Cover der deutschen und englischen Ausgabe von "Das unglaubliche Leben des Wallace Price": Beide Cover sehen gleich aus, abgesehen vom Titel. Zu sehen ist ein seltsames Haus im Wald mit der Sillhouette eines Hirsches im Hintergrund
Cozy Fantasy Englisches Buch Fantasy Lesetipp Magical Realism Top 10 2022

Das unglaubliche Leben des Wallace Price

Rezension zu „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“ von TJ Klune

Meine Bewertung:
4 1/2 Sterne von 5

Details:
Titel: Das unglaubliche Leben des Wallace Price
Originaltitel: Under the whispering door
Autor: TJ Klune
Übersetzung: Michael Pfingstl
Verlag: Heyne
Seiten: 482
Kauflink: Amazon
Preis: 16,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Die auf den Fotos gezeigten Bücher sind Spezialausgaben der Bücherbüchse und von Illumicrate. Sie sind in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.

Klappentext:

Der erfolgsverwöhnte Anwalt Wallace Price kennt nur drei Dinge: Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Es kommt ihm daher äußerst ungelegen, als er eines Tages tot umfällt und in der Zwischenwelt landet. Dort erwartet ihn der Wächter Hugo, der Wallace auf seine Reise ins Jenseits vorbereiten soll. Doch Wallace ist noch nicht bereit, und so wird ihm Zeit gewährt, um seine Angelegenheiten zu ordnen. Zeit, in der Wallace den wahren Sinn des Lebens entdeckt. Und die Liebe findet …

Klappentext "Das unglaubliche Leben des Wallace Price"
Meine Meinung:

Wallace Price ist ein knallharter Anwalt, dessen Privatleben so gut wie nicht existent ist. Als er an einem Herzinfarkt stirbt, landet er in einem Teeladen, der so etwas wie eine Zwischenwelt vor dem Jenseits ist. Wallace lernt dort Hugo kennen, einen Fährmann, der ihm helfen soll, mit seinem Leben abzuschließen. Doch zwischen den beiden bauen sich vorsichtige Gefühle auf und Wallace merkt immer mehr, dass er eigentlich nie wirklich gelebt hat.

Nachdem mich im letzten Jahr „Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ so unglaublich begeistert hat, musste ich natürlich auch das neueste Buch von TJ Klune lesen. Im Vorfeld habe ich dabei häufiger gehört, dass es sich einfach nur um einen Abklatsch seines vorherigen Buches handelt, dem möchte ich aber entschieden widersprechen. Auch wenn hier ähnliche Tropes verwendet werden (z.B. Found Family) und es dadurch ein paar Ähnlichkeiten gibt, handelt es sich doch um ein fundamental anderes Buch. Während es in „Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ um Vielfältigkeit und Akzeptanz geht, erzählt „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“ davon, was ein gutes Leben ist und wie Menschen mit dem Tod umgehen. Und auch wenn mich das andere Buch etwas mehr abgeholt hat, so liebe ich doch beide.

Illustration des Teeladens auf der Version der Illumicrate

Besonders gefallen haben mir die Charaktere. Der Autor hat eine ganz besondere Art, seine Charaktere zu zeichnen, so dass sie liebenswert sind, mit all ihren Fehlern. Jeder ist einzigartig und besonders und ich mochte wirklich jeden. Selbst die Charaktere, die nur kurz vorkamen wirkten alle doch so real und jeder hatte seine eigene Geschichte.

Das einzige Problem daran war, dass Wallace selbst zu Beginn des Buches als ziemlich unsympathische Person dargestellt wurde. Davon ist allerdings sehr schnell nichts mehr zu merken. Stattdessen ist er plötzlich ebenso sympathisch, wie die anderen auch. Es wird zwar öfter darauf angespielt, dass er kein guter Mensch war, aber eine wirkliche Entwicklung dahin, dass er sich bessert, war kaum zu sehen. Es wirkte eher, als ob er sehr früh einfach ausgetauscht worden wäre.

Abgesehen davon waren die Themen des Buches aber sehr gut umgesetzt und die Geschichte spiegelte diese gut wider. Die Handlung geht dabei eher langsam voran, was aber sehr passend ist. Immerhin geht es darum, das eigene Leben zu reflektieren und um Trauer und Verlust.

Farbige Buchschnitte der Versionen der Bücherbüchse und der Illumicrate: Die englische Version (Illumicrate) zeigt Bäume, welche sich über die gesamte Länge ziehen. Auf der deutschen Version (Bücherbüchse) befinden sich viele bunte Türen

Das Ende des Buches hat mich doch sehr überrascht. Grundsätzlich hatte ich zwar damit gerechnet, dass etwas in die entsprechende Richtung passieren würde, allerdings war dies eher eine Befürchtung. Ich war sicher, dass ich das Ende klischeehaft und dadurch nicht gut finden würde. Tatsächlich hat es der Autor aber geschafft, dies so wunderschön rüberzubringen, dass ich es dennoch geliebt habe.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich leider die sehr schlechte Übersetzung. Ich habe das Buch über die ersten drei Kapitel parallel auf Deutsch und Englisch gelesen und war mehrfach sehr verwirrt von den Entscheidungen des Übersetzers. Im Endeffekt habe ich mich dazu entschieden, den Rest nur auf Englisch zu lesen, weil es für mich nicht auszuhalten war. Da TJ Klune einen sehr angenehmen und leicht verständlichen Schreibstil hat, würde ich allgemein empfehlen, diese Version zu wählen, sofern man die Sprache weit genug beherrscht.

Endpaper in der Version der Bücherbüchse mit Signatur des Autors

Fazit:

TJ Klune hat mit „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“ eine wunderschöne und sensible Geschichte über den Wert des Lebens, über Trauer und Verlust geschrieben. Trotz kleinerer Kritikpunkte wird mir dieses Buch sicher lange im Gedächtnis bleiben. Ich kann es nur weiterempfehlen, würde aber wenn möglich zur englischen Version raten.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

1 Kommentar

  1. […] Hier geht es zu meiner Rezension. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert