Rezension zu „Der Schrecksenmeister“ von Walter Moers
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Der Schrecksenmeister
Reihe: Zamonien Band 5
Autor: Walter Moers
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 385
Kauflink: Amazon
Preis: 26,00 € (D) Gebunden; 15,00 € (D) Taschenbuch; 13,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Seltame Bakterien, Hirnhusten und Nierenverzagen, Magenmumps und Darmschnupfen halten die Stadt Sledwaya fest im Griff. Sie zwingen Echo, das Krätzchen, zu einem verzweifelten Schritt: Um nicht zu verhungern, verkauft es sein Leben an den Schrecksenmeister Eißpin. Verwöhnt auf höchstem kulinarischen Niveau, denkt sich Echo so manchen Trick aus, um sein Fett und Fell vor dem Kochtopf Eißpins zu retten. Ein faustischer Pakt und alchemistische Künste stehen im Mittelpunkt dieses Märchens aus Zamonien, mit dem sich Walter Moers einmal mehr als tollkühner Surfer auf den Meeren der Weltliteratur erweist …

Meine Meinung:
Die Stadt Sledwaya ist die kränkste Stadt in Zamonien. Dort gibt es Krankheiten, von denen man sonst noch nie etwas gehört hat. Das Krätzchen Echo hatte eigentlich ein gutes Leben dort, doch dann starb seine Besitzerin und er landete hungernd auf der Straße. Um nicht zu sterben ist er gezwungen, einen Pakt mit dem Schrecksenmeister Eißpin einzugehen: Er wird für einen Monat lang mit den feinsten Speisen gefüttert, dafür darf Eißpin danach sein Fett auskochen. Doch Echo hat nicht vor, sich an seine Hälfte des Vertrags zu halten…
„Der Schrecksenmeister“ ist definitiv eine der besten Zamonien-Geschichten. Hier strahlt das Orm des Autors wieder einmal und er zeigt sich, mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten, von seiner allerbesten Seite.

Natürlich muss ich in dieser Hinsicht als erstes wieder den großartigen Schreibstil loben, welcher auch die ausschweifendsten Beschreibungen spannend werden lässt. In diesem selbst ernannten „kulinarischen Märchen“ werden einem besonders zu Beginn die köstlichsten Speisen über mehrere Seiten beschrieben und statt mich zu langweilen habe ich nur Hunger bekommen.
Die Charaktere des Buches habe ich geliebt. Selbst den Bösewicht Eißpin fand ich so großartig beschrieben, dass ich ihn einfach nicht hassen konnte. Besonders mochte ich aber die vielen verschiedenen tierischen Bewohner seines Schlosses, wie etwa die Ledermäuse. Jeder einzelne Charakter hauchte dieser Geschichte Leben ein.
Die Geschichte hatte eine Menge interessanter Aspekte. Sie orientiert sich wohl an der Novelle „Spiegel, das Kätzchen“ von Gottfried Keller, da ich das Original aber nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, wie ähnlich sich die beiden Werke sind.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich leider dennoch am Buch. Das große Finale fühlte sich meiner Meinung nach nicht wirklich verdient an. Echo bekommt Hilfe von unerwarteter Seite und für mich wurde nicht ersichtlich, aus welchem Grund dies geschehen sollte. Auch wenn das Finale trotzdem sehr spannend war, hätte ich mir gewünscht, dass es besser aufgebaut worden wäre.
Trotz dieses Kritikpunktes liebe ich dieses Werk aus der Zamonien-Reihe wirklich sehr und hoffe, dass noch weitere auf diesem Niveau folgen werden.

Fazit:
„Der Schrecksenmeister“ kann voll und ganz überzeugen und zeigt, dass in Zamonien noch großartige Geschichten ruhen.


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