Cover "Castle Rose"
Fantasy Lesetipp Steampunk

Castle Rose

Rezension zu „Castle Rose: Das schlafende Schloss“ von Jasmin Jülicher

Meine Bewertung:

4 1/2 Sterne

Details:
Titel: Castle Rose: Das schlafende Schloss
Autorin: Jasmin Jülicher
Seiten: 246
Kauflink: Amazon
Preis: 11,90 € (D) Taschenbuch; 4,99  € (D) E-Book
Erhältlich im Kindle Unlimited Abo

Worum geht es?

„Seit mehr als einem Jahrzehnt schlafen alle Menschen im mit Rosenranken überwucherten Castle Rose. Sie sind Opfer des Aethers, einer Substanz, die jeden in einen ewigen Schlaf fallen lässt, der sie berührt.
Auch Juliannas Vater ist ein Sleeper, ihre Mutter wird seit Jahren vermisst. Ganz allein kämpft sie darum, sich und ihren Bruder mit kleinen und größeren Diebstählen über Wasser zu halten. Doch dann erkrankt ihr Bruder tödlich und Heilung verspricht nur eine teure Behandlung.
Um ihn zu retten, bricht Julianna in Castle Rose ein und stiehlt die Schätze des Schlosses. Doch als sie versehentlich den schlafenden Prinzen berührt, erwacht er…“

Klappentext "Castle Rose"

Zitat:

„Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so enden würde. Ich dachte da eher an den Aether, vielleicht eine aus dem Ruder gelaufene Maschine. Oder das Gefängnis von Tales End. Aber nicht an das Schlafzimmer des Kronprinzen.“ – Julianna

Meine Meinung:

„Castle Rose: Das schlafende Schloss“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Jasmin Jülicher bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Im Vorfeld der Veröffentlichung habe ich ein Interview mit der Autorin geführt. Dieses kann hier gelesen werden.

Die Geschichte:

Das Buch ist eine Märchenadaption zu Dornröschen. Jedoch ist es hier der Prinz, der von einer Diebin aufgeweckt wird.

Julianna und ihr Bruder Jake sind Vollwaisen – zumindest in der Theorie. Ihre Mutter ist vor Jahren verschwunden und ihr Vater ist ein Sleeper. Menschen werden zu Sleepern, wenn sie mit dem mysteriösen Aether, welcher als Energiequelle genutzt wird, in Berührung kommen. Sie fallen dann in einen sehr langen Schlaf, in welchem ihr Körper perfekt konserviert wird.

Julianna arbeitet in einer Fabrik und Jake als Butler bei reichen Menschen, trotzdem reicht das Geld einfach nicht aus und so stiehlt Julianna heimlich Dinge, die sie später auf dem Markt unter der Hand verkauft. So kommen sie halbwegs über die Runden, bis Julianna plötzlich den Ehering ihrer Mutter bei einem Händler findet. Als sie versucht, herauszufinden, wo dieser herkommt, trifft sie auf Phoebe, die behauptet, ihn in Castle Rose, dem alten Schloss, in welchem die Königsfamilie schläft, gefunden zu haben…

Die Geschichte von „Castle Rose“ hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Das Erzähltempo passte gut zu der märchenhaften Erzählung des Buches. Die Autorin nimmt sich immer genug Zeit, um auch nötige Hintergrundinformationen zu geben und diese werden aber auch nie zu viel. Hinzu kommt das Steampunk Setting, welches mir besonders gut gefallen hat!

Der beste Teil der Geschichte ist meiner Meinung nach der, als Julianna und Phoebe das Schloss durchsuchen. Alle Bewohner sind Sleeper, so dass es völlig still ist und an verschiedenen Stellen liegen einfach Menschen auf dem Boden. So muss sich der Prinz in Dornröschen gefühlt haben, als er durch die Dornenhecke ins Schloss kam.

Mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte ist das Ende, welches meiner Meinung nach etwas sehr gehetzt war. Besonders die Liebesgeschichte, die allgemein sehr wenig Platz einnahm, fühlte sich hier etwas schnell zum Ende gebracht an. Mir hätte es besser gefallen, wenn dieser Teil entweder mehr Platz im Buch gefunden hätte oder einfach rausgelassen worden wäre.

Der Schreibstil:

Das Buch ist aus der Sicht von Julianna geschrieben und dabei sehr umgangssprachlich gehalten. Ich persönlich bin immer skeptisch, bei umgangssprachlichen Schreibstilen, in diesem Buch hatte ich aber von Anfang an das Gefühl, dass es zum Charakter und der Geschichte passt.

Zwischendurch hätte ich mir allerdings etwas gewünscht, dass Informationen eher in die Geschichte eingearbeitet worden wären und nicht einfach nur erzählt.

Die Charaktere:

Mir hat die Art der Charakterisierungen im Buch sehr gut gefallen und teilweise habe ich diese sogar als außergewöhnlich empfunden. So schaut sich Julianna etwa im Zimmer des schlafenden Prinzen um und beschreibt die Gegenstände in seinem Raum. Ohne dass der Prinz somit irgendetwas machen oder sagen musste, bekommt man ein Gefühl dafür, was für ein Mensch er sein könnte.

Julianna selbst wird vor allem durch den Gebrauch der Sprache charakterisiert. Die verwendete Alltagssprache gibt einen guten Eindruck davon, wie sie ist. Zusätzlich erzählt sie natürlich aus ihrer Sicht und man erhält viele Einblicke in ihre Gedankenwelt. Als Charakter fand ich Julianna überzeugend und sehr sympathisch.

Viele der Nebencharaktere hatten extrem viel Potential und hätten beinahe ihre eigene Geschichte verdient. Ich hätte etwa wirklich gerne mehr über Phoebe erfahren. Auch Jake war sofort ein Sympathieträger, ebenso, wie einige später erscheinende Charaktere. Ich persönlich habe mich auch etwas in Anubis, das mechanische Gürteltier verliebt und hätte Spaß daran gehabt, mehr zu ihm zu lesen.

Fazit:

„Castle Rose: Das schlafende Schloss“ ist eine echte Empfehlung für alle Fans von Märchenadaptionen und Steampunk. Die Charaktere sind sehr sympathisch und interessant charakterisiert, der Schreibstil ist zwar ungewöhnlich, aber sehr passend zum Buch und die Geschichte ist fesselnd. Einzig das Ende hätte meiner Meinung nach etwas mehr Raum gebraucht.

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