Cover "Blaues Gold"
Dystopie

Blaues Gold

Rezension zu „Blaues Gold – Wasser wie Blut“ von Christelle Zaurrini

Meine Bewertung:

Details:
Titel: Blaues Gold – Wasser wie Blut
Autorin: Christelle Zaurrini
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 264
Kauflink: Amazon; Drachenmond
Preis: 12,90 € (D) Taschenbuch; 4,99 € (D) E-Book

"Blaues Gold" und Goodies

Worum geht es?

Ohne Wasser stirbt jedes Leben. Niemand weiß das besser als Ella hineingeboren in eine Welt, in der dieses kostbare Gut knapp geworden ist. Reichtum wird nicht mehr durch Geld definiert: Die Privilegierten herrschen über die letzten sauberen Wasserressourcen, während die Armen ihre Kinder als Sklaven verkaufen, um überleben zu können. Ella soll kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag an den Meistbietenden versteigert werden. Doch da rettet sie Cole, ein junger, charmanter Soldat der Untergrundbewegung, und bittet sie, sich dem Widerstand anzuschließen. Je mehr Zeit sie mit Cole verbringt, desto klarer wird ihr, dass Freiheit immer ihren Preis hat. Und dass sie sich entscheiden muss, wie viel sie bereit ist zu zahlen.

Klappentext "Blaues Gold"

Zitat:

„Das wahre Leben wartet nicht, bis wir bereit sind. Es läuft beständig weiter. Unnachgiebig. Erbarmungslos. Es ist ihm egal, ob man hinterherkommt.“ – Cole

Meine Meinung:

Die Geschichte:

Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog, in welchem erklärt wird, was geschehen ist. Am 12.03.2021 begannen nämlich die Sporen einer genveränderten Pflanze die Gewässer der Erde zu vergiften (und ich dachte schon, nach Corona haben wir erstmal Ruhe…). Da das Wasser plötzlich nicht mehr nutzbar war, starb ein großer Teil der Menschheit, bis schließlich ein Wissenschaftler eine Möglichkeit fand, Filter zu bauen. 200 Jahre später sind diese Filter in der Hand der Aquas, welche nur so viel Wasser an die Bevölkerung geben, wie nötig, um diese kontrollieren zu können.

Im Anschluss lernt man die Protagonistin Ella kennen. Diese steht direkt vor einem unangenehmen Problem: Sie wacht um 7 Uhr morgens auf, was zu früh ist, zum aufstehen, aber zu spät zum weiterschlafen. Sie ist mir damit sofort sympathisch. Ella ist im sogenannten Wonderland aufgewachsen, einer Art Schule, in welcher Kinder zu Sklaven erzogen werden, um dann weiterverkauft zu werden. Ella soll als Kämpferin oder Arbeiterin verkauft werden, weshalb sie ein hartes, körperliches Training erhält.

Ella wird schließlich durch Cole, einen Widerstandskämpfer, befreit und von da an sind sie auf der Flucht – zunächst mit dem Auto, später dann zu Fuß. Und hier beginnen dann leider einige meiner Probleme mit dem Buch: Das Tempo der einzelnen Szenen. Während teilweise seitenlang beschrieben wird, wie die beiden durch karge Einöde laufen und ihr Wasser knapp wird, gibt es auf der anderen Seite Szenen, in denen so vieles passiert und die trotzdem innerhalb von wenigen Sätzen abgearbeitet werden. An einer Stelle erreichen Cole und Ella etwa einen scheinbar sicheren Ort. Ella ist nur sehr kurz dort, hatte keinen wirklichen Kontakt mit den anderen Menschen dort und trotzdem ist sie sofort der Meinung, dass sie hier den Rest ihres Lebens verbringen möchte. Hier fand einfach keine wirkliche nachvollziehbare Entwicklung statt. Und leider geht es genauso weiter durch das Buch hinweg.

Als sie den Widerstand erreichen und die Pläne für die Rebellion erfahren, war ich ebenfalls nicht besonders begeistert. Angeblich wurde alles bereits seit 15 Jahren geplant – zumindest nehme ich das an, nach allem was ich gelesen habe – aber der Plan ist definitiv nicht wasserdicht. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass das Tempo des Textes einfach nicht stimmte. Ich denke tatsächlich, dass der größte Teil der Probleme des Buches mit 50-100 zusätzlichen Seiten, die die bereits existierenden Szenen erweitern, gelöst wären. Das Buch ist sowieso, mit 264 Seiten, eher kurz und die einzelnen Kapitel umfassen oftmals nur 2 oder 3 Seiten.

Erwähnen möchte ich hier noch das Ende, welches meiner Meinung nach leider so gar nicht passte. Zum einen war es ebenfalls viel zu kurz gefasst, zu dem Punkt, dass es unglaubwürdig wirkte. Zum anderen fühlte es sich aber auch einfach falsch an, im Zusammenhang der restlichen Geschichte. Vielleicht ist dies tatsächlich nur eine subjektive Wahrnehmung, aber ich war mit dem Ende überhaupt nicht zufrieden.

Kapitel 19 "Blaues Gold"

Die Charaktere:

Auch hier hätte etwas mehr Zeit und Platz gut getan, um die Charaktere besser zu erforschen. Diese haben nämlich eine Menge Potential! Ella selbst ist eine Protagonistin, die eben nicht den Klischees eines weiblichen Hauptcharakters in Dystopien entspricht. Sie kämpft nicht gerne, ist friedliebend, ziemlich naiv und möchte eigentlich nur in Ruhe leben. Im Laufe der Geschichte merkt sie, dass sie kämpfen muss, um ihre Freiheit und die der Welt zu erlangen. Auch wenn ihr dies nicht gefällt, tut sie es mehr und mehr. Diese Entwicklung an sich wäre unglaublich schön, wenn sie im Buch nicht so plötzlich gewesen wäre. Ella schwankt andauernd zwischen passiv und starker junger Frau. Es wäre, wie gesagt, mehr Raum vonnöten gewesen, um diese Entwicklung in einem guten Tempo durchzuführen.

Cole, den zweiten Protagonisten, mochte ich als Charakter. Er hatte Ecken und Kanten, war aber insgesamt ein guter Kerl. Da er keine große Entwicklung durchmachte, lag der Fokus hier stärker darauf, zu zeigen, wie er tickt und das ist meiner Meinung nach sehr gelungen.

Die restlichen Charaktere kommen nur sehr spärlich im Text vor und sind dementsprechend eher flach. Der einzige, bei dem das störend ist, ist Ellas bester Freund, Silas. Dieser spielt auf den ersten Seiten des Buches eine wichtige Rolle, als er jedoch später wieder vorkommt, ist er plötzlich wie eine billige Kopie von sich selbst – flach und nicht mehr glaubhaft.

Was meiner Meinung nach unbedingt positiv erwähnt werden muss, ist die fehlende Eifersucht in diesem Buch. Als es zwischen Ella und Cole unweigerlich zu einer Beziehung kommt, hat Cole kein Problem damit, dass Ellas bester Freund männlich ist. Im Gegenteil, er bezieht ihn in Pläne mit ein, damit sie Ella etwa gemeinsam aufheitern können. In den meisten Büchern ist es leider eher umgekehrt…

Fazit:

„Blaues Gold“ erzählt eine spannende Geschichte, mit glaubhaften Hauptcharakteren. Dabei bleiben Klischees außen vor, was ich wirklich erfrischend fand! Leider gibt das Buch seinen Charakteren und der Handlung zu wenig Raum, wodurch vieles gehetzt oder sogar unglaubwürdig wirkt. Einige Seiten mehr hätten hier vermutlich sehr geholfen.

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