Cover & Lesezeichen "Ruf der Rusalka"
Fantasy Historisch Lesetipp Spannung

Ruf der Rusalka

Rezension zu „Ruf der Rusalka“ von Stephan R. Bellem

Meine Bewertung:

4 1/2 Sterne
Cover "Ruf der Rusalka"

Details:
Titel: Ruf der Rusalka
Autor: Stephan R. Bellem
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 312
Kauflink: Amazon; Drachenmond
Preis: 14,90 € (D) Taschenbuch; 6,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Lewis hat sich geschworen, es nie wieder zu tun. Doch der faszinierenden Fremden kann er nicht widerstehen. Als Londons größter Ermittler soll er den Mord an ihrer Freundin aufklären.
Aber mit jedem Schritt holen ihn die Bilder seiner Vergangenheit wieder ein und drohen, ihn unter sich zu begraben. Wäre da nicht die Frau an der Themse. Kann sie ihn vor sich selbst retten?
Kate kann endlich der Eintönigkeit Manchesters entkommen und wagt sich nach London, um ihrem Traum nachzujagen: der nächsten großen Story. Und was wäre größer als ein Serienmörder?
Aber die Morde sind erst der Anfang. Kate und Lewis tauchen ein in eine Welt der Geheimgesellschaften und okkulten Rituale. Können sie die Vernichtung Londons noch aufhalten?“

Klappentext "Ruf der Rusalka"

Zitat:

„Lewis legte sein ‚Salongesicht‘ auf. Eine Mischung aus angedeutetem Lächeln, leicht kraus gezogenen Augenbrauen und leerem Blick. Es war der perfekte Gesichtsausdruck für Abende wie diesen, da er dem Gegenüber erlaubte, jegliche Emotionen in seinem Gesicht auszumachen, obwohl er in Wahrheit keine hatte.“

Meine Meinung:

„Ruf der Rusalka“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Drachenmond Verlag bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Geschichte:

Am frühen Morgen des 9.Septembers 1895 beobachtet der Schriftsteller und ehemalige Privatdetektiv Lewis, wie eine Leiche aus der Themse gezogen wird. Eigentlich hatte er nicht vor, erneut zu ermitteln, denn die grausamen Bilder seiner Vergangenheit haben ihn bereits dazu gebracht, Alkoholiker zu werden. Dann jedoch trifft er eine geheimnisvolle Frau, welche mit dem Opfer befreundet war und ihn um Hilfe bittet. Lewis beschließt, zumindest einige Nachforschungen anzustellen und steckt plötzlich in einer riesigen Verschwörung, die zu durchschauen ihm scheinbar nicht gelingen mag.

Kate ist mit dem Traum, Reporterin zu werden, aus Manchester nach London gereist. Da sie eine Frau ist, fällt es ihr schwer, eine Anstellung zu finden, doch schließlich gibt ihr ein Verleger eine Chance. Auf der Suche nach einer großen Story, gerät sie auf die Fährte eines Serienmörders, der bereits mehrere Frauen ertränkt hat.

Unabhängig voneinander geraten Kate und Lewis in eine mehr als gefährliche Situation, als sie versuchen, weitere unschuldige Opfer zu verhindern.

Die Geschichte ist durchgängig spannend und das Miträtseln macht Spaß, auch wenn die Protagonisten manchmal durch wenig überzeugende Beweise zu einer Lösung kommen. So sagt beispielsweise eine Person, dass er eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgeben würde. Kate läuft beinahe sofort zur Polizeistation und aus der Tatsache, dass die Anzeige noch nicht einging, schließt sie, dass diese Person der Mörder sein müsse. Solche Situationen gibt es ein paar Mal im Buch und ich war immer sehr verwirrt von dieser Beweisführung.

Besonders gut hat mir die historische Akkuratheit des Buches gefallen. Lewis Hund wird etwa immer als Dürrbächler bezeichnet, was der alte Name für Berner Sennenhunde ist. Auch Standesunterschiede, allgemeines Verhalten der Menschen und ähnliches werden gut herübergebracht und sind, sofern ich das beurteilen kann, historisch akkurat. Ein winziges Detail ist mir allerdings aufgefallen, nämlich, dass scheinbar alle Fotos Farbfotos sind. Lewis kann durch die Bilder auf den Opferkarteien die Haarfarbe der Frauen erkennen und ein Dienstmädchen gibt Kate ein Farbfoto, welches für sie angefertigt wurde. Auch wenn es farbige Fotografie zu dieser Zeit gab, war sie noch nicht verbreitet und billig genug, als dass sie für alles verwendet worden wäre.

Das Ende des Buches hat mich extrem überrascht und ich musste lange darüber nachdenken, wie alles zusammengepasst hat. Tatsächlich denke ich, dass ich das Buch ein zweites Mal lesen werde, um das Puzzle zusammenzusetzen. Eigentlich war ich mir nach etwa 2/3 des Buches absolut sicher, zu wissen, wer der Mörder war, aber ich wurde mehr als überrumpelt, als das Rätsel aufgelöst wurde! Allein für dieses Ende hat es sich gelohnt, „Ruf der Rusalka“ zu lesen!

Die Charaktere:

Die beiden Protagonisten des Buches sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Lewis ist als Privatdetektiv mit seinem glasklaren Verstand an Sherlock Holmes angelehnt, bis hin zum Drogenproblem. Aber während Holmes emotionslos ist und Drogen zur Zerstreuung nimmt, trinkt Lewis, um mit den schrecklichen Bildern vergangener Fälle klar zu kommen. Sein Alkoholproblem nimmt dabei extreme Züge an und ist, meiner Meinung nach, sehr gut dargestellt.

Kate dagegen ist eine junge Frau, die zeigt, dass weibliche Charaktere nicht nur stark sein können, wenn sie mit Waffen kämpfen. Kate ist in einer reichen Familie aufgewachsen und weiß, wie man sich benehmen muss (auch wenn sie die meisten Benimmregeln eher unangenehm findet). Sie hätte einen Mann ihres Standes heiraten und ein angenehmes Leben führen können, aber Kate will mehr als das. Also widersetzt sie sich allen gesellschaftlichen Normen und geht allein nach London, um dort Reporterin zu werden. Kate zweifelt oft an sich und ihrer Entscheidung, da ihr viele Steine in den Weg gelegt werden und trotzdem macht sie immer weiter. Sie hat eine enorme Charakterstärke und Durchsetzungskraft!

Die Charaktere in „Ruf der Rusalka“ haben mich überzeugt und sehr angesprochen. Zudem haben sie sehr zur Spannung der Geschichte beigetragen!

Offenes Buch "Ruf der Rusalka"

Fazit:

„Ruf der Rusalka“ gehört definitiv zu den Büchern, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Es ist spannend, hat gut geschriebene Charaktere und einen unerwarteten Twist am Ende. Abgesehen von Kleinigkeiten ist das Buch historisch akkurat in seiner Darstellung der Gesellschaft. Ich empfehle es definitiv weiter!

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