Im April gab es auf diesem Blog eine gute Mischung aus Fantasy, Sci-fi, Zeitgenössischer Literatur und sogar Poesie. Zwischen vielen guten und sehr guten Büchern befanden sich leider auch einige, die ich nicht wirklich weiterempfehlen konnte.
1) Cinderella ist tot
Die junge Sophia muss sich auf ihren ersten königlichen Ball vorbereiten, welcher abgehalten wird, seit Cinderella vor 200 Jahren ihren Traumprinzen auf einem fand. Doch Frauen werden hier als Ware gesehen und die Geschichte nur genutzt, um sie gefügig zu machen. Sophia will allerdings nicht heiraten, schon gar keinen Mann und überlegt, wie sie mit ihrer großen Liebe Erin zusammen sein kann. Doch dann widersetzt sie sich auf dem Ball offen dem König und muss fliehen.
„Cinderella ist tot“ wurde allgemein sehr gehyped und ich hatte mich auf diese feministische Neuerzählung des klassischen Märchens gefreut. Leider war die Umsetzung eher enttäuschend und statt einer guten Auseinandersetzung gab es hier viele dumme und grausame Männer und zwei junge Frauen, die impulsiv und nur mit einem Dolch bewaffnet, das gesamte System kippen wollen.
2) Im Namen des Wolfes
Sir Konrad Vonvalt ist einer der kaiserlichen Richter, die mit Zauberkräften und der Befugnis des Kaisers ausgestattet im Reich für Recht und Ordnung sorgen. Gemeinsam mit der Schreiberin Helena und dem Vollstrecker Bressinger untersucht er den Mord an einer Adeligen, den sich scheinbar niemand erklären kann. Doch dabei kommen sie auch einer Verschwörung auf die Spur, die die Stabilität des gesamten Reiches stark beeinträchtigen könnte.
Bei „Im Namen des Wolfes“ hatte ich mich auf eine frische Umsetzung von typischen Fantasytropes gefreut. Tatsächlich bekommen habe ich das leider eher nicht. Stattdessen war die Geschichte durch die Wahl der Erzählerin eher langweilig, fügte sich nicht richtig zu einem Ganzen zusammen und bot mir dann noch einigen Sexismus.
3) Wild Fire Flies
In diesem Lyrikband findet sich eine ausgewählte Sammlung an Gedichten über (Selbst-)Liebe, Selbstfindung, psychische Erkrankungen und Hoffnung. Während einige lang und ausführlich sind, sind andere nur wenige Sätze lang. Und während einige traurig stimmen, so bieten andere einen Hoffnungsschimmer an.
Normalerweise lese ich selten Poesie, daher kann ich dieses Buch mit wenig vergleichen. Dennoch kann ich von meiner Seite aus nur sagen, dass ich die Zusammenstellung der Gedichte sehr schön und berührend fand.
4) Held aller Zeiten
Auch wenn Elants Herrschaft über die Hauptstadt gefestigt ist, gibt es noch viele Rebellen im Land, die ihn nicht als König anerkennen. Doch um die Welt vor einer schrecklichen Gefahr zu retten, müssen alle Menschen zusammenarbeiten. Vin, Elant und ihr Team versuchen, die Notizen des toten Obersten Herrschers zusammenzutragen und dadurch einen Weg zu finden, das Unheil abzuwenden. Doch sowohl die Rebellen als auch ein mächtiges Wesen versuchen, sie davon abzuhalten.
Der letzte Band der Nebelgeborenen-Reihe beendete diese mit einem Knall. Auch wenn die Geschichte selbst von allen dreien am schwächsten war, so hat mich das Finale doch am meisten begeistern können.
5) Mindset
Maximilian Krach coacht andere Männer dabei, das zu erreichen, was er erreicht hat: Wohlstand und Ansehen. Während eines seiner Seminare in einem kleinen Seminarraum mitten in Ostwestfalen, stößt Mirko als neuer Teilnehmer dazu. Der gelernte ITler hadert mit seinem mittelmäßigen Leben und möchte gerne, wie Maximilian es ausdrückt, ein Wolf werden. Doch ist es wirklich so einfach reich und erfolgreich zu werden? Muss man wirklich nur sein Mindset ändern?
An ”Mindset” bin ich selbst mit dem falschen Mindset herangegangen. Erwartet hatte ich einfach etwas stärkere Satire, oder eine klarere Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Buch war dagegen zwar sehr unterhaltsam, bot aber nicht das erwartete. Insgesamt war dies ein humorvolles Debüt, welches von kleineren Überarbeitungen noch profitiert hätte.
6) The Red Scholar’s Wake
Xích Si wurde von Piraten der „Red Banner“ Flotte gefangen genommen. Sie glaubt, sterben zu müssen, doch da bietet ihr Rice Fish, das empfindungsfähige Schiff der Piratenflotte, einen Deal an: Sie wird Xích Si beschützen, dafür soll diese herausfinden, wer die vorherige Anführerin der Piraten verraten und getötet hat. Dafür müssen die beiden jedoch heiraten. Doch obwohl Xích Si sich einredet, dass dies nur eine geschäftliche Beziehung ist, kann sie die Gefühle, die Rice Fish in ihr auslöst nicht leugnen.
Ich wollte dieses Buch so sehr lieben, da es einfach so viele Tropes beinhaltet, die mir sehr gefallen. Leider konnte mich die Umsetzung einfach nicht überzeugen. Besonders das Worldbuilding und die Beziehung der Protagonistinnen blieb leider einfach zu flach für meinen Geschmack.
7) Nemesis Spiele
Das alte Machtgefüge des Sonnensystems ist dabei zusammenzubrechen. Auf der einen Seite gibt es Terroranschläge und ein Krieg droht, auf der anderen Seite stehen tausende Tore in neue Systeme und viele Menschen machen sich auf, ihr Glück woanders zu suchen. Zwischen all dem steht die Crew der Rosinante, die an verschiedenen Stellen im Sonnensystem versuchen müssen, sich selbst und das Schicksal der Menschheit zu retten.
Auch der fünfte Band der Expanse-Reihe konnte mich wieder überzeugen. Die Crew der Rosinante war in diesem Fall getrennt voneinander und so erhielten wir endlich Kapitel aus der Sicht von ihnen allen, was die Charakterentwicklung endlich einmal deutlich vorangebracht hat.
8) Promise Boys
Die Promise Prep Schule folgt der strengen Methode des Rektors Kenneth Moore. Die Jungen müssen sich an viele Regeln halten und es ist ihnen kaum gestattet, untereinander soziale Kontakte zu pflegen. Das Versprechen, das sie dafür bekommen ist, dass sie aus der Armut ihrer Wohngegend entfliehen können. Für die ärmsten zahlt die Schule sogar die Kosten für das College. Doch dann wird Moore tot aufgefunden und drei Schüler scheinen die Hauptverdächtigen zu sein: J.B., der mit blutigen Händen am Tatort gesehen wurde, Ramón, dessen Cousin durch den Rektor festgenommen wurde und Trey, dem Moore die vielleicht einzige Chance auf ein Basketballstipendium genommen hat. Alle drei versuchen, den wahren Mörder zu finden, doch ist es wirklich jemand anderes?
Dieser Jugendthriller hat mich von der ersten Seite an gepackt und geschickt zum miträtseln animiert. Auch wenn mich das Ende nicht völlig überzeugen konnte, war der zusätzliche Kommentar zu sozialen Missständen sehr gut in die Geschichte integriert.
9) Welch grausames Ende
Nach den Ereignissen im ersten Band, sind Roma und Juliette verfeindet. Sie kann es sich nicht leisten, ihre Gefühle zuzulassen, da ihr Cousin sonst die Macht an sich reißen und Roma töten wird. Dieser dagegen kann ihr nicht vergeben, was sie getan hat. Während in Shanghai eine Revolution beginnt und Monster durch die Straßen streifen, sind Roma und Juliette trotz allem gezwungen, zusammenzuarbeiten.
Auch der zweite Band dieser Dilogie hat mir gut gefallen und konnte die Reihe würdig abschließen. Ich hätte mir bloß etwas mehr Fokus auf den geschichtlichen und kulturellen Hintergrund gewünscht, da sich die Revolution meist eher wie eine Kulisse und nicht wie ein Teil der Geschichte anfühlte.











