Fantasy Lesetipp

Nevernight – Die Rache

Rezension zu „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff

Dies ist der dritte Teil der Buchreihe. In dieser Rezension werden sich einige Spoiler zu den ersten beiden Teilen finden.

Hier gibt es die Rezension zu „Nevernight – Die Prüfung“

Hier gibt es die Rezension zu „Nevernight – Das Spiel“

Meine Bewertung:

Details:
Titel: Nevernight – Die Rache
Reihe: Nevernight Band 3
Autor: Jay Kristoff
Verlag: Fischer Tor
Seiten: 784
Kauflink: Amazon
Preis: 24,99 € (D) Hardcover; 22,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Mia Corvere hat ihre Laufbahn als Gladiatii mit dem kühnsten Mord in der Geschichte der Republik gekrönt. Kardinal Duomo liegt tot im Staub, und auch Julius Scaeva scheint ihrem grabbeinernen Dolch zum Opfer gefallen zu sein. Aber der Augenschein trügt: Tot ist nur sein Doppelgänger, während der Konsul lebt und das Attentat nutzt, um seine Macht ins Grenzenlose zu steigern. Er ruft sich selbst zum Imperator aus, um eine Dynastie von Königen zu begründen.

Doch auch Mia steht nicht mit leeren Händen da: Sie hat die Arena nicht alleine verlassen, sondern ist mit Jonnen geflohen, dem einzigen legitimen Nachfolger von Julius Scaeva. Und sie weiß: Er wird alles daran setzen, seinen Sohn lebend zurückzubekommen.“

Meine Meinung:

Der Schreibstil:

Die gleichen positiven Dinge zum Schreibstil, welche ich in den Rezensionen zu Teil 1 und Teil 2 gesagt habe, kann ich hier nur wiederholen: Jay Kristoff nimmt kein Blatt vor den Mund, wird dabei teilweise auch vulgär, ist aber am Ende doch beinahe lyrisch anmutend. Die Fußnoten, welche ich in Teil 1 kritisiert habe, sind sehr viel weniger geworden und es gibt sogar selbstironische Aussagen zu diesen.

In Teil 1 und 2 wurde alternierend die Gegenwart und Vergangenheit beschrieben. Im ersten Teil lernte man so mehr über Mias Kindheit kennen, im zweiten Band erfuhr man, wie der dort ausgeführte Plan zustande kam. In diesem Teil gibt es diese zeitliche Unterscheidung nicht, stattdessen wird die Geschichte immer wieder aus der Sicht von anderen Charakteren erzählt. Auf der einen Seite sorgt das dafür, dass man mehr über Nebencharaktere erfährt, aber leider wird schnell klar, dass dieser Erzählstil beinahe immer nur dann eingesetzt wird, wenn der Autor will, dass der Leser nicht mitbekommt, was Mia weiß, oder tut. Somit sind die Überraschungen, die eigentlich entstehen sollten, schnell etwas vorhersehbar.

Die Geschichte:

Das Buch beginnt genau dort, wo das letzte aufhörte. Der wirklich sehr spannende Cliffhanger aus dem vorigen Band wird aufgelöst und es gibt sehr früh im Buch endlich Antworten, auf Fragen, die seit Beginn der Reihe offen waren. Diese Antworten und die Tatsache, dass der Mann, der für Mia immer am ehesten eine Familie war, gefangen gehalten wird, schicken Mia und ihre Gefährten auf eine weite und gefährliche Reise.

Ich habe mehrere andere Rezensionen zu diesem Buch gelesen und vielfach wurde bemängelt, dass der Mittelteil sich sehr ziehe und etwas langweilig sei. Dies habe ich definitiv nicht so empfunden. Die beschriebene Reise ist zwar durchaus sehr lang, aber auf diesen Seiten geschieht so vieles. Man lernt mehr über die Welt, die Charaktere entwickeln sich und es gibt auch zwischendurch viel Action. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass nicht alles was auf diesen Seiten geschieht wirklich relevant ist für die Geschichte.

Eine Sache, die mir leider in diesem Buch mehrfach negativ aufgefallen ist, ist die Vorhersehbarkeit. Nicht nur in Bezug auf den eben erwähnten Erzählstil. Etwas, was mir ganz besonders im ersten Band gefiel, war, dass Charaktere jederzeit sterben konnten. Sie mussten nicht zwingend ihre persönliche Mission zuende gebracht haben. Dies erzeugte eine permanente Gefahr und erhöhte die Spannung ungemein. In diesem Buch dagegen war es oft so, dass Charaktere noch einmal einen emotionalen Augenblick hatten, um dann getötet zu werden. Jedes Mal, wenn ein Nebencharakter also etwas getan oder gesagt hat, was den Leser emotional machen sollte, war mir schnell klar, dass er gleich sterben würde. Da der Autor bereits bewiesen hat, dass er es sehr viel besser kann, hat mich das doch sehr enttäuscht.

Ebenfalls gestört hat mich das neue Liebes-Dreieck des Buches. Dies ist ein Stilmittel, mit dem ich mich subjektiv einfach nicht anfreunden kann und da es in diesem Band leider sehr viel Raum einnahm, war ich darüber nicht besonders glücklich.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten, hatte das Buch allerdings ein sehr spannungsgeladenes Finale, welches der Serie wirklich würdig war.

Die Charaktere:

Der Fokus des Buches lag sehr viel weniger auf Mia als in den letzten Bänden, doch auch sie hatte einiges an charakterlicher Entwicklung. So musste sie etwa zum ersten Mal darüber nachdenken, was kommt, nachdem sie ihre Rache bekommen hat. Ebenso muss sie sich entscheiden, ob es für sie überhaupt ein danach geben kann. Mia entwickelt sich in diesem Buch sehr stark.

Auch andere Charaktere der Reihe werden, wie bereits erwähnt, besser beleuchtet. Besonders die Motivationen und Hintergründe von Mias Gegenspielern werden immer wieder gezeigt, was ihnen mehr Tiefe gibt.

Die einzigen Charaktere, die, meines Erachtens nach, eher zweidimensional bleiben, sind die beiden Personen, die um Mias Gunst werben. Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, kein Liebes-Dreieck zu nutzen und stattdessen einen der beiden Charaktere stärker zu beleuchten. Besonders Ash trifft dies meiner Meinung nach besonders stark. Sie hatte im ersten Buch mehrere Stärken und Schwächen, die nicht einmal mehr erwähnt werden.

Fazit:

Trotz einiger Schwächen gegenüber seinen Vorgängern ist „Nevernight – Die Rache“ ein lesenswertes Buch und schließt die Reihe mit einem actiongeladenen Finale ab.

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