Cover "Never Doubt" (E-Book)
Drama Love

Never Doubt

Rezension zu „Never Doubt“ von Emma Scott

Meine Bewertung:

2 Sterne
Cover "Never Doubt"

Details:
Titel: Never Doubt
Originaltitel: In Harmony
Autorin: Emma Scott
Verlag: Lyx
Seiten: 496
Kauflink: Amazon
Preis: 12,90 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Für das, was vor einem Jahr geschah, hat Willow keine Worte. Erst als sie die Rolle der Ophelia am städtischen Theater bekommt, sieht sie eine Chance, ihren Schmerz mit den Zeilen Shakespeares in die Welt zu schreien. Ihr Hamlet ist Isaac Pearce, der Bad Boy der Stadt. Instinktiv versteht Isaac ihren Hilferuf, und mit jeder Konfrontation der tragischen Liebenden auf der Bühne kommen Willow und Isaac sich näher. Doch um wieder wirklich zu leben, muss Willow ihre eigene Stimme finden…“

Zitat:

„Ich hatte nie im Leben eine religiöse Erfahrung gehabt, aber in diesem Moment hätte ich schwören können, dass das Licht, das auf ihn hinabstrahlte von den griechischen Göttern kam. Er war göttlich. Übernatürlich. Unantastbar.“ – Willow

Meine Meinung:

„Never Doubt“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Lyx Verlag und NetGalley bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Die Geschichte:

Die Geschichte des Buches ist tatsächlich schnell erzählt: Willow wurde vom reichen Sohn des Chefs ihres Vaters auf einer Party vergewaltigt. Sie hat Angst davor, etwas zu sagen und vernichtet alle Beweise. Sie selbst fällt in ein tiefes Loch und verliert jeglichen Lebenswillen. Wenige Monate später zieht die Familie nach Harmony, einen kleinen Ort im mittleren Westen, wo Willow Isaac trifft, der eine unglaubliche Anziehung auf sie ausübt. Sie beginnt mit dem Theaterspielen, um ihm nah zu sein (auch wenn sie auf beinahe jeder zweiten Seite betont, dass sie es nicht wegen ihm tut) und findet als Ophelia zum ersten Mal Worte, um ihren Schmerz zu beschreiben. Ihr Vater findet Isaac jedoch alles andere als toll, weshalb sie ihre Liebe geheim halten müssen.

Das Buch beginnt mit einer Widmung, an alle Frauen der „me too“ Bewegung und es gibt immer wieder Sätze, wie „Ich hörte mich meine Adresse stammeln, weil man das Mädchen seit Ewigkeiten so beibringt – sie sagen und tun Dinge, bei denen ihnen nicht wohl ist, nur um die Gefühle eines Mannes nicht zu verletzen.“. Nach außen hin setzt sich das Buch also für Frauenrechte ein und das fand ich super, jedoch sagte der Subtext etwas anderes.
Immer wieder hat Willow solche und ähnliche Erkenntnisse, wie etwa, dass auch die „Plastics“ der Schule sicher irgendwie verletzt wurden. Sie beschließt diesen objektifizierenden Namen zu unterlassen – nur um ihn wenige Seiten später wieder zu verwenden, wie gewohnt. Am Anfang heißt es, dass die Frauen in der Highschool des Ortes zusammenhalten würden, es dauert jedoch nur wenige Kapitel, bis die Autorin die ersten Zickenkriege beschreibt. Dazu kommen typische Geschlechterrollen, wie etwa, dass Willows Mutter oberflächlich ist und den ganzen Tag das Geld verprasst, was ihr Vater hart verdient hat. Vielleicht sollte mich das nicht stören, vielleicht sollte ich mich freuen, dass ein Buch zumindest wichtige Nachrichten enthält, auch wenn es diese mit seinem Subtext ins Absurde führt. Kleine Schritte… aber tatsächlich hätte ich mir hier mehr Bewusstsein von der Autorin gewünscht.

Mir hat die grundlegende Idee sehr gefallen, dass Willow durch Ophelias Worte zunächst eine Stimme findet, aber sie dann auch ihre eigene finden muss. Dies war auch gut und interessant umgesetzt. Zudem war das Buch auch sehr emotional. Allerdings war alles rundherum vorhersehbar, langweilig und teilweise zu lang. Vor allem im letzten Drittel hätte man meiner Meinung nach gute 50 Seiten rauskürzen können.

Auch wenn mir Aspekte der Geschichte gefielen, war das Buch insgesamt leider nichts für mich.

Die Charaktere:

Die Hauptcharaktere des Buches sind zwar sympathisch, aber auch extrem klischeebehaftet. Sowohl Willow als auch Isaac sehen natürlich unglaublich gut aus, beide könnten Models sein. Selbst als Willow sich nicht mehr um ihr Äußeres kümmert, wird sie immer noch als so attraktiv beschrieben, dass alle Männer etwas von ihr wollen. Genauso ist Isaac natürlich der Schulschwarm. Dann gibt es noch die beste Freundin, Angie, die lustig und etwas alternativ drauf ist, dabei aber eher mollig. Sie ist zusätzlich auch immer eine loyale Freundin und das, obwohl Willow sie eigentlich nur benutzt und für den Mann ihrer Träume versetzt (da das Buch aber aus Willows Perspektive geschrieben ist, wird das natürlich völlig ausgeblendet).

Die Liebesgeschichte zwischen Willow und Isaac war eher langweilig. Sie sehen sich, verlieben sich sofort und sind natürlich auch die Richtigen füreinander. Aber bevor sie das sein können, müssen sie die typischen Hindernisse des Genres überwinden.

Fazit:

Die Idee des Buches hat mir gut gefallen und auch die Umsetzung davon, dass Willow durch das Theater eine Stimme für ihren Schmerz findet, war meiner Meinung nach gut. Leider war mir der Rest des Buches zu Klischeehaft, sowohl in Bezug auf die Charaktere als auch auf die Liebesgeschichte, die sehr vorhersehbar war. Zudem hat es mich gestört, dass das Buch sich als feministisch präsentierte, es dann aber leider nur oberflächlich war.

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