Cover "Dem Blitz zu nah": Zu sehen ist ein zerklüfteter Berg vor einem orangefarbenen Himmel. Ein fliegendes Auto bewegt sich darauf zu.
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Dem Blitz zu nah

Rezension zu „Dem Blitz zu nah“ von Ada Palmer

Meine Bewertung:
5 Sterne von 5

Details:
Titel: Dem Blitz zu nah
Originaltitel: Too like the Lightning
Reihe: Terra Ignota Band 1 von 4
Autorin: Ada Palmer
Übersetzung: Claudia Kern
Verlag: Panini Books
Seiten: 672
Kauflink: Amazon
Preis: 19,00 € (D) Taschenbuch; 14,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Wir schreiben das Jahr 2454. Die Menschheit befindet sich in einem hart erkämpften goldenen Zeitalter, in dem Religionen und auch Nationalstaaten keinen Platz mehr haben. Sieben Fraktionen – die sogenannten „Hives“ – regieren nun gemeinsam die Welt, deren Herrschaft durch eine wohlwollende Zensur, statistische Analysen und technologischen Reichtum gestützt wird. Aber das Fundament dieser neuen Welt ist brüchig … Verurteilt für seine Verbrechen und gefeiert für seine Talente gilt Mycroft Canner als das bevorzugte Instrument einiger der mächtigsten Menschen der Welt. Als er damit beauftragt wird, einen bizarren Diebstahl zu untersuchen, findet er sich auf der Spur einer Verschwörung wieder, die die Weltordnung der Hives in ihren Grundfesten erschüttern könnte.

Klappentext "Dem Blitz zu nah"
Meine Meinung:

Im Jahr 2454 gibt es keine Nationalstaaten mehr. An ihre Stelle sind sogenannte Hives getreten. Diese Fraktionen regieren die Welt und vertreten verschiedene Grundsätze, denen man sich zugehörig fühlen kann. Lange Zeit scheint die Weltordnung perfekt zu sein, doch was viele nicht sehen wollen, ist dass das Machtgefüge brüchig ist. Der verurteilte Verbrecher Mycroft Canner, der aufgrund seiner besonderen Talente vielen Mächtigen dient, wird damit beauftragt einen bizarren Diebstahl zu untersuchen. Gleichzeitig versucht er auf eigene Faust ein Kind zu beschützen, dessen magische Gabe die Welt verändern könnte.

„Dem Blitz zu nah“ ist wie kein anderes Buch, das ich jemals gelesen habe. Sowohl der Schreibstil als auch der gesamte Aufbau sind so anders und ich habe zu Beginn wirklich lange gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Der Aufwand war es aber mehr als wert, denn diese Geschichte ist so intelligent und so genial, dass sie mich irgendwann einfach überzeugen musste.

Der Schreibstil des Buches zeichnet sich vor allem durch die Verwendung von Geschlechtsneutraler Sprache und der oft falschen, oder zumindest seltsamen Verwendung von Geschlechtsspezifischer Sprache aus. Im englischen würde sich dies vermutlich leichter lesen lassen, da die Verwendung von „they/them“ dort ein normaler Teil der Sprache ist. Im Deutschen musste dafür jedoch auf Neopronomen zurückgegriffen werden, was zu Beginn durchaus verwirrend sein kann. Es hat für mich auch länger gedauert, als ich gehofft hatte, um mich darauf einzustellen. Dieser sprachliche Kniff dient jedoch dazu, zum einen die Gesellschaft des Buches klarer darzustellen, aber eben auch zu zeigen, wie absurd manche durch uns zugeschriebenen Geschlechtsmerkmale sind.

Übersicht über drei der sieben Hives

Die im Buch beschriebene Gesellschaft funktionierte völlig anders als unsere. Nicht nur die Zugehörigkeit zu Hives war anders, auch wie Familien funktionieren, wie Macht verteilt ist und nach welchen Kriterien sie sich ändert. Zu Beginn war es sehr schwer, dies alles zu durchdringen, da Mycroft als Erzähler nur wenig Hintergrundwissen gibt. Selbst am Ende des Buches hatte ich zu diesen Aspekten noch einige unbeantwortete Fragen.

Das Buch spielt mit einigen philosophischen Konzepten, darunter unter anderem das Wesen von Macht, das Wesen des Menschen und die Notwendigkeit von Gewalt. Während des Lesens kommen immer wieder neue Informationen ans Licht, welche manchmal sehr schockieren und Figuren und Konzepte völlig verändern. Der Autorin ist es hier gelungen, eine verwobene Handlung voll Intrigen und Verrat zu stricken, welche kaum lösbar ist, obwohl immer wieder Hinweise verstreut sind. Ich denke Lesende, welche sich mit Philosophen, Künstlern, Politikern und anderen wichtigen Personen aus dem Zeitalter der Aufklärung auskennen, werden sich hier schneller zurechtfinden.

Fazit:

„Dem Blitz zu nah“ ist kein leichtes Buch und wird wohl die meisten Lesenden vor eine Herausforderung stellen. Ich denke jedoch, dass sich diese Herausforderung lohnt, da die Geschichte intelligent gewebt ist und voller spannender Gedanken steckt.

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3 Kommentare

  1. […] Hier geht es zur vollständigen Rezension. […]

  2. […] Dies ist der zweite Teil einer Reihe. Meine Rezension enthält leichte Spoiler zum ersten Band.Hier geht es zur Rezension zu „Dem Blitz zu nah“. […]

  3. […] Hier geht es zu meiner Rezension. […]

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