Rezension zu „Der Fluch des Hades“ von Mina Renard
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Der Fluch des Hades
Autorin: Mina Renard
Verlag: GedankenReich Verlag
Seiten: 302
Kauflink: Amazon
Preis: 19,90 € (D) Hardcover; 14,90 € (D) Taschenbuch; 4,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Gemeinsam mit Kerberos aus der Unterwelt zu fliehen, war die beste Entscheidung, die Megaira je getroffen hat.
Allerdings bleibt ihr nicht viel Zeit, um ihre gestohlene Freiheit zu genießen, denn schon bald bricht der Frühling an. Persephone, die Herrscherin des Hades, wird sie jagen und bestrafen. Die Königin duldet keine eigenen Entscheidungen in ihrem Reich.
Ihre Flucht ins Großstadtgetümmel bezahlt sie mit einer letzten Aufgabe, gestellt vom Fährmann der Toten. Doch sie bricht die Schwüre der Unterwelt.
Ausgerechnet wegen eines Menschen.
Wie entscheidet sich eine Rachegöttin, wenn nur Dunkelheit oder Tod zur Wahl stehen?

Zitat:
„Meine Aufgabe stand an erster Stelle und ich habe keine Gedanken an mein Aussehen verschwendet. Ich existiere seit Anbeginn und wusste bis eben nichts von meinen Sommersprossen.“
Meine Meinung:
Die Rachegöttin Megaira ist unglücklich im Hades und beschließt, zu fliehen. Sie will selbst erleben, wie sich die Liebe anfühlt, die so viele Menschen dazu bringt, schreckliche Taten zu begehen. Ihre Zeit dazu ist begrenzt, denn bald beginnt der Frühling und Persephone wird sie jagen. Eine einzige Aufgabe muss sie als Preis ihrer Flucht bezahlen: Sie soll einen jungen Mann treffen. Schnell fühlt sie sich zu ihm hingezogen, doch ist dies bereits die vielgerühmte Liebe?
Ich lese ja wirklich sehr gerne Bücher, die sich an griechischen Mythen bedienen und dieses Buch ist da keine Ausnahme. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern fokussiert sich dieses allerdings auf weniger bekannte Figuren der Mythologie, was mir sehr gefallen hat. Die Protagonistin ist eine der Erinnyen, also eine Rachegöttin und auch wenn natürlich bekanntere Figuren wie Hades und Persephone ihren Weg in die Geschichte gefunden haben, so geht es doch stärker um die nicht so bekannten.

Die erzählte Geschichte hat mir grundlegend sehr gefallen. Die Autorin hat kreativ ihre eigene Vision umgesetzt und dabei zwar griechische Mythologie eingestreut, aber größtenteils eine völlig eigenständige Geschichte erzählt. Hier geht es um Liebe und andere Gefühle, um Vertrauen und Verrat. Von Anfang bis Ende war nicht durchschaubar, wohin mich die Geschichte führen würde und die Plotttwists kamen völlig unerwartet.
Zwei Kritikpunkte hatte ich dennoch. Zum einen fühlten sich die Dialoge oft nicht natürlich an. Das lag unter anderem daran, dass die Charaktere sich gegenseitig andauernd neu mit ihren Rufnamen ansprachen, was irgendwann seltsam klang. Auch wenn Charaktere mehrere Fragen hintereinander stellten und diese danach wie in einer schriftlichen Konversation abgearbeitet wurden, hat mich das etwas aus dem Lesefluss rausgerissen. Dies betraf nicht alle Konversationen im Buch, aber genug, um mir aufzufallen.
Zum anderen fiel es mir manchmal schwer, gewisse Konzepte im Buch zu verstehen. Oft wurde nicht genauer beschrieben, was genau gemeint war, was ein sehr weiches Worldbuilding zur Folge hatte. Es wurde etwa oft über Dinge mit dem Herzen geredet (z.B. das Herz verschenken) und hier war mir persönlich nicht immer klar, inwieweit das metaphorisch gemeint war oder inwieweit wortwörtlich. Dadurch fiel es mir oft schwer, die wirkliche Tragweite von Entscheidungen zu verstehen.
Was mir dafür gefallen hat, war die Art, wie hier mit einem Liebesdreieck umgegangen wurde. Dies ist normalerweise ein Trope, der mir nicht besonders gefällt, aber hier wird er erfolgreich für Megairas Charakterentwicklung genutzt. Ich hätte mir zwar noch eine Konklusion zu der Situation mit Charon gewünscht, aber diese war auch nicht zwingend nötig.

Fazit:
„Der Fluch des Hades“ erzählt eine innovative Geschichte rund um weniger bekannte griechische Götter und behandelt dabei sogar Tropes, die ich sonst nicht mag, auf interessante, innovative Weise. Trotz kleinerer Kritikpunkte kann ich es Fans von Romantasy durchaus ans Herz legen.

