Rezension zu „Das andere Tal“ von Scott Alexander Howard
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Das andere Tal
Originaltitel: The Other Valley
Autor: Scott Alexander Howard
Übersetzung: Anke Caroline Burger
Verlag: Diogenes
Seiten: 464
Kauflink: Amazon
Preis: 25,00 € (D) Gebunden; 21,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Dieses Tal ist ein besonderer Ort. Geht man nach Osten oder Westen, stößt man auf die gleichen Häuser, Hügel, Straßen – doch alles ist zwanzig Jahre zeitversetzt. Nur in Trauerfällen dürfen die Grenzen passiert werden. Als die junge Odile in Besuchern aus der Zukunft die Eltern ihres Freundes Edme erkennt, weiß sie, dass er bald sterben wird. Was wäre, wenn Odile das ihr auferlegte Schweigen bricht? Ein bewegendes und außergewöhnliches Debüt über Freiheit und die Macht des Schicksals.

Meine Meinung:
„Das andere Tal“ wurde mir freundlicherweise vom Diogenes Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Das Tal, in dem Odile lebt, ist besonders, denn wenn man nach Osten oder Westen geht, kommt man in ein weiteres Tal, welches genau gleich aussieht – doch je nach Richtung ist dieses 20 Jahre in die Zukunft oder Vergangenheit versetzt. Besuche sind nur in seltenen Fällen erlaubt und ein Eingreifen in einer anderen Zeit streng untersagt. Als Odile jedoch in Besuchern die Eltern ihres Freundes Edme erkennt weiß sie, dass er bald sterben muss. Doch etwas darüber zu sagen oder es sogar zu verhindern, ist streng verboten.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich in dieses Buch hineingefunden habe. Der Schreibstil ist ziemlich trocken und die fehlenden Anführungszeichen bei wörtlicher Rede haben meinen Lesefluss öfter unterbrochen. Ich musste das Buch sogar ein paar Tage weglegen, weil ich nicht in der Stimmung für diese Art der Textgestaltung war. Als ich mich dann jedoch darauf eingelassen habe, war ich von allem anderen absolut begeistert. An den Schreibstil habe ich mich nach einiger Zeit gewöhnt und gerade in der zweiten Hälfte passte dieser auch sehr gut zum Text, die fehlenden Anführungszeichen haben mich jedoch bis zum Ende gestört.
Der Text ist in zwei Hälften geteilt. Zu Beginn ist Odile 16 und versucht, einen der begehrten Plätze für einen der wichtigsten Jobs im Tal zu erhalten. Sie ist eher eine Außenseiterin, findet aber eine Gruppe an Freunden und verliebt sich zum ersten Mal. Und dann wird sie damit konfrontiert, dass sie herausfindet, dass eben der Junge, in den sie sich verliebt hat, sterben wird. Das Tal wirkt in diesem Teil beinahe magisch, man erfährt immer wieder Einzelheiten, wie alles funktioniert und die philosophischen Fragen, die aufgeworfen wurden, haben mich fasziniert.
Im zweiten Teil ist Odile dagegen erwachsen und desillusioniert. Ebenso erhalten Lesende hier einen Blick hinter die Kulissen und auf die dreckige Arbeit, welche verhindert, dass Eingriffe geschehen. Ich brauchte einen Moment, um diese Odile mit der jüngeren Version in Einklang zu bringen, aber dann war ich begeistert von dem, was der Autor hier geschaffen hat.
Am Ende geschahen einige Dinge, die nicht unbedingt genau erklärt wurden, wodurch viele Fragen dazu, welche Konsequenzen Zeitreisen nun haben, offenblieben. Dies sorgte aber auch dafür, dass man sich eigenen Gedanken dazu machen konnte.
Fazit:
„Das andere Tal“ ist ein interessanter, philosophischer Roman, welcher zum Nachdenken anregt. Auch wenn die fehlenden Anführungszeichen störten, wurde dies definitiv durch alles andere ausgeglichen.

