Rezension zu „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ von Becky Chambers
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Originaltitel: The Long Way to a Small Angry Planet
Reihe: Wayfarers Band 1 von 4
Autorin: Becky Chambers
Übersetzung: Karin Will
Verlag: Fischer TOR
Seiten: 544
Kauflink: Amazon
Preis: 14,00 € (D) Taschenbuch; 8,49 € (D) E-Book
Klappentext:
Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.

Meine Meinung:
Rosemary Harper versucht vor ihrer Vergangenheit zu fliehen und heuert daher auf dem Raumschiff Wayfarer an. Die Crew besteht aus einer Reihe von verschiedensten Aliens, die sehr unterschiedlichen Kulturen angehören. Während sich Rosemary mit der Crew anfreundet, entscheidet Kapitän Ashby einen sehr riskanten Austrag anzunehmen und einen neuen Tunnel zu dem Planeten einer kriegerischen Rasse anzulegen. Eine lange Reise dorthin beginnt.
Viele Werke des Sci-fi Genres tendieren dazu, sehr handlungsorientiert zu sein und dabei die Charaktere zu vergessen. Insbesondere ältere Werke des Genres gehen sehr oft in diese Richtung. Die Autorin hat hier ein Gegengewicht zu diesem Trend geschaffen und eine vollständig charakterzentrierte Geschichte geschrieben. Leider bin ich der Meinung, dass sie darüber die Handlung etwas zu sehr vergessen hat.
Die tatsächliche Handlung nimmt in diesem Buch nämlich ziemlich wenig Platz ein und könnte in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Es gibt zwar Konflikte, diese werden aber jeweils innerhalb von kürzester Zeit gelöst. Wirkliche Sorgen, dass ein Charakter wirklich etwas erleiden müsste oder sogar sterben könnte, hatte ich eigentlich nie.
Nun mag ich generell Cozy Geschichten und lasse mich auch gerne darauf ein, wenig Handlung zu haben und dafür eine gute Zeit mit den Charakteren zu verbringen. Und das habe hier ich größtenteils auch bekommen. Die Charaktere waren angenehm und interessant, dazu freundlich in einer nicht ganz so freundlichen Welt. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass sich das Buch auf weniger Charaktere fokussiert hätte, da so jeder nur sehr wenig Platz zur Entwicklung hatte, aber dennoch habe ich mich auf der Wayfarer sehr wohl gefühlt.
Was mir sehr gefallen hat, war das Worldbuilding. Das Universum, in dem die Geschichte spielt ist bunt und vielfältig. Insbesondere Genderkonstrukte, wie wir sie kennen, werden durch andere Spezies aufgebrochen. Auch Beziehungsmodelle werden immer wieder in Frage gestellt. Mir hat diese Vielfältigkeit sehr gefallen. Allerdings hätte ich mir teils gewünscht, dass die Informationen, die man über andere Spezies erhält, mehr mit der Geschichte verwoben gewesen wären. Manchmal fühlte es sich an, als ob einfach mitten im Text ein Lexikoneintrag auftauchen würde.

Fazit:
„Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ ist eine Cozy Sci-fi Geschichte, in der man sich wohlfühlen kann. Die Vielfältigkeit der Welt hat mich begeistert und ich mochte die Charaktere. Dennoch hätte es der Geschichte gutgetan, sich auf weniger Charaktere zu fokussieren und die Informationen über die Welt besser in die Geschichte zu integrieren.

