Cover Before the Coffee gets cold
Englisches Buch Magical Realism Zeitgenössisch

Bevor der Kaffee kalt wird

Rezension zu „Bevor der Kaffee kalt wird“ von Toshikazu Kawaguchi

Meine Bewertung:
3 Sterne von 5

Details:
Titel: Bevor der Kaffee kalt wird
Originaltitel: コーヒーが冷めないうちに
Reihe: Before the Coffee Gets Cold Band 1
Autor: Toshikazu Kawaguchi
Übersetzung: Sabine Thiele
Verlag: Knaur
Seiten: 240
Kauflink: Amazon
Preis: 12,00 € (D) Taschenbuch; 3,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Was wäre, wenn du in die Vergangenheit reisen könntest? “Bevor der Kaffee kalt wird” erzählt die Geschichte von einem magischen Sessel in einem sehr besonderen Café in Japan. Wer sich in diesen Sessel setzt, darf in die Vergangenheit zurückreisen, aber nur solange, bis “der Kaffee kalt wird”. Das Café trägt den Namen “Funiculi Funicula” und zieht viele Menschen unwillkürlich an, weil sie das Bedürfnis verspüren, die Vergangenheit noch einmal zu durchleben… Würdest auch du eine solche Zeitreise unternehmen wollen?
Im Stil von Das Café am Rande der Welt erzählt der Dramatiker Toshikazu Kawaguchi vier mitreißende Geschichten von Menschen, die in die Vergangenheit gereist sind. Ihre Motive waren unterschiedlich, doch die gelernte Lektion dieselbe. Egal ob Versöhnung, Vergebung oder neue Hoffnung – das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

Meine Meinung:

In vier miteinander verwobenen Kurzgeschichten geht es hier um ein besonderes Café. Einmal am Tag kann sich eine Person in einen besonderen Sessel setzen und die Vergangenheit besuchen. Die Person muss jedoch den Kaffee austrinken, bevor er kalt wird. So kommen die verschiedensten Personen in das Café und alle wollen jemanden noch einmal wiedersehen.

Ich habe wirklich sehr gemischte Gefühle zu diesem Buch. Zunächst einmal muss ich sagen, dass sich der Schreibstil nicht besonders angenehm lesen ließ. Ich habe hier die englische, statt der deutschen Übersetzung gelesen, kann also nicht beurteilen, ob diese besser ist. Im englischen wirkt der Schreibstil jedoch sehr abgehakt. Generell gab es auch viele Wiederholungen im Text, die vermutlich nicht an der Übersetzung lagen. Dies hat mich auf Dauer leider auch eher gestört.

Die Geschichte wird ziemlich unemotional und sachlich-nüchtern erzählt. Charaktere werden etwa stärker darüber beschrieben, welche Kleidung sie tragen, als über Eigenschaften. Das hat dazu geführt, dass ich diese kaum auseinanderhalten konnte. Bis zum Ende des Buches war ich etwa nicht sicher, wie viele Charaktere eigentlich im Café gearbeitet haben, weil sie sich alle so ähnlich waren.

Dennoch war das Setting einfach extrem charmant. Das kleine japanische Café, mit der veralteten Einrichtung, in das sich Leute oft eher aus Versehen verirren und in dem ständig ein Geist sitzt, hat es mir einfach angetan. Und auch wenn Zeitreisen, um verlorene geliebte Menschen wiederzusehen, sicher kein neues Konzept ist, wirkte es hier doch irgendwie neu und anders.

Dazu beigetragen haben sicher die vielen merkwürdigen Regeln, welche hier zum Zeitreisen gehören. Auch wenn diese in einem so kurzen Buch sicher nicht so oft hätten wiederholt werden müssen, fand ich diese doch charmant und fast ein bisschen lustig.

Schön war auch, wie der Autor die vier Kurzgeschichten hier verflochten hat. Auch wenn dies sehr klar vier verschiedene Geschichten waren, die für sich allein hätten stehen können, wirkten sie als Ganzes doch harmonisch.

Was mir leider so gar nicht gefallen hat war, dass in jeder der vier Geschichten jeweils eine Frau alle Opfer für die jeweilige Beziehung bringen musste. Insbesondere in der ersten und letzten Geschichte war dies für mich sehr deutlich und unangenehm. Hier wurde die richtige Entscheidung für die Frauen immer so dargestellt, dass sie ihre eigene Karriere oder sogar ihr Leben für Familie oder männliche Partner opfern sollten.

Fazit:

„Bevor der Kaffee kalt wird“ ist eine schöne Geschichte in einem charmanten Setting, welche leider darunter leidet, dass in jeder Geschichte Frauen alle Opfer bringen müssen. Zudem wird wenig zwischen den Charakteren differenziert, wodurch diese zu einer einheitlichen Masse verkommen.

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