Cover "City of Bones"
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Buchbesprechung: City of Bones

Buchbesprechung zu “City of Bones” von Cassandra Clare

Achtung: Dies ist eine Buchbesprechung, die Spoiler enthält. Dieses Format richtet sich eher an alle, die „City of Bones“ bereits gelesen haben und sich gerne tiefergehend darüber austauschen wollen.

Klappentext:

„Die fünfzehnjährige Clary lebt mit ihrer Mutter Jocelyn in New York. Als diese unter höchst merkwürdigen Umständen entführt wird, offenbart sich Clary ein wohlgehütetes Familiengeheimnis: Ihre Mutter war einst eine Schattenjägerin, Mitglied einer Bruderschaft, die seit über tausend Jahren Dämonen jagt. Als Clary selbst von düsteren Gestalten angegriffen wird, rettet der ebenso attraktive wie geheimnisvolle Jace ihr das Leben. Er nimmt sie mit ins New Yorker Institut der Gruppe, und nach und nach wird Clary immer tiefer in diese faszinierende Welt hineingezogen. Doch ein tödlicher Machtkampf zwischen Gut und Böse droht die Gemeinschaft der Dämonenjäger zu zerreißen. Werden Clary und Jace es schaffen, Jocelyn zu retten und die Welt der Schattenjäger vor dem Untergang zu bewahren?“

Klappentext "City of Bones"
Meine Meinung:

2008 erschien „City of Bones“ in Deutschland und es muss auch etwa um diese Zeit gewesen sein, dass ich es gelesen habe. Ich war unglaublich begeistert und zusammen mit dem zweiten und dritten Band wurde es schnell zu meiner Lieblingsbuchreihe! Einige Jahre später erst habe ich erfahren, dass es noch drei weitere Bücher gab. Teil 4 und 5 der „Mortal Instruments“ habe ich daraufhin zwar noch gelesen, allerdings weiß ich noch, dass mich diese nicht mehr überzeugen konnten, weshalb ich danach weder weitergelesen noch die älteren Teile erneut gelesen habe. Übrigens habe ich erst vor wenigen Jahren erfahren, dass es noch mehr Bücher im gleichen Universum gibt…

Das ist jetzt mittlerweile um die 10 Jahre her, weshalb es vermutlich wenig verwunderlich ist, dass ich mich vor dem erneuten Lesen an wenig erinnern konnte. Zwischenzeitlich habe ich zwar Teile der „Shadowhunters“ TV Serie gesehen, dort war ich aber an vielen Stellen nicht sicher, ob die Handlung mit den Büchern übereinstimmte. Da sich auch mein Buchgeschmack deutlich von damals unterscheidet und ich zwischenzeitlich viel Schlechtes über die Bücher gehört habe, war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich sie überhaupt noch mögen würde.

Zuallererst muss ich sagen, dass, obwohl ich mich anfangs an kaum etwas erinnern konnte, die Nostalgie mich sehr gepackt hat. Oft fiel mir beim Lesen doch wieder ein, dass gewisse Dinge passieren würden. Ob es nun an der Nostalgie liegt, oder daran, dass ich das Buch auch so gut gefunden hätte kann ich tatsächlich nicht sagen, aber ich hatte richtig Spaß beim Lesen! Heute hat es zwar kein Lieblingsbuch-Potential mehr, aber es war immer noch so gut, dass ich es ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen würde – mit ein paar Einschränkungen.

Aber kommen wir zum Inhalt! Ein Punkt, der von vielen Leuten oft kritisiert wird, ist Clary als Charakter. Zu einen, weil sie keine Charakterzüge habe und zum anderen weil sie ein typisches „not like other girls“-girl sei. In zweiterem stimme ich leider auch absolut zu und dies war auch aus heutiger Sicht mein größter Kritikpunkt am gesamten Buch. Clary redet an mehreren Stellen des Buches abschätzig über andere Frauen, die typisch weibliche Eigenschaften aufweisen. Das bezieht sich sowohl auf Mädchen in ihrem Alter („[…]die Sorte Mädchen, die Clary auch an der St. Xavier School nicht ausstehen konnte, mit pinkfarbenen Schühchen und Selbstbräunertönung im Gesicht.“ S.93), als auch auf erwachsene Frauen („Sie war nicht wie die meisten alleinerziehenden Mütter, die bei den Treffen der Elternvertretung nach potentiellen Dads Ausschau hielten.“ S. 207). Ganz besonders bedroht fühlt sie sich von Isabelle. Weil ihr bester Freund Simon diese so anschaut, als ob er etwas von ihr will, bekommt Clary Gewaltfantasien Isabelle gegenüber (S.144). Weil schließlich die Frauen daran schuld sind, wenn Männer etwas von ihnen wollen…

Mich hat die Tatsache, dass hier immer wieder Misogynie in den Text gemischt war enorm gestört. Aber – und das muss man auch sagen – es ist nicht so, als ob der gesamte Text voll damit ist. Ich persönlich habe vier Stellen im Buch gefunden, an denen solche wirklich deutlichen Äußerungen vorkamen. Das heißt nicht, dass ich diese Stellen entschuldigen will, aber ich möchte es gerne in Perspektive setzen.

Erste Seite aus "City of Bones"

Die Behauptung, dass Clary ein langweiliger Charakter ist, kann ich jedenfalls nicht wirklich unterstützen. Sicher, Clary ist auch kein übermäßig spannender Charakter – sie ist einfach eine typische 15-Jährige – aber sie ist eben auch keine leere Leinwand. Immer wieder im Buch beweist sie, dass sie etwa mutig ist. Ihre Sicht als Künstlerin wird auch regelmäßig betont, wenn erzählt wird, wie sie überlegt, in welchem Stil sie verschiedene Charaktere malen würde. Dazu handelt sie nicht dumm, nur um dumm zu handeln. In Situationen, in denen ihr Handeln nicht besonders klug ist, gibt es dafür auch Gründe, die in ihrer Persönlichkeit begründet sind. Als sie beispielsweise zurück in die Wohnung läuft, obwohl ihre Mutter sie davor warnt, ist sie besorgt um ihre Mutter. Zudem ist sie, wie bereits gesagt, mutig genug, um es alleine zu versuchen.

 Der Erzählstil des Buches war meiner Meinung nach erstaunlich gut. Mehrfach gab es leichte Andeutungen auf spätere Vorkommnisse und der Humor war teilweise sogar witzig, obwohl ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Die Informationen werden zwar teilweise etwas ungelenk gegeben (wie etwa in der bekannten Szene, in der Jace einem Dämonen erklärt, was Dämonen sind… S.20), aber auch das hält sich meiner Meinung nach in Grenzen.

Handlungsmäßig passierte jedenfalls deutlich mehr, als ich in Erinnerung hatte. Ich war zum Beispiel sicher, dass Simon erst im zweiten Buch in eine Ratte verwandelt und von Vampiren entführt wurde. Ich bin jetzt jedenfalls gespannt, wieviel Erinnerung beim Lesen des zweiten Bandes zurückkommt.

Fazit:

Auch wenn mich „City of Bones“ nicht mehr so sehr begeistern konnte, wie früher, war es dennoch ein Buch, das ich gerne wieder gelesen habe. Wie sehr das an der Nostalgie lag, kann ich allerdings nicht sicher sagen.

Erzählt mir doch gerne von euren Gedanken zum Buch. Habt ihr einige Dinge ähnlich wahrgenommen, wie ich, oder seid ihr anderer Meinung? Schreibt es doch gerne hier in die Kommentare oder unter den jeweiligen Post auf den sozialen Medien!


Und zum Schluss, obwohl es keine Rezension ist:

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

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2 Kommentare

  1. […] wie im Fall des ersten Buches, „City of Bones“ hat mich die Nostalgie auch hier wieder gepackt. Nach so vielen Jahren erneut zu lesen, was […]

  2. […] fantastische Elemente vor. Prominente Beispiele in diesem Bereich sind etwa „Twilight“ und die Schattenjäger-Chroniken. Die Autorinnen sprachen danach noch mit den Zuschauern darüber, in welche Genres sich gewisse […]

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