Cover "Das Blut der Herzlosen"
Fantasy High Fantasy

Das Blut der Herzlosen

Rezension zu „Das Blut der Herzlosen“ von Lee Young-do

Meine Bewertung:
3 1/2 Sterne von 5

Details:
Titel: Das Blut der Herzlosen
Originaltitel: 심장을 적출하는 나가
Reihe: Die Legende vom Tränenvogel
Autor: Lee Young-do
Übersetzung: Kim Hyuk-Sook & Manfred Selzer
Verlag: Heyne
Seiten: 562
Kauflink: Amazon
Preis: 22,00 € (D) Gebunden; 15,99 € (D) E-Book

Klappentext:

In einem einsamen Gasthaus am Rand der Punten-Wüste treffen drei Gestalten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Lekon Tinahan ist ein mächtiger Krieger mit dem Kopf eines Hahns. Bihyung ist ein Dokebi, ein Feuerwesen, immer zu Scherzen aufgelegt. Und Kaygon Draka ist ein Mensch, der das legendäre Schwert eines Königs trägt und ein düsteres Geheimnis verbirgt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg ins Reich der Nagas, schuppigen Gedankenlesern, die verborgen im Dschungel von Kiboren leben und sich die Herzen herausschneiden, um unsterblich zu werden. Sie folgen dem Ruf einer uralten Prophezeiung – doch kann ein Wesen ohne Herz wirklich der Retter der Welt sein?

Klappentext Das Blut der Herzlosen
Meine Meinung:

„Das Blut der Herzlosen“ wurde mir vom Heyne Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.

Aufgrund einer Prophezeiung machen sich drei unterschiedliche Wesen gemeinsam auf den Weg, um einen Feind zu beschützen. Der Mensch Kaygon Draka führt den Dokebi Bihyung (einen Feuerkobold) und den Lekon Tinahan (einen drei Meter großen Hahnenkrieger) an. Gemeinsam suchen sie nach einem Naga, um ihn in den Tempel zu bringen. Doch die schuppigen Nagas sind seit Ewigkeiten verfeindet mit dem Rest der Welt. Sie schneiden sich die Herzen heraus, um nicht getötet werden zu können und innerhalb der Naga-Gesellschaft gibt es viele Intrigen, die die Mission deutlich erschweren.

In „Das Blut der Herzlosen“ verwebt der Autor geschickt westliche Tropes der Fantasy-Literatur, mit einem Worldbuilding, welches von der koreanischen Mythologie inspiriert wurde. Diese Mischung gelingt perfekt und fällt nur auf, wenn man genauer hinsieht. Die Geschichte selbst kann sehr ähnlich in vielen klassischen Fantasybüchern gefunden werden, doch statt auf Elfen und Zwerge trifft man hier etwa auf Lekons – riesige Krieger in der Gestalt von Hähnen.

Die Spezies, die ich am spannendsten fand, waren ganz klar die Nagas. Von diesen sah man im Buch, im Gegensatz zu den anderen Spezies, sehr viel von den kulturellen Eigenschaften und die gesellschaftliche Ordnung. Die Nagas leben größtenteils in einem Matriarchat und auch wenn ich dieses nicht als konsequent umgesetzt empfunden habe, mochte ich es generell, immer mehr über die Lebensweise dieser Wesen zu erfahren.

Neben dem extrem spannenden Worldbuilding blieb der Rest des Buches aber leider eher blass. Dies lag für mich vor allem am Schreibstil – das Buch las sich generell eher sperrig und distanziert. Insbesondere Konversationen litten darunter. Oft klangen Gespräche sehr gestelzt und unnatürlich.

Die Folge war für mich vor allem, dass ich keine wirkliche Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte. Die Rettungstruppe war zusammengesetzt aus so unterschiedlichen Spezies, die alle interessante Eigenheiten hatten. Trotzdem fiel es mir sehr lange Zeit schwer, diese Charaktere auseinanderzuhalten, weil viel zu wenig auf eben diese Eigenheiten eingegangen wurde.

Trotz dieser Kritik habe ich das Buch als vielversprechenden Auftakt für diese vierteilige Reihe wahrgenommen. Insbesondere das spannende Ende und einige interessante Ideen, welche bereits aufkamen und hoffentlich in der Zukunft weiterbehandelt werden, haben mich überzeugen können, der Reihe noch eine Chance zu geben.

Fazit:

„Das Blut der Herzlosen“ ist eine interessante Kombination aus westlicher und koreanischer Fantasy. Insbesondere durch das Worldbuilding und ein spannendes Ende kann das Buch überzeugen, auch wenn der Schreibstil es schwer macht, die Charaktere wirklich kennenzulernen.

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6 Kommentare

  1. Hallöchen,
    dieses Buch interessiert mich auch sehr. Deshalb finde ich es umso trauriger, dass der Schreibstil so distanziert wird. Gerade zwischenmenschliche Beziehungen und Dialoge sind mir ziemlich wichtig. Jetzt bin ich ein bisschen unentschlossen, ob das Buch was für mich wäre.
    Liebste Grüße, Kate

  2. […] dieser Woche habe ich eins der längsten Bücher dieses Jahres beendet. „Das Blut der Herzlosen“ ist der erste Teil der Die Legende vom Tränenvogel-Reihe, welche westliche mit koreanischer […]

  3. […] lese ich noch „Der träumende Krieger“, der Nachfolgeband zu „Das Blut der Herzlosen“. Bisher habe ich ähnliche Probleme damit, wie mit dem ersten Band: Der Schreibstil ist trocken […]

  4. […] mittelmäßigen Bereich für mich. Das Buch ist der zweite Teil der Legende vom Tränenvogel. Vom ersten Band war ich schon nicht vollständig begeistert, aber leider habe ich diesen Teil als noch schwächer […]

  5. […] Dies ist der zweite Band einer Reihe. Meine Rezension enthält Spoiler zum vorherigen Teil.Hier geht es zu meiner Rezension zu „Das Blut der Herzlosen“ (Band 1). […]

  6. […] Den Abenteurern bleibt nicht mehr viel Zeit …Werde ich es mir holen? NeinUnd wieso? Ich habe die ersten beiden Bände dieser Reihe gelesen und fand sie zwar definitiv interessant, hatte aber auch einige größere Kritikpunkte […]

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