Cover "Children of Blood and Bone"
Fantasy High Fantasy Lesetipp

Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Rezension zu „Children of Blood and Bone – Goldener Zorn” von Tomi Adeyemi

Meine Bewertung:

4 1/2 Sterne von 5
Cover Children of Blood and Bone

Details:
Titel: Children of Blood and Bone – Goldener Zorn
Originaltitel: Children of Blood and Bone
Reihe: Legacy of Orïsha Band 1
Autorin: Tomi Adevemi
Verlag: Fischer FJB
Seiten: 624
Kauflink: Amazon
Preis: 18,99 € (D) Hardcover; 14,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt…“

Klappentext Children of Blood and Bone
Zitat:

„Das seltsame Gefühl vibriert unter meiner Haut, fremd und gleichzeitig vertraut. Es rumort tief in mir, wärmt mich von innen. Es pocht wie ein Herzschlag, pulsiert wie… Wie Ashê?“ – Zélie

Meine Meinung:

Die Geschichte:

Zélie ist die Tochter einer mächtigen Seelenfängerin. Sie erinnert sich noch an die Magie ihrer Mutter und anderer. Doch eines Nachts versiegt die Magie scheinbar grundlos und die Soldaten des Königs bringen alle Magier des Landes um. Ihre Kinder, die Divînés, erkennbar an ihren weißen Haaren, werden am Leben gelassen, da die Magie in ihnen noch nicht erwacht ist. Zélie wächst in einer Welt auf, in der sie als „Made“ gilt. Als sie jedoch zufällig die Prinzessin des Landes und mit ihr eine geheime Schriftrolle rettet, hat sie eine Chance, die Magie wieder in die Welt zurückzubringen.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Zum einen aus Zélies, dann aus der der Prinzessin Amarie und aus der des Kronprinzen Inan. Während Zélie, ihr Bruder Tzain und Amarie unterwegs sind, um die Magie zurückzubringen, werden sie von Inan verfolgt. In ihm ist ebenfalls Magie erwacht, die er verzweifelt versucht, zu unterdrücken.

Der Anfang des Buches ist zwar spannend, aber auch etwas verwirrend. Oft werden Worte in einer anderen Sprache verwendet, dabei aber selten erklärt. Man muss aus dem Kontext erschließen, was gemeint ist*. Die Reise der Charaktere zieht sich meiner Meinung nach teilweise etwas. Vor allem der Mittelteil des Buches fühlt sich unnötig in die Länge gezogen an. Hier hätte vieles entweder kondensiert, oder komplett ausgelassen werden können.

Das Worldbuilding des Buches ist phänomenal. Die Fantasywelt ist an afrikanische Mythen angelehnt. Auch wenn ich wenig Ahnung von diesen habe, wurde ich direkt in die Welt hineingezogen. Sie hat sich lebendig und dynamisch angefühlt.

Obwohl es sich um ein Fantasybuch handelt gibt es starke Parallelen zur realen Unterdrückung von People of Colour. Die Autorin schrieb das Buch als Antwort auf Polizeigewalt in Amerika. Interessant im Buch ist die verschiedene Reaktion der Charaktere auf Unterdrückung und Gewalt, besonders im Falle von Personen einer anderen Klasse, die es zwar gut meinen, aber nicht wirklich verstehen können.

Das Ende des Buches ist extrem emotional und spannend. Nachdem der Mittelteil sich wie gesagt etwas zog war dies eine große Überraschung für mich und hat meine Bewertung definitiv etwas verbessert. Es gibt einen Cliffhanger, der große Lust auf mehr macht!

Children of Blood and Bone ohne Schutzumschlag

Die Charaktere:

Durch die verschiedenen Perspektiven lernt man die Charaktere sehr gut kennen, sowohl aus ihrer eigenen, als auch aus der Sicht von anderen. Vor allem die Darstellung von Traumata finde ich im Buch sehr gut gelungen.

Was mir leider viel zu kurz kam war die Beziehung der Charaktere zueinander, spezifisch im romantischen Kontext. Keine der Beziehungen schien sich organisch zu entwickeln, sondern immer sprunghaft. So werden dann in Sekunden aus Feinden Liebende. Hier wäre deutlich mehr Entwicklung nötig gewesen.

Kapitelanfang im Buch Children of Blood and Bone

Fazit:

„Children of Blood and Bone – Goldener Zorn” zeichnet sich durch eine überzeugende Fantasywelt aus, welche Probleme unserer realen Welt aufzeigt. Die Charaktere sind glaubhaft und auch wenn der Mittelteil sich etwas zieht, ist das Ende emotional und spannend. Ich kann dieses Buch definitiv weiterempfehlen!



*Mir ist bewusst, dass es um dieses Thema allgemein eine Debatte gibt und ich habe diesen Punkt daher bewusst nicht in meine Gesamtbewertung miteinbezogen. Dennoch wollte ich ihn erwähnen, da er für mich subjektiv in diesem Fall eher störend für meinen Lesefluss war. Als Ressourcen für die derzeitige Debatte empfehle ich das Video „Book CommuniTEA Tuesday: What is the explanatory comma & why are the whites mad about classics?” von Jess Owens und den von ihr genannten Podcast „Code Switch“.

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1 Kommentar

  1. […] Buch des Jahres. Mittlerweile frage ich mich jedoch, ob dies ähnliche Gründe hatte, wie bei „Children of Blood and Bone“. Bereits der zweite Band der letzten Dilogie konnte mich schon nicht mehr wirklich begeistern […]

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