Rezension zu „Armistice – Schweigen der Waffen“ von Lara Elena Donnelly
Dies ist der zweite Band einer Reihe. Meine Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil.
Hier geht es zu meiner Rezension zu „Amberlough – Stadt der Sünde“ (Band 1).
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Armistice – Schweigen der Waffen
Originaltitel: Armistice
Reihe: The Amberlough Dossier; Band 2 von 3
Autorin: Lara Elena Donnelly
Übersetzung: Roswitha Giesen
Verlag: Cross Cult
Seiten: 564
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
In einem tropischen Land, in dem hinter den Kulissen der glamourösen Filmindustrie dunkle politische Machenschaften lauern, manövrieren drei Menschen durch das gefährliche Spiel der Spionage: Lillian, eine widerwillige Diplomatin im Dienste einer faschistischen Nation, Aristide, ein ausländischer Filmregisseur, der vor einer verlorenen Liebe und einer kriminellen Vergangenheit davonläuft – und Cordelia, eine einstige Kabarett-Stripperin, die sich in eine legendäre Revolutionärin verwandelt hat. Alle drei verfügen über gefährliches Wissen, das ganze Nationen auf den Kopf stellen könnte. Alles scheint auf eine internationale Revolte zuzurasen – und nur die wahrhaft Gerissenen werden gerüstet sein für das, was als Nächstes auf sie zukommt!

Meine Meinung:
„Armistice – Schweigen der Waffen“ wurde mir freundlicherweise von Cross Cult als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Nachdem er aus Amberlough fliehen musste, hat Aristide einen Platz beim Film gefunden. In den Tropen führt er ein Leben im Luxus, das jedoch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass er vor seiner Vergangenheit davonläuft. Seine ehemalige Kollegin Cordelia hat sich einen Ruf als Revolutionärin gemacht und versucht nun, unterzutauchen. Gleichzeitig wird die Diplomatin Lillian von dem faschistischen Regime, vor welchem die beiden fliehen mussten, erpresst und sieht sich gezwungen, ihr Wissen für dieses einzusetzen. Als sich die Situation zuspitzt, stehen diese drei im Mittelpunkt eines gefährlichen Plans.
Im ersten Band war ich insbesondere von den Charakteren und ihrer Echtheit beeindruckt. Ich habe damals mit jedem Einzelnen mitgefiebert und hatte das Gefühl, sie alle genau zu kennen. Dieser Band beginnt jedoch zwei Jahre nach dem letzten Teil und Aristide und Cordelia haben sich als Menschen scheinbar stark verändert. Diese Veränderung wird zwar sinnvoll erläutert, aber ich muss gestehen, dass dies dazu geführt hat, dass ich beim Einstieg in das Buch ein wenig gebraucht habe, um mich wirklich wieder zurechtzufinden.
Dies hielt allerdings nur kurz an. Als ich die beiden und den neuen Charakter, Lillian, erneut kennenlernen durfte, ging es mir genau wie in „Amberlough“: Ich hatte das Gefühl, hier absolut realen Personen zuzuschauen, die zwar nicht immer ganz rational handelten, aber dennoch immer passend zu ihrem Charakter. Insbesondere die Dialoge waren wieder absolut brillant. Niemand weiß, wie weit er den anderen vertrauen kann und das sorgt für große Spannung.
Das Buch überzeugt auch insbesondere durch die Intrigen und den Versuch der Charaktere, ihre Pläne durchzuführen. Es gibt in diesem Band sehr wenig Action, noch weniger als im letzten Teil, dennoch war ich durchgehend hochgespannt, wie es weitergehen würde.
Woran es im Buch leider etwas hapert, ist die Politik und das Worldbuilding. Die meisten Orte, an denen die Geschichte diesmal spielt, sind nicht auf einer Karte dargestellt und auch im Text gibt es wenig Bezugspunkte, wenn diese genannt werden. Es gibt auch kaum Beschreibungen der Gegenden, wodurch ich nie das Gefühl hatte, mir vorstellen zu können, wo sich die Charaktere eigentlich aufhalten. Über die internationale Politik habe ich völlig den Überblick verloren – was insbesondere schade ist, da diese ein wichtiger Punkt für die Reihe ist.
Für mich war „Armistice – Schweigen der Waffen“ ein interessanter Abstecher, der zwar nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten konnte, aber dennoch Lust darauf gemacht hat, nun bald das Finale zu lesen!

Fazit:
„Armistice – Schweigen der Waffen“ kann wieder durch großartige, echte Charaktere punkten und auch wenn wenig Action passiert, ist die Spannung durchgehend spürbar. Ein wenig mehr hätte ich mir allerdings im Bereich des Worldbuilding gewünscht.

