschwiegen hat. Ohne es zu wollen wird sie in Fallons Rachefeldzug gegen eine böse Hexe gezogen, doch es könnte schlimmer sein – immerhin geht ihr Begleiter regelmäßig in Flammen auf und verbrennt dabei auch sein Shirt.
Ich hatte mir von diesem Buch eher eine satirische Herangehensweise an typische Tropes der klassischen Fantasy und Romantasy versprochen. Und generell habe ich das auch bekommen – das Buch nahm sich selbst nicht wirklich ernst, beinhaltete so einige Klischees und behandelte diese teils recht humorvoll. Ich muss aber leider sagen, dass mir dies oft nicht weit genug ging, um die vielen Schwachstellen des Romans zu übersehen.
Insbesondere gestört haben mich die heftigen tonalen Schwankungen des Buches. Da wird nebenbei eine gesamte Stadt mit Feuer zerstört und Menschen brutal niedergemetzelt, aber das wird sofort wieder vergessen und die Helden gehen in einem der Häuser mal eben gemütlich baden. Gut, dass dieses eine Haus nicht abgebrannt ist und das Feuer scheinbar auch nicht noch tagelang weitergebrannt hat. Dieses ständige Hin- und her zwischen Brutalität, Humor, Geflirte und sonstigem hat für mich einfach nie wirklich zusammengepasst.
Generell fühlten sich sowohl die Welt als auch die Charaktere ziemlich flach an. Und ich kann verstehen, dass dies der Fall war, um entsprechende Klischees satirisch zu verwenden. Wirklich überzeugt war ich aber nicht davon, dass dies wirklich funktionierte. Es war eher nervig, wenn die Charaktere komplett naiv in die offensichtlichsten Fallen tappten. Auch, dass sie als die eigentlich guten Helden moralisch sehr fragwürdige Entscheidungen trafen, wurde mir zu wenig beleuchtet. Hier war meiner Meinung nach großes Potenzial, um entsprechende Tropes zu dekonstruieren, aber dieses wurde nicht genutzt.
Trotz allem muss ich dennoch sagen, dass sich das Buch sehr zügig und flüssig lesen ließ und ich mehrfach ziemlich lachen musste. Auch wenn ich nicht alles bekommen habe, was ich mir von dieser Geschichte erwartet habe, war ich doch gut unterhalten und ich glaube, das Buch ist trotz allem etwas, das man sehr gut einfach mal zwischendurch lesen kann.
Fazit:
„Der Tag, an dem ich mich betrank und einen Dämon rettete“ ist eine humorvolle, kurzweilige Geschichte, die meiner Meinung nach nicht ganz erfolgreich darin ist, typische Tropes der klassischen Fantasy und Romantasy satirisch zu behandeln und zu dekonstruieren.


Hallöchen,
ich weiß genau, was du meinst. Mir war vor dem Lesen gar nicht bewusst, dass hier auf satirische Weise mit den Tropes dieses Genres umgegangen wird. Ich hätte mich aber definitiv darauf eingelassen, wenn nicht ALLES so oberflächlich behandelt worden wäre. Ich habe das Buch dadurch überhaupt nicht gefühlt und konnte nicht in die Handlung eintauchen. Wie du sagst: so viel verschenktes Potenzial.
Liebste Grüße, Kate
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