Cover "Böse Seele"
Krimi Thriller

Böse Seele

Rezension zu „Böse Seele“ von Ariana Lambert

Meine Bewertung:
3 Sterne von 5

Details:
Titel: Böse Seele
Autorin: Ariana Lambert
Verlag: Empire-Verlag
Seiten: 248
Kauflink: Amazon
Preis: 12,99 € (D) Taschenbuch; 0,99 € (D) E-Book

Klappentext:

„Ein Mann verblutet auf einem Feld vor den Toren Berlins. Er stirbt, weil ihm sein Mörder das Geschlechtsteil abgeschnitten und in den Rachen geschoben hat. Er wird nicht die einzige Leiche bleiben. Die Spuren führen zu Kommissar Martyn Becker, einem erfahrenen Ermittler, der sich selbst seinem Vorgesetzten in den Weg stellt, um einen Fall zu lösen. Seine Kollegin Milla Rostow ist davon überzeugt, dass Martyn etwas vor ihr verbirgt. Hat er etwas mit den Toten zu tun? Ist es Zufall, dass sein Vater – ein verurteilter Serienmörder – die Methoden des Täters zu kennen scheint? Trotz ihrer Zweifel steht Milla ihm loyal zur Seite. Doch dann taucht eine mysteriöse Frau auf, die alles auf den Kopf stellt.
Wer ist diese mysteriöse Frau? Was hat Martyn mit all dem zu tun? Und können er und Milla das tödliche Spiel beenden?“

Klappentext "Böse Seele": Text ausgeschrieben siehe über diesem Bild
Zitat:

„Die beiden Liebenden hielten sich an den Händen und schauten mit Genugtuung auf den vor ihnen auf dem Boden sitzenden Mann, dessen Blut sich auf den Fliesen verteilte. Er war tot. Ganz sicher.“

Meine Meinung:

Der erfahrene Ermittler Martyn Becker erhält einen Fall, in dessen Verlauf mehrere Menschen mit einem Skalpell umgebracht wurden. Sein Vater, ein verurteilter Mörder, der im Gefängnis sitzt, scheint etwas über das Verbrechen zu wissen. Seine Kollegin Milla ist sich sicher, dass Martyn etwas vor ihr verbirgt.

Das Buch beginnt mit einem anderen Mordfall, der für die Hauptgeschichte nicht wirklich wichtig ist, außer, um die Charaktere vorzustellen. Das wäre auch gar kein Problem, wenn diese nicht das gesamte Buch hinweg wieder und wieder von diesem Fall sprechen, der nichts mit dem restlichen Buch zu tun hat. Zudem ist die Vorstellung der Charaktere sehr expositionslastig. Ständig gibt es zwischendurch Einschübe, in denen ihre Beziehung zueinander und ihre Vergangenheit erklärt wird. Statt den Leser diese Dinge erleben zu lassen bekommt man einfach gesagt, wie die Charaktere so sind. Teilweise erlebt man in ihrem Verhalten nichts davon, was das ganze umso störender macht.

Ebenso viel Exposition bekommt man in den oft sehr gestelzt klingenden Konversationen der Charaktere. Da erzählen sich die langjährigen Kommissare absolute Grundlagen ihrer Arbeit, nur damit der Zuschauer das erfährt. Und spätestens, wenn ein Charakter dann ausruft: „Du meinst Charlotte … deine Mutter … die nette Frau, die in diesem atemberaubenden Schloss in Grunewald wohnt … diese Frau ist nicht deine Mutter? […]“ ist für mich die Grenze überschritten, bis zu der ich eine Konversation noch für glaubhaft halten kann. Auf diese Weise funktionieren aber viele der Gespräche. Es werden einfach Informationen in den Raum geworfen, die beide Charaktere wissen, nur damit der Leser diese erhält.

Die Handlung selbst ist relativ interessant und hat am Ende ein paar Plottwists, die ich nicht habe kommen sehen. Ich denke Thrillerfans werden da durchaus auf ihre Kosten kommen. Obwohl man durch den ständigen Wechsel der Perspektiven als Leser mehr Informationen hat als die Ermittler, habe ich mich dadurch nicht gelangweilt. Im Gegenteil, die Autorin schafft es trotzdem, dass man vieles erst zum Schluss vollständig durchblickt. Für mich persönlich war das Ende allerdings viel zu schnell abgehandelt und es gab erneut viele Informationen einfach dadurch, dass ein Charakter sie auf nicht ganz glaubhafte Weise im Gespräch gibt.

Für mich war leider ein weiteres Problem der Sexismus im Buch. Alle Frauen hassen sich gegenseitig und es gibt lange Abschnitte darüber, wie sie sich gegenseitig abwerten. Frauen werden regelmäßig in normalen Konversationen von allen möglichen Charakteren als Schlampe oder Tussi bezeichnet. Das scheint einfach als ganz normaler Ausdruck angesehen zu werden. Männer in diesem Buch werden nicht unnötig mit sexuell aufgeladenen Begriffen bezeichnet.

Zuletzt war ich etwas enttäuscht, dass das Zitat von Sartre, mit dem dieses Buch überall beworben wird („Die Hölle, das sind die anderen.“) absolut nichts mit dem Text zu tun hat. Dies ist nicht in meine Bewertung eingeflossen, da das Zitat im Buch selbst auch keine Rolle spielt, allerdings hat es mich doch enttäuscht, denn dies war der Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam geworden bin.

Fazit:

Trotz eines interessanten Plottwists und einer ganz interessanten Geschichte konnte mich dieses Buch letztlich nicht überzeugen. Vor allem wie dem Leser Informationen gegeben wurden, hat mich sehr gestört.

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