Zu sehen ist das Cover von "Das Reich der Vampire" in der deutschen Version (schwarz mit Wappen in der Mitte um das Engel und verschiedene Tiere angeordnet sind), dahinter die englischen Cover der Illumicrate Edition (wie das deutsche Cover aber in weiß-gold) und das amerikanische Cover (Mann steht vor schwarzem Hintergrund, hinter ihm drohend Tiergestalten aus Blut)
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Das Reich der Vampire – A Tale of Blood and Darkness

Rezension zu „Das Reich der Vampire – A Tale of Blood and Darkness“ von Jay Kristoff

Meine Bewertung:
5 Sterne von 5

Details:
Titel: Das Reich der Vampire – A Tale of Blood and Darkness
Originaltitel: Empire of the Vampire
Reihe: Das Reich der Vampire Band 1
Autor: Jay Kristoff
Übersetzung: Kirsten Borchardt
Verlag: Fischer Tor
Seiten: 1026
Kauflink: Amazon
Preis: 26,00 € (D) Hardcover; 22,99 € (D) E-Book
Die dargestellten Versionen sind die englische Version der Illumicrate (nicht mehr im Handel erhältlich), die englische Version mit dem Amerikanischen Cover und die deutsche Version der Bücherbüchse (nicht mehr im Handel erhältlich).

Klappentext:

Vor 27 Jahren ging die Sonne unter – und seitdem sind die Armeen der Vampire auf dem Vormarsch. Stück für Stück haben sie ihr ewiges Reich ausgedehnt und den Menschen den Boden streitig gemacht, bis nur noch an wenigen Orten ein unbeschwertes Leben möglich ist. Kleine Inseln des Lichts in einem Meer aus ewiger Finsternis.
Als der junge Gabriel de León sein Heimatdorf verlassen muss, führt ihn sein Weg nach San Michon, zum Orden der Silberwächter, einer heiligen Bruderschaft, die das Reich und die Kirche gegen den Ansturm der Bestien verteidigt. Und noch ahnt er nicht, dass er zur größten Legende des Ordens werden wird – und zur letzten Hoffnung einer sterbenden Welt.  

Klappentext "Das Reich der Vampire"
Meine Meinung:

Durch unerklärliche Magie hat die Sonne jegliche Stärke verloren. Nur wenige Pflanzen überlebten in diesen Verhältnissen und die Menschen mussten lernen, sich anzupassen. Doch die Vampire, die nun auch am Tag ins Freie können, brachten sie an den Rand der Ausrottung. Als der letzte Silberwächter, Gabriel de León, von den Vampiren gefangen genommen wird, soll er seine Geschichte für die Nachwelt erzählen. Angefangen von seiner ersten Zeit bei dem Orden, der die Welt vor den blutrünstigen Monstern retten sollte, bis hin zu seiner Suche nach dem heiligen Gral.

Ich habe dieses Buch zum größten Teil auf Englisch, aber zeitweise auch auf Deutsch gelesen. Aus diesem Grund möchte ich hier auch direkt die Empfehlung aussprechen, es wenn möglich, eher im Original zu lesen. Jay Kristoffs Schreibstil ist unglaublich – gleichzeitig düster und vulgär, dabei aber auch fast poetisch anmutend. Manche Sätze haben mich eher glauben lassen, dass ich ein Gedicht lesen würde. Diesen Schreibstil so zu übersetzen, dass das gleiche Gefühl beim Lesen entsteht, ist absolut unmöglich, aber Kirsten Borchardt hat es dennoch geschafft, eine meiner Meinung nach sehr gute Übersetzung zu schaffen, welche dem Original nah genug kommt. Einzig einige Änderungen von Namen haben mich stutzig gemacht. Ich finde etwa nicht, dass es nötig ist den Namen “Jezebel“ in „Luder“ umzuändern.

Buchschnitte der Illumicrate und der Bücherbüchse Edition von "Das Reich der Vampire": Die Illumicrate zeigt ein Schloss, mit Tannen, die darüber hängen und Fledermäusen. Die Bücherbüchse Version zeigt einen Teil eines Schlosses mit dem siebenstern darunter und einem Löwen darüber.

Besonders interessant bei diesem Buch war die Erzählstruktur. An „Interview mit einem Vampir“ angelehnt, wird hier von einem Charakter eine Geschichte erzählt. Das Buch spielt dadurch in drei verschiedenen Zeitebenen: Als Gabriel 16 war und sich den Silberwächtern anschloss, als er Jahre später auf der Suche nach dem Gral war und dann zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme durch die Vampire. Zwischen diesen Zeitpunkten wird immer wieder gewechselt, was es dem Autor erlaubt hat, Informationen geschickt zu verstecken.

Die Charaktere haben mir durchgehend gut gefallen und auch wenn mir viele nicht sympathisch waren, so waren sie doch sehr gut geschrieben und charakterisiert. Der Autor hat keine Skrupel, seine Charaktere leiden zu lassen und auch wenn er dies über das Buch hinweg ausgiebig getan hat, so wirkte es dennoch nie exzessiv. Besonders gut gefallen hat mir, dass er in dieser Hinsicht oft mit den Erwartungen der Lesenden gespielt hat.

Folierte Symbole auf der deutschen Version und der Illumicrate Version: Die Illumicrate Version hat golden das Wappen der Familie Voss aufgedruckt (mit Raben) und die deutsche Version hat ein silbernes Wappen der Familie de Leon mit zwei Löwen.

Ein Thema in diesem Buch, mit welchem ich hin und wieder zu kämpfen hatte, war die Misogynie. Das Buch spielt in einer Gesellschaft, in welcher Frauen es deutlich schwerer haben als Männer und die meisten Charaktere im Buch sind entsprechend aufgewachsen und sozialisiert, sehen dies also als die Norm an. Infolgedessen wurden entsprechende Muster eben auch von den Protagonisten reproduziert. Es gab dazu aber auch kluge Kommentare und zumindest ein wenig Charakterentwicklung, wodurch ich das Thema eigentlich gut gelöst fand. Dennoch bewegte sich der Autor hier doch sehr dicht an der Linie, entsprechende Muster auch selbst zu reproduzieren. Ich persönlich hatte in diesem Fall das Gefühl, dass die Behandlung der Thematik größtenteils gut geschehen ist, allerdings kann ich Kritikpunkte anderer Blogger*innen dazu auch nachvollziehen.

Eine Thematik, welche ich dagegen durchweg als sehr gut durchdacht und behandelt empfunden habe, war die Religiosität und in diesem Zusammenhang die Theodizee-Frage, also die Frage, wieso Gott Leid in der Welt zulässt. Im Buch spielt eine Religion, die sehr stark ans Christentum angelehnt ist, eine große Rolle. Ich hatte hier zunächst Befürchtungen, dass das Buch entweder respektlos gegenüber Christen (oder allgemein Gläubigen) sein, oder in eine bekehrende Richtung gehen könnte. Beide Befürchtungen erwiesen sich als unberechtigt. Der Autor ging sehr respektvoll auf verschiedene Seiten ein und zeigte auf, wie jemand in schweren Zeiten den Glauben verlieren kann, aber auch, wie dieser gerade dann ein letzter Halt sein und dadurch unter Umständen auch fanatisch werden kann.

Ich hoffe sehr, dass der zweite Band dieser Reihe schnell kommt. Teil 1 war jedenfalls mehr als episch und hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt bald weiterlesen möchte!

Im Buch finden sich mehrere Illustrationen. Zu sehen ist hier eine im Buch und zwei Prints.
Fazit:

„Das Reich der Vampire – A tale of Blood and Darkness“ ist ein meisterhaft geschriebenes Werk, welches ich allen weiterempfehlen möchte, die dunkle, blutige Fantasy mögen. Neben einer epischen Geschichte voller Vampire, werden auch ernste Themen, wie etwa das Theodizee-Problem behandelt.

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3 Kommentare

  1. […] Das Reich der Vampire – A Tale of Blood and Darkness: Der letzte Heilige der Silberwächter wurde von den Vampiren gefangen genommen und erzählt nun seine Geschichte, wie er vom jungen Mann zur größten Hoffnung einer sterbenden Welt wurde.Hier geht es zu meiner Rezension. […]

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