Rezension zu „Death of the Author” von Nnedi Okorafor
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Death of the Author
Autorin: Nnedi Okorafor
Verlag: Gollancz
Seiten: 442
Kauflink: Amazon
Preis: 15,99 € (D) Gebunden; 11,99 € (D) E-Book
Die auf den Bildern gezeigte Version ist eine Exklusivausgabe der Starbright. Sie ist in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Life has thrown Zelu some curveballs over the years, but when she’s suddenly dropped from her university job and her latest novel is rejected, all in the middle of her sister’s wedding, her life is upended. Disabled, unemployed and from a nosy, high-achieving, judgmental family, she’s not sure what comes next.
In her hotel room that night, she takes the risk that will define her life – she decides to write a book VERY unlike her others. A science fiction drama about androids and AI after the extinction of humanity. And everything changes.
What follows is a tale of love and loss, fame and infamy, of extraordinary events in one world, and another. And as Zelu’s life evolves, the lines between fiction and reality begin to blur.
Because sometimes a story really does have the power to reshape the world.

Meine Meinung:
In Zelus Leben geht alles schief – auf der Hochzeit ihrer Schwester erfährt sie, dass das Buch, an dem sie so lange gearbeitet hatte, erneut von Verlagen abgelehnt wurde und sie verliert ihren Universitätsjob. Frustriert beginnt sie damit, ein Buch zu schreiben, das völlig anders ist als alles, was sie bisher geschrieben hat. Eine Geschichte über Roboter und KI, die ihren Platz in einer Welt ohne ihre Schöpfer suchen. Als die Geschichte erfolgreich ist, verändert dies alles in Zelus Leben, bis hin zu der Beziehung zu ihrer Familie.
Zu „Death of the Author“ fallen mir sehr viele Worte ein – anders, interessant, besonders … Ein Buch, wie dieses habe ich bisher noch nie gelesen und auch wenn mir nicht alles an der Geschichte gefallen hat, wird es mir alleine deshalb wohl sehr lange im Gedächtnis bleiben.
Erwartet hatte ich hier in erster Linie eine Sci-fi Geschichte, tatsächlich war es aber eher literarische Fiktion mit Sci-fi Elementen. Das Buch spielt in der nahen Zukunft, es gibt einige technologische Entwicklungen, die mit dem derzeitigen Stand der Technik noch nicht möglich sind, die aber zum Zeitpunkt der Geschichte auch gerade neu erfunden wurden. Zum größten Teil geht es dabei dann um Zelus Leben und ihre Familie und Freunde. Zelu erlangt Ruhm als Schwarze Frau mit Behinderung und es verändert alles für sie – nur die Diskriminierung von allen Seiten bleibt.
Inmitten dieser Geschichte gibt es immer wieder Kapitel aus Zelus Sci-fi Geschichte, in welcher ein Roboter und eine KI die Welt vor etwas schrecklichem bewahren müssen. Gleichzeitig haben sie verschiedenen Ansichten zu ihren ursprünglichen Schöpfern, den Menschen, die nicht mehr auf der Welt sind. Dies sorgt dafür, dass sich verschiedene Lager bilden, die Probleme damit haben, sich gegenseitig zu verstehen.

Generell fand ich es interessant hier zwei parallele Geschichten zu erleben. Zudem wurde das Buch ergänzt durch Interviews von Mitgliedern von Zelus Familie. Diese boten einen spannenden Blick darauf, wie diese Zelu sahen – selbst wenn manche nicht einmal hauptsächlich über sie sprachen. Es ergab sich ein Gesamtbild davon, in welchem Umfeld Zelu sich befand und wie sie in dieses passte – wie sie von ihrem Umfeld wahrgenommen werden wollte. Ich konnte sie und ihre Handlungen dadurch besser verstehen.
Großartig fand ich auch welchen Raum Zelus Kultur und ihre Behinderung einnahmen. Zelu ist Nigerianische Amerikanerin und wie diese Kulturen Teil des Buches waren hat mich einfach begeistert. Ebenso war ein wichtiges Thema, dass Zelu einen Rollstuhl nutzte und wie sie, aber eben auch ihr Umfeld mit ihrer Behinderung umgingen. Mich hat hier einiges so wütend gemacht, vor allem, als sie bekannter und gewisse Dinge von ihr erwartet wurden.
Mein großer Kritikpunkt am Buch war leider aber, dass ich die Geschichte rund um die Roboter einfach nicht gut geschrieben fand. Hier wurde viel gesagt und wenig gezeigt. Bei mir wurden keine Emotionen geweckt und ich fand die Kapitel stellenweise etwas langweilig. Im Buch wurde diese Geschichte aber als großes Meisterwerk beschrieben, welches Zelus Agent innerhalb von Stunden durchgelesen hat und das Buch zu unglaublichen Summen verkaufen konnte, obwohl es scheinbar nicht das war, was auf dem Buchmarkt innerhalb des Buches gerade gefragt war. Durch diese Metaebene war dies für mich einfach völlig unglaubwürdig und hat mich etwas aus der Geschichte gerissen. Ich verstehe warum die Autorin diese Kapitel ins Buch eingebracht hat, aber es hat für mich einfach nicht so funktioniert wie es sollte. Insbesondere auch das Ende, das eigentlich eine spannende Verbindung ziehen sollte, hat mich dadurch auch eher enttäuscht.
Dennoch hat mich das Buch mit vielen Gedanken und Gefühlen zurückgelassen und wie bereits gesagt ist es einfach eine ganz besondere Geschichte, die sehr, sehr vieles bietet. Auch wenn für mich ein Teil nicht funktionierte, ist dies doch ein Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte!

Fazit:
„Death of the Author“ ist ein interessanter Roman, der verschiedene Genre miteinander verknüpft und dabei eine ganz neue Richtung einschlägt. Die Kombination aus zwei verschiedenen Geschichten war spannend zu lesen und auch wenn sie für mich nicht vollständig funktionierte, überwogen für mich die positiven Aspekte – insbesondere die gelungene Darstellung der Herkunft und Behinderung der Protagonistin.

