Rezension zu „Das Licht ungewöhnlicher Sterne“ von Ryka Aoki
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Das Licht ungewöhnlicher Sterne
Originaltitel: Light from Uncommon Stars
Autorin: Ryka Aoki
Übersetzung: Michael Pfingstl
Verlag: Heyne
Seiten: 496
Kauflink: Amazon
Preis: 17,00 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Einst war Shizuka Satomi ein Star, heute ist sie die gefragteste Geigenlehrerin der Welt. Wer bei ihr studiert, dem ist eine glänzende Karriere gewiss. Niemand ahnt, dass Shizuka einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat: Sieben Musikerseelen muss sie ihm bringen. Sechs davon hat sie bereits der Hölle übergeben. Nur mit der siebten will es nicht klappen, und langsam läuft Shizuka die Zeit davon. Als sie eines Tages das Geigenspiel der jungen Katrina hört, ist Shizuka sich sicher, die letzte Seele gefunden zu haben. Doch dann begegnet Shizuka der geheimnisvollen Lan Tran, die von geradezu außerirdischer Schönheit ist, und mit einem Mal werden all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Es ist der Beginn eines mitreißenden Abenteuers voll Magie und Hoffnung. Eines Abenteuers, das zeigt, dass man für die Liebe manchmal ganze Sternensysteme überwinden muss …

Meine Meinung:
„Das Licht ungewöhnlicher Sterne“ wurde mir freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Shizuka war eine der größten aufstrebenden Geigerinnen und ist nun die gefragteste Geigenlehrerin der Welt. Alle ihre sechs früheren Schüler*innen wurden selbst gefeierte Stars. Was niemand weiß, ist, dass Shizuka einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat und eben diese sechs Schüler*innen an die Hölle übergeben hat. Ihr fehlt noch eine siebte Seele, die sie in der Ausreißerin Katrina zu finden glaubt. Doch Katrina ist so anders als diejenigen, die sonst zu ihr kommen und dann trifft sie auch noch die Raumschiffkommandantin Lan, zu der sie sich gleich hingezogen fühlt.
Dieses Buch ist so unglaublich anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Es kombiniert einen Handlungsstrang, welcher in Richtung Fantasy geht, einen im Bereich der Sci-Fi und dann gibt es da noch einen, welcher beinahe eine Art Coming of Age Geschichte erzählt. Alles verbindet dabei die Musik und die Liebe zu dieser. Man merkt, dass die Autorin selbst Musikerin ist und weiß, worüber sie schreibt. Insbesondere, wie die Industrie dahinter funktioniert ist sehr gut dargestellt.
Ich muss an dieser Stelle sagen, dass dieses Buch viele Lesende sehr begeistert hat und ich kann das absolut nachvollziehen. Leider gehöre ich nicht dazu. Auch wenn ich viel Positives und Schönes in der Geschichte gesehen habe, konnte sie mich einfach nicht völlig abholen. Das lag insbesondere daran, dass für meinen Geschmack zu viel gesagt und zu wenig gezeigt wurde, wodurch ich nie eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren entwickeln konnte. Dazu kam, dass dieses Buch einfach zu viel versucht hat und meiner Meinung nach daran gescheitert ist, die vielen so unterschiedlichen Handlungsstränge zusammenzubringen. So blieben diese oft blass und unausgereift. Insbesondere der Sci-Fi Anteil schien nur für das Ende da zu sein (das mir sowieso viel zu einfach gelöst war). Ich hätte mir hier einfach mehr gewünscht.
Dennoch sehe ich hier auch eine tolle Own Voices Geschichte über eine junge Transfrau, die zu sich selbst und zu ihrer Musik findet. Die Selbstbewusstsein aufbaut, nachdem sie traumatisches erlebt hat. Ich kann wirklich verstehen, wieso dieses Buch geliebt wird.
Was ich leider sehr stark kritisieren muss, ist die deutsche Übersetzung, welche wirklich unterirdisch, unsensibel und teils beleidigend ist. Hier zeigt sich wieder mal, wie wichtig es ist, für entsprechende Literatur entweder dafür sensibilisierte Übersetzer*innen zu wählen oder ein anschließendes Sensitivity Reading durchzuführen. Insbesondere eine Stelle hat mich geradezu wütend gemacht, als eine eigentlich positive Phrase („That she was a runaway, queer, transgender, survivor…“) durch eine reine Beleidigung („Dass Katarina eine Ausreißerin und Transgender-Tu*te war…“) übersetzt. Auf mich lässt sich dies nicht einmal mehr damit entschuldigen, dass der Übersetzer uninformiert war.

Fazit:
Auch wenn mich „Das Licht ungewöhnlicher Sterne“ nicht wirklich begeistern konnte, kann ich verstehen, weshalb das Buch so geliebt wird. Ich kann an dieser Stelle aber leider nur empfehlen, die deutsche Version zu meiden und lieber zum englischen Original zu greifen, sofern dies möglich ist.

