Zu sehen sind das deutsche und englische Cover des Buches nebeneinander. Auf dem englischen Cover ist eine illustration der Protagonisten zu sehen, in der er sie auf den Armen trägt. Auf der deutschen Version steht eine Frau und hält sich ein Buch vors Gesicht
Englisches Buch Romance Romcom

Das irrationale Vorkommnis der Liebe

Rezension zu „Das irrationale Vorkommnis der Liebe“ von Ali Hazelwood

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: Das irrationale Vorkommnis der Liebe
Originaltitel: Love on the brain
Autorin: Ali Hazelwood
Übersetzung: Christine Strüh & Anna Julia Strüh
Verlag: Rütten & Loening
Seiten: 453
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Taschenbuch; 5,99 € (D) E-Book
Die auf den Fotos dargestellte englische Version ist eine Spezialedition der Illumicrate Afterlight Box und so nicht mehr im Handel erhältlich.

Klappentext:

Für Neurowissenschaftlerin Bee ist die Liebe nur ein neurophysiologischer Zwischenfall, hoffnungslos instabil und der wahre Bösewicht menschlicher Beziehungen, deren neuronale Grundlagen sie erforscht. Als Frau in den Naturwissenschaften ist Bee eine bedrohte Art in einer von Männern beherrschten Welt, in der für sie stets gilt: Was würde Marie Curie tun? Dann wird ihr die Leitung eines neurotechnischen Wunschprojekts angeboten – was Marie Curie sofort annehmen würde. Aber die musste auch nie mit Levi Ward zusammenarbeiten, Bees langjährigem akademischem Erzfeind, der ihren Traum zum Projekt des Grauens macht. Bis Bee sich plötzlich in eine völlig irrational romantische Zwangslage verstrickt findet, in der nur noch zählt: Was wird Bee tun?

Klappentext "Love on the brain"
Meine Meinung:

Bee ist Neurowissenschaftlerin und erhält die Chance ihres Lebens: Sie darf für NASA arbeiten. Das hat nur einen Haken. Levi, ihr Erzfeind aus der Uni, der aus Prinzip nie mit ihr zusammenarbeiten wollte, ist ihr direkter Mitarbeiter. Als ihre ersten Wochen im neuen Job scheinbar sabotiert werden, sieht sich Bee in ihrer Einschätzung von Levi bestätigt, doch dann erfährt sie etwas, das alles verändert.

Nachdem mich das erste Buch der Autorin bereits überzeugen konnte, wollte ich auch ihren zweiten Roman unbedingt wieder lesen. Die Geschichte handelt wieder von Frauen in der Wissenschaft, worüber ich sowieso gerne viel öfter lesen würde. Ich habe mir in diesem Fall das englische Original gekauft, weshalb ich die deutsche Übersetzung nicht beurteilen kann. Da es sich aber um die gleichen Übersetzerinnen wie zuvor handelt, bin ich sicher, dass diese auch wieder gelungen ist.

Bereits in „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ hatte mir die Darstellung des Alltags in der Wissenschaft sehr gefallen und auch in diesem Buch, in dem dies außerhalb der Universität geschieht, war das einer meiner liebsten Aspekte. Man merkt einfach, dass die Autorin hier aus dem Nähkästchen plaudert und sowohl die guten als auch die schlechten Seiten mit viel Humor darstellt.

Die Geschichte war leicht, locker und zu großen Teilen sehr vorhersehbar. Das hat mich nicht zu sehr gestört, allerdings hatte ich hier wieder das gleiche Problem wie im letzten Buch. Ich vermisse nämlich leider jegliche Subtilität. Dies war hier besonders anstrengend, gerade weil Levis Verhalten ziemlich eindeutig war und es nur an Bees kompletter Unfähigkeit im sozialen Bereich lag, dass sie dieses nicht deuten konnte. Auch wenn ich es nicht schlimm finde, in einem lustigen Liebesroman im Vorfeld zu wissen, worauf es hinauslaufen würde, war es in diesem Buch schon extrem.

Generell mochte ich die Charaktere im Buch aber sehr. Selbst, dass Bee so absolut planlos im sozialen Bereich war, war irgendwo auch niedlich. Die Beziehung der beiden Protagonisten war angenehm und als gewisse Missverständnisse ausgeräumt werden konnten, merkte man auch durchaus die Chemie der beiden. Mir gefiel die Dynamik der beiden sehr gut, da hier einfach jegliche toxische Maskulinität fehlte. Ein kleines Problem hatte ich allerdings damit, dass die Autorin den Größenunterschied der beiden so sehr hervorgehoben hat. Sie mag anscheinend sehr große Männer und sehr kleine Frauen, was generell auch kein Problem ist. Die Art, wie sie diese Dynamik allerdings beschrieb, zusammen mit Bees allgemeinem kindlichen Verhalten, ließ jedoch auch Assoziationen in eine ganz andere Richtung zu, die ich doch etwas unangenehm fand. Da beide Protagonisten allerdings Erwachsene waren, war es nur die Implikation und nicht die tatsächliche Handlung, die davon betroffen war.

Zu sehen ist das Buch ohne Schutzhülle. Es ist darunter weiß und hat das Motiv des Covers mit Goldfolie aufgedruckt. Der Farbschnitt ist rosa.

Der Schreibstil war sehr angenehm locker, leicht und zügig lesbar. Der Humor kam wieder nicht zu kurz und war in diesem Buch teils etwas derber. Der Lesespaß war bei mir jedenfalls durchgehend gegeben und ich hoffe auf viele weitere Bücher in diesem Stil.

Gut gefallen hat mir auch die feministische Sichtweise im Buch. Es ging nicht nur um Probleme in der wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch um die spezifischen Probleme von Wissenschaftlerinnen. In dem Zusammenhang hätte ich mir allerdings am Ende etwas mehr gewünscht, denn hier hatte ich doch das Gefühl, dass die Charaktere wieder sehr in traditionelle Rollen zurückfallen.

Fazit:

Erneut konnte mich Ali Hazelwood mit einem lustigen, lockeren Roman überzeugen und auch wenn ich mir wieder etwas mehr Subtilität gewünscht hätte, konnte das Buch mit anderen Aspekten, wie etwa Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft punkten.

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