Rezension zu „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Das Lied der Krähen
Originaltitel: Six of Crows
Reihe: Glory or Grave Band 1
Autorin: Leigh Bardugo
Übersetzung: Michelle Gyo
Verlag: Knaur
Seiten: 592
Kauflink: Amazon
Preis: 16,99 € (D) Taschenbuch; 6,99 € (D) E-Book
Klappentext:
„Ein Dieb mit der Begabung, die unwahrscheinlichsten Auswege zu entdecken
Eine Spionin, die nur »das Phantom« genannt wird
Ein Verurteilter mit einem unstillbaren Verlangen nach Rache
Eine Magierin, die ihre Kräfte nutzt, um in den Slums zu überleben
Ein Scharfschütze, der keiner Wette widerstehen kann
Ein Ausreißer aus gutem Hause mit einem Händchen für Sprengstoff
Höchst unterschiedliche Motive treiben die sechs »Krähen« an, die einen gefährlichen Magier aus dem bestgesichertsten Gefängnis der Welt befreien sollen. Nicht nur Kaz Brekker, Meisterdieb und Mastermind, verheimlicht mehr als nur seine Gefühle für die schöne Inej vor den anderen. Und natürlich steckt weitaus mehr hinter dem Auftrag, als die »Krähen« ahnen können …“

Zitat:
„Du würdest Spaß nicht mal erkennen, wenn er sich an dich heranschleicht und dir einen Lutscher in den Mund steckt.“
Meine Meinung:
Der Meisterdieb Kaz Brekker lebt in Ketterdam, leitet dort den Krähenclub und ist ein hohes Mitglied einer Gang. Er erhält ein Angebot, das zu gut ist, um es auszuschlagen – auch wenn die Wahrscheinlichkeit zu sterben hoch ist. Gemeinsam mit einem Team aus fünf weiteren, macht er sich auf die Reise, um einen Gefangenen aus dem sichersten Gefängnis einer verfeindeten Nation zu holen.
Ich möchte gar nicht lange um den heißen Brei herumreden und meinen größten Kritikpunkt hier direkt zu Beginn nennen: Das Alter der Protagonisten. Diese sind alle 16 – 17 Jahre alt. Ich muss gestehen, ich finde es etwas abwegig zu glauben, dass die besten Verbrecher, Betrüger und Scharfschützen allesamt Teenager sind. Zudem verhalten sie sich oftmals nicht wirklich ihrem Alter entsprechend. Die Unterhaltungen zwischen ihnen klingen zudem sehr gestelzt und gewollt, wobei das zumindest teilweise auch an der Übersetzung liegen könnte.
Und trotzdem kann ich nicht anders als zugeben, dass die Charaktere richtig gut geschrieben sind. Wenn man akzeptiert, dass sie so jung sind (oder sie sich einfach etwas älter vorstellt), dann kann man sich auf unglaublich gute Charakterentwicklung freuen. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht jedes der sechs Protagonisten geschrieben und dabei kommt jedes Mal die eigene Stimme desjenigen heraus, von dem wir gerade lesen. Obwohl es so viele wichtige Charaktere gibt, ist doch jeder davon einzigartig. Ich hatte beim Lesen zwar eine deutliche Präferenz für gewisse Protagonisten, aber das war eher meinem persönlichen Geschmack geschuldet.

Die Geschichte hat ein gutes Tempo und ist von Anfang an interessant. Auf 600 Seiten ist bei mir kein einziges Mal Langeweile aufgekommen. Im Gegenteil – Spannung, Humor, Charakterentwicklung und Action hielten sich gut die Wage, sodass von allem die perfekte Menge im Buch ist.
Das Buch erzählt im Grunde eine klassische Einbruchsgeschichte. Eine Gruppe Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten bricht mit einem abgedrehten Plan in ein stark gesichertes Gebäude ein, um etwas daraus zu entwenden. Es sind alle nötigen Elemente enthalten und sowohl der Einbruch selbst als auch die Vorbereitung sind spannend und witzig geschrieben. Leider muss ich gestehen, dass es hier doch ein paar zu viele glückliche Zufälle und vorher geplante Unfälle gab. Wenn es jedes Mal, wenn etwas schlecht läuft, in Wirklichkeit genauso geplant war, dann verliert das ganze das Gefühl der Gefahr. Wie gesagt, insgesamt war das Buch dennoch spannend, aber es gab hier einfach eine Menge verschenktes Potential.
Fazit:
Eine sehr unterhaltsame und spannende Geschichte mit tollen, wenn auch etwas jungen Charakteren. Auch wenn meiner Meinung nach Potential für noch mehr gewesen wäre, ist dieses Buch doch zurecht sehr beliebt unter Fans des Grishaverse.


[…] „Das Gold der Krähen“ ist der zweite Teil einer Dilogie. Meine Rezension enthält Spoiler zum vorherigen Buch. Die Rezension zu Teil 1 gibt es hier. […]
[…] Hier geht es zur gesamten Rezension. […]