Rezension zu „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ und „Der Orden des geheimen Baumes – Die Königin“ von Samantha Shannon
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin / Der Orden des geheimen Baumes – Die Königin
Originaltitel: The Priory of the Orange Tree
Reihe: Königin von Inys Band 1&2; The Roots of Chaos Band 1
Autorin: Samantha Shannon
Übersetzung: Wolfgang Thon
Verlag: Penhaligon
Seiten: 546 / 546
Kauflink: Amazon
Preis: 20,00 € (D) Gebunden; 15,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Aufgrund der Länge wurde das englische Buch im Deutschen in zwei Bände geteilt. Da diese eigentlich nur gemeinsam gut funktionieren, bezieht sich diese Rezension auf beide Teile zusammen.
Klappentext:
Sollte Königin Sabran von Inys kinderlos sterben, werden die Drachen zurückkehren. Denn ihre Familie ist das einzige Hindernis, das die Bestien zurückhält. Doch Auftragsmörder kommen ihr immer näher. Zu ihrem Glück ist ihre Zofe Ead in Wahrheit eine Magierin vom Orden des geheimen Baumes, die sie beschützt.
Zur gleichen Zeit in dem weit im Osten liegenden Reich Seiiki, wo Drachen wie Götter verehrt werden, rettet eine junge Drachenreiterin einem Schiffbrüchigen das Leben – und verdammt sich damit selbst.

Meine Meinung:
Seit Jahrhunderten ist die Beziehung zwischen den Reichen des Ostens und denen des Westens eisig. Während im Osten Drachen angebetet werden und diese mit Menschen in Harmonie zusammenleben, will der Westen die feuerspeienden Bestien auslöschen. Königin Sabrans Herrschaft ist darin begründet, dass ihre Blutlinie den größten aller Drachen von der Rückkehr abhält, und trotzdem mehren sich die Angriffe auf ihr Leben. Nur ihre Zofe Ead, die eigentlich eine Magierin von der Priorei des Orangenbaumes ist, hat es bisher geschafft, sie zu beschützen. Währenddessen rettet im Osten die junge Tané einem Mann aus dem Westen das Leben. Nicht nur ihre Karriere als Drachenreiterin, sondern auch ihr Leben stehen dadurch plötzlich auf dem Spiel.
Bei diesen Büchern standen mir wohl ein wenig meine hohen Erwartungen im Weg. Nach vielen Rezensionen und Rückmeldungen hatte ich hier ein richtiges Highlight erwartet. Was ich bekommen habe war gut, keine Frage. Trotzdem war ich irgendwie dennoch etwas enttäuscht.
Was mir hier besonders gut gefallen hat, war das Worldbuilding. Es gab zwei Kontinente, welche in unterschiedliche Reiche aufgeteilt waren. Jedes dieser Reiche hatte seine eigene Kultur, Religion, Politik, etc. Es gab unendlich viel zu entdecken und erleben und ich freue mich jetzt schon im Spin-off erneut in diese Welt einzutauchen. Ich muss allerdings auch sagen, dass das Reich des Ostens abgesehen von einzelnen Orten, im Vergleich zum Westen leider etwas blass blieb.
Die gesamte Geschichte ist absolut episch. Es gibt vier Hauptcharaktere, aus deren Blickwinkeln alles erzählt wird. Ead ist zu Beginn des Buches Zofe von Königin Sabran, kommt jedoch aus dem südlichen Teil des Westens und muss verstecken, dass sie eine Magierin ist. Loth ist ein in Ungnade gefallender Adliger, welcher auf eine tödliche, „diplomatische“ Mission geschickt wird. Auf der anderen Seite des Ozeans ist Niclays im Exil und versucht alles, um wieder zurückzukehren. Zuletzt ist da noch Tané, die sich darauf vorbereitet, Drachenreiterin zu werden und einen fatalen Fehler begeht. Sie alle kämpfen mit ihren eigenen Problemen und werden mehr oder weniger freiwillig in die Rettung der Welt verwickelt.
Was mich leider gerade im ersten Teil gestört hat, war, dass diese Charaktere oft stark in gängige Fantasy-Klischees fielen und dadurch etwas flach wirkten. Im zweiten Teil war dies definitiv nicht mehr der Fall und ich glaube mich hätte dies weniger gestört, wenn ich das Ganze als ein einziges Buch gelesen hätte. Im Deutschen wurde die Geschichte aufgrund der Länge in zwei Bände geteilt und abgesehen von diesem Kritikpunkt funktionierte dies auch erstaunlich gut.

Ein weiterer Kritikpunkt war für mich, wie viel Unwahrscheinliches in den Büchern passierte. Ein Beispiel wäre, dass ein Charakter in eine fremde, ihm eher feindlich gesinnte Stadt kommt und die erste Person, die er trifft ein alter Freund ist, der ihn natürlich sofort bei sich aufnimmt und ihm hilft. Natürlich ist dies ein Buch und man muss einige solcher Momente entschuldigen, aber wenn so unwahrscheinliche Situationen immer und immer wieder auftreten, damit die Handlung weitergehen kann, dann ist es irgendwann einfach schwer zu glauben.
Ganz besonders gestört hat mich jedoch der eher distanzierte Schreibstil, welcher dazu führte, dass ich kaum eine Verbindung mit den Charakteren herstellen konnte. So stark wie diese im Fokus standen, hätte ich mir gewünscht, dass ich auch mit ihnen mitfühlen könnte. Tatsächlich blieben sie für mich aber immer wie hinter einer Glaswand. Tragische Momente schafften es einfach nicht, mich zu berühren und wirkliche Spannung konnte sich bei mir auch nicht einstellen, weil mir zum Teil einfach egal war, was mit diesen Charakteren nun geschah.
Trotz dieser Kritikpunkte ist es einfach unmöglich zu übersehen, was für ein episches Werk die Autorin hier geschaffen hat und mit wie viel Mühe sie die Welt rundherum geschaffen hat. Ich bin sehr gespannt, auf ihre zukünftigen Werke.
Fazit:
„Der Orden des geheimen Baumes“ ist ein Epos mit großartigem Worldbuilding und einer komplexen Geschichte. Ich hätte mir allerdings einen nahbareren Schreibstil und weniger unwahrscheinliche Begebenheiten gewünscht.


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