Fantasy Love

Aschenkindel – Eine fantastische Enttäuschung

Rezension zu „Aschenkindel“ von Halo Summer

Meine Bewertung

Details:
Titel: Aschenkindel
Autor: Halo Summer
Seiten: 384
Kauflink: Amazon
Preis: 12,00 € (D) Taschenbuch; 3,99 € (D) E-Book
Erhältlich im Kindle Unlimited Abo

Worum geht es?

„Jedes Mädchen wäre dankbar, auf den Ball des Kronprinzen gehen zu dürfen. Schließlich will er sich dort eine Braut aussuchen. Doch Claerie Farnflee ist nicht wie andere Mädchen. Lieber bewohnt sie ein muffiges Turmzimmer, schuftet wie eine Dienstmagd und erträgt die Launen ihrer Stiefmutter, als sich an einen dahergelaufenen Prinzen zu ketten. So denkt sie – bis zu dem Tag, an dem sie im Verbotenen Wald einen Fremden trifft, der ihre Vorsätze ins Wanken bringt …“

Die grundlegende Geschichte ist unter dem Namen „Aschenputtel“ natürlich den meisten bekannt. Halo Summer ändert in dieser Adaptation allerdings einige der Elemente. So gibt es mehrere magische Wesen, welche eine Rolle spielen, allen voran Flugwürmer und Vampire. Auch wird die Welt politisch etwas ausgeschmückt, durch ein angrenzendes Kaiserreich, durch welches Annektierung droht. Oh, und der Prinz war mal ein sehr verwöhnter kleiner Junge, der sogar einen Wutanfall bekam, weil die Torte die falsche Farbe hatte. Auch das Ende weicht vom originalen Märchen ab.

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, dass ich bei dieser Märchenadaptation sehr zwiegespalten bin. Auf der einen Seite ist die Geschichte kreativ und fügt der Originalgeschichte sehr viele gute Ideen hinzu. Auf der anderen Seite gelingt diese Umsetzung leider überhaupt nicht.

Der Schreibstil:

Direkt von Anfang an bekommt man einen Haufen Informationen über die Welt mitgeteilt und das oft zu Zeitpunkten, an denen man weder in die Charaktere noch in die Handlung investiert ist. Teilweise sind diese Informationen auch für den weiteren Handlungsverlauf nicht wichtig, sondern einfach nur da. So gibt es mehrere Paragrafen über die im Wald lebenden Vampire, ihr Aussehen, ihre Herkunft, ihr Verhalten und ähnliches. Die Vampire selbst sind allerdings nur für die darauffolgende Szene wichtig und auch nur insofern, dass es ausgereicht hätte, zu wissen, dass sie existieren. Insgesamt wird vieles einfach erzählt und nicht durch die Handlung gezeigt, was schnell langweilig werden kann.

Die Charaktere:

Die Charaktere im Buch sind sehr unterschiedlich ausgeformt und oft nur oberflächlich beschrieben. Dabei handeln sie immer wieder außerhalb ihres Charakters, oder wir bekommen gar keine wirklichen Handlungen der Personen mit. Sie sind zwar anwesend, bleiben aber leblos und flach, wie eine Requisite. Nehmen wir als Beispiel Etzi, Claeries Stiefschwester. Was wir von ihr erfahren ist, dass sie „bei jeder Abendgesellschaft im Haus so peinlich blöde Vorträge [hält], dass bestimmt die ganze Stadt noch wochenlang darüber lästert […]“. Dieses Verhalten zeigt sie im Buch allerdings nicht einmal. Der Kronprinz handelt sogar mehrfach völlig gegensätzlich zu den Charakterzügen, welche ihm zugeschrieben wurden.

Besonders ärgerlich empfand ich alle diese charakterlichen Defizite, wenn es um Yspér, den geheimnisvollen Fremden, ging. Dieser wurde kaum beschrieben, kam kaum vor und es wurden keine charakterlichen Beziehungen aufgebaut. So war die gesamte Liebesgeschichte um ihn herum vollkommen unglaubwürdig und überzogen.

Die Geschichte:

Wie bereits gesagt finden sich in dieser Aschenputtel Adaptation einige wirklich sehr kreative neue Elemente, während die wichtigen Teile des Märchens in dazu passender Weise vorhanden sind. Gerade in der ersten Hälfte des Buches hatte ich immer wieder Freude daran, zu sehen, was als nächstes passieren würde. Je weiter die Geschichte jedoch fortschreitet, umso überladener wird sie davon. Plötzlich sind da eine Dreiecksbeziehung, politische Intrigen, Krieg, für die Geschichte unwichtige Konflikte zwischen den Charakteren… die einzelnen Elemente erhalten nicht genug Zeit, um vernünftig erzählt zu werden. Stattdessen wird man von immer neuen Konflikten erschlagen. Und deren Lösung geschieht meistens nur nebenher und sorgt dafür, dass nichts in dieser Geschichte mehr wichtig erscheint.

Fazit:

„Aschenkindel“ hat eigentlich eine Menge Potential, dieses wurde aber leider überhaupt nicht ausgeschöpft. Die Handlung ist schlecht erzählt und überladen und die Charaktere flach.  Für mich persönlich handelte es sich bei diesem Buch um eine große Enttäuschung.

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