Cover "das Ritual von London"
Fantasy

Das Ritual von London

Rezension zu „Das Ritual von London“ von Benedict Jacka

Die ist der zweite Teil dieser Buchreihe. Hier findet ihr die Rezension zum ersten Teil.

Meine Bewertung:

4 Sterne

Details:
Titel: Das Ritual von London
Reihe: Alex Verus Band 2
Autor: Benedict Jacka
Verlag: blanvalet
Seiten: 384
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Alex Verus – der Magier, der in die Zukunft schauen kann – hat gleich zwei Probleme, die er nicht vorhergesehen hat. Kürzlich hat er nicht nur die Auseinandersetzung mit mehreren Schwarzmagiern überlebt. Er hat nun auch den Ruf, ihnen unerschrocken entgegenzutreten und sie zu besiegen. Weil er selbst da gar nicht so zuversichtlich ist, hält er sich bedeckt, wo es nur geht. Da wird er vom Rat der Weißmagier beauftragt, eine Gruppe von Magiern aufzuspüren, die magischen Kreaturen die Lebensenergie rauben. Alex kann zwar in die Zukunft sehen – aber nicht mal ihm ist klar, ob er überhaupt noch eine hat.

Die zweite Angelegenheit betrifft Luna, die junge Frau, die so verflucht ist, dass alle, die ihr nahe kommen, (tödliches) Pech haben. Sie hat sich in einen jungen Mann namens Martin verliebt. Der entwendet aus Alex‘ Laden einen magischen Wunscherfüller. Luna ist dankbar für die einfache Lösung, ihren Fluch unter Kontrolle zu bekommen und mit Martin zusammensein zu können. Darum hört sie nicht auf Alex, der von ihr verlangt, den Wunscherfüller aufzugeben. Denn Wünsche werden niemals umsonst erfüllt, und der Preis, den gerade dieses Artefakt fordert, ist schrecklich und hoch…“

Klappentext "Das Ritual von London"

Meine Meinung:

Der Schreibstil:

„Das Ritual von London“ ist sehr ähnlich geschrieben, wie der erste Teil. Erzählt wird aus Alex Verus Perspektive und das sehr humorvoll. Man könnte meinen, ein Mensch, der so viele traumatische Dinge erlebt und Nahtoderfahrungen hatte, wäre etwas ernster, aber Humor ist schließlich auch eine valide Taktik, um mit so etwas umzugehen. Es ist jedenfalls sehr erfrischend, das Buch zu lesen.

Auch wenn es sich um die gleiche Übersetzerin handelte, wie im ersten Buch, hatte ich das Gefühl, dass dieses Mal sehr viel weniger Sorgfalt oder Zeit in die Übersetzung geflossen ist. Es gibt mehrere grammatische Fehler, wie etwa „macht Sinn“ und ähnliches und an vielen Stellen wurde „Yeah“ nicht mit etwas vergleichbaren ersetzt. Wenn einer der jüngeren Charaktere diesen Ausdruck verwendet ist das eine Sache, aber wenn dann plötzlich die Erwachsenen zueinander „Yeah“ sagen, musste ich schon eine Augenbraue hochziehen.

Ich hätte mir etwas gewünscht, dass Informationen eher in der Geschichte gezeigt worden wären und weniger einfach nur erzählt, allerdings denke ich, dass dies auch ein wenig zum Schreibstil und seinem Reiz gehört. Positiv gegenüber dem ersten Buch ist immerhin, dass keine wirklichen unnützen Informationen gegeben werden. Dies war einer meiner größten Kritikpunkte in Bezug auf Band 1.

Die Geschichte:

Hier kann ich tatsächlich fast nur positives sagen! Die Aufteilung der Szenen ist großartig und sorgt dafür, dass man immer die unterliegende Spannung merkt. Alex Verus wird zu Beginn gleich mit mehreren Problemen konfrontiert: Da sind die Magier, die Magiewesen ihre Kräfte aussaugen, die Frau, die er bei sich aufnimmt, weil er sie vor einem Mordanschlag rettet, die Mordanschläge auf ihn, Lunas neuer Freund und natürlich dieses mysteriöse Artefakt, das Wünsche erfüllt. Beinahe droht man, als Leser, den Überblick zu verlieren, doch schnell wird klar, dass mehrere dieser Probleme zusammenhängen. Alex muss die Fäden der Zukunft richtig lesen, um lebendig aus der Situation herauszukommen.

Im ersten Buch der Reihe war ich etwas enttäuscht darüber, dass viele Dinge sehr vorhersehbar waren. Dies war in „Das Ritual von London“ definitiv nicht der Fall. Auch wenn man sich Kleinigkeiten manchmal schneller zusammenreimen konnte als der Protagonist, war der Rest zu verworren, um einfach so zu verstehen, wer hinter was steckte.

Ich hatte insgesamt Spaß die Geschichte zu lesen und es gab einige sehr spannende Momente, in denen ich mitfiebern konnte!

Beispielseite "Das Ritual von London"

Die Charaktere:

Mit den Charakteren hatte ich in Band 1 ein ziemliches Problem, da sie meiner Meinung nach viele Charaktereigenschaften nur in den dafür passenden Momenten zeigten und ansonsten gar nicht. In „Das Ritual von London“ ist dies besser gelöst. Grundsätzlich sind die Charaktere recht kohärent, handeln entsprechend ihrer Charaktereigenschaften und das auch, wenn es bedeutet, dass sie sich mal nicht perfekt verhalten.

Leider hatte ich ein anderes Problem, nämlich, dass es so gut wie keine charakterliche Entwicklung gab. Beinahe alle Charaktere, außer Alex, waren nur noch Nebencharaktere, die selten vorkamen und somit gab es wenig Platz dafür. Alex selbst hat zwischen der ganzen Action gar keine Zeit sich weiterzuentwickeln. Gegen Ende des Buches gab es eine Szene, welche wunderbar genau dazu hätte verwendet werden können. Alex verliert zeitweise etwas ihm sehr Wichtiges. Darüber hätte er später durchaus reflektieren können, jedoch wird dies einfach im weiteren Verlauf der Geschichte als abgehakt betrachtet und nicht weiter aufgegriffen.

Ich war jedoch auch froh darüber, ein paar Informationen über Arachne zu erfahren und aufgrund einiger Andeutungen im Buch hoffe ich, dass hier in folgenden Büchern noch mehr zu kommt!

Fazit:

Ich war mir nach Teil 1 der Reihe nicht ganz sicher, ob ich wirklich weiterlesen wollte. Da ich aber von mehreren Seiten gehört habe, dass die weiteren Bände besser werden und viele Kritikpunkte, die ich zu Teil 1 geäußert habe, verbessert wurden, habe ich beschlossen, es zu versuchen. Und ich bin insgesamt froh darüber. „Das Ritual von London“ war kurzweilig zu lesen, hatte ein spannendes Abenteuer und es war deutlich merkbar, dass sich der Autor verbessert hat. Ich werde die Serie jedenfalls weiterhin verfolgen!

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