Dystopie Love

Selection

Rezension zu „Selection“ von Kiera Cass

Meine Bewertung:

Details:
Titel: Selection
Reihe: Selection Band 1
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer
Seiten: 369
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book
Optional die drei ersten Bücher der Reihe im Schuber für 19,99 € (D) bei Amazon

Worum geht es?

„35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon heiraten, den Thronfolger des Königreiches Illeá. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis?

Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, obwohl ihr Herz noch immer für Aspen, ihre heimliche große Liebe, schlägt?“

Meine Meinung:

Irgendwie ist der gesamte Hype um diese Buchreihe völlig an mir vorbei gegangen, allerdings habe ich vor kurzem erfahren, dass Netflix plant, die Serie zu verfilmen und zudem habe ich mich völlig in das Cover verliebt (und wer hat noch nie ein Buch wegen eines schönen Covers gekauft?). Daher habe ich mich nun daran gemacht, diese Buchreihe zu lesen.

Die Geschichte:

Dystopie trifft die Fernsehshow „Der Bachelor“, so kann man „Selection“ wohl ganz gut beschreiben. Allerdings würde ich sagen, dass es vom Niveau her eher in Richtung von zweiterem geht. Wer also ein Buch mit hochkomplexen politischen Intrigen, in einer moralisch grauen Welt erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. Aber das Buch macht sich wirklich sehr gut als Abendunterhaltung.

Zur Geschichte selbst gibt es tatsächlich nicht viel zu sagen. 35 Frauen aus dem ganzen Land wurden ausgewählt und verbringen nun einige Wochen im Palast, um die Gunst des Kronprinzen zu erringen. Das Königreich Illeá ist, was nach einigen Kriegen aus Amerika geworden ist und in ihm herrscht ein rigoroses Klassensystem. America, die Protagonistin, gehört zu Klasse 5 und ist somit Künstlerin. Die Familie gehört zwar nicht zu den ärmsten des Landes, doch auch sie kennen Hunger.

Es gibt im Buch zwei verschiedene Rebellengruppen, welche den Palast immer wieder angreifen, wobei nicht wirklich klar wurde, was ihr Motiv dahinter ist. Zudem wird immer wieder betont, wie schlecht es einem Großteil des Volkes doch geht, doch scheinbar steht dieses vollkommen hinter der Monarchie und verabscheut die Taten der Rebellen. Im allgemein wurde der politische Teil sehr kurzgehalten und ging kaum hinaus über Rebellen = schlecht, Monarchie = gut (sie haben nur absolut keine Ahnung, was hinter ihren Mauern so vor sich geht – natürlich).

Die Geschichte ist äußerst unterhaltsam, auch wenn sie nicht tiefgehend ist. Es macht Spaß, zu lesen, wie America sich im Palast zurecht findet, sich langsam dem Prinzen annähert, die anderen Frauen kennen lernt… Ein literarisches Meisterwerk wird man hier nicht finden, aber das will dieses Buch auch gar nicht sein.

Der Schreibstil:

Die Geschichte wird aus der Sicht von America erzählt, wodurch man ihre persönliche Sicht der Dinge sehr gut kennen lernt. Ich würde jedoch sagen, dass sie eine sehr unzuverlässige Erzählerin ist, dazu jedoch später mehr.

Der gesamte Schreibstil ist angenehm locker und einfach gehalten. Er passt sehr gut zum Buch.

Die Charaktere:

Ich persönlich habe sehr große Diskrepanzen zwischen Americas Darstellung von sich selbst und anderen gesehen und wie ich sie wahrgenommen habe. Natürlich lesen wir die gesamte Geschichte aus ihrer Perspektive und somit sind wir geneigt, ihrem moralischen Kompass zu folgen, ich finde dies allerdings regelmäßig sehr schwierig.

Von Anfang an beginnt America, eine ihrer Konkurrentinnen, Celeste, zu kritisieren. Diese sei oberflächlich, selbstsüchtig und gekünstelt. Viele dieser Verhaltensweisen zeigt America jedoch selbst genauso. Von Anfang an ist klar, dass sie den Prinzen eigentlich nur zu ihrem Vorteil benutzt. Sie behandelt ihn regelmäßig extrem schlecht, beschimpft ihn sogar, aber erwartet, dass er sie nicht rausschmeißt aus dem Wettbewerb, weil sie nicht nach Hause will. Celeste wird dafür kritisiert, dass sie zu lange für Dinge brauchte und damit alle aufhalte, America macht wenige Seiten später aber exakt das gleiche und es ist in Ordnung.

Zudem lassen Americas Beschreibungen der anderen Frauen darauf schließen, dass sie ein großes Problem mit anderen Frauen hat. So wird regelmäßig alles, was mit Weiblichkeit assoziiert wird, etwa Make-up oder große Brüste, von ihr kritisiert. Dass eine Teilnehmerin für zweiteres vielleicht gar nichts kann, wird ignoriert, stattdessen wird sie nur noch auf dieses eine Merkmal reduziert.

America selbst ist eigentlich eine Ansammlung an negativen Charaktereigenschaften, aber da sie die Geschichte erzählt, ist es einfach diese zu übersehen. Da hilft es auch nicht, dass sie zu ihren Zofen sehr nett ist. Dies schien mir tatsächlich eines ihrer ganz wenigen positiven Merkmale zu sein.

Fazit:

Wer seichte Unterhaltung für den Abend sucht, ist mit „Selection“ gut aufgehoben. Ich hoffe dennoch, dass in den folgenden Teilen einige der problematischeren Aspekte des Buches besser dargestellt werden.

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