Fantasy

Das Labyrinth von London

Review zu „Das Labyrinth von London“ von Benedict Jacka

Meine Bewertung:

Details:
Titel: Das Labyrinth von London
Reihe: Alex Verus Band 1
Autor: Benedict Jacka
Verlag: blanvalet
Seiten: 448
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Willkommen in London! Wenn Sie diese großartige Stadt bereisen, versäumen Sie auf keinen Fall einen Besuch im Emporium Arcana. Hier verkauft der Besitzer Alex Verus keine raffinierten Zaubertricks, sondern echte Magie. Doch bleiben Sie wachsam. Diese Welt ist ebenso wunderbar wie gefährlich. Alex zum Beispiel ist kürzlich ins Visier mächtiger Magier geraten und muss sich alles abverlangen, um die Angelegenheit zu überleben. Also halten Sie sich bedeckt, sehen Sie für die nächsten Wochen von einem Besuch im British Museum ab und vergessen Sie niemals: Einhörner sind nicht nett!“

Alex Verus ist ein Wahrsager und betreibt einen kleinen Laden versteckt in London. Wahrsagen, das mag uns einfache Menschen vielleicht beeindrucken, aber die meisten Magier blicken eher auf Wahrsager herab. Umso erstaunlicher ist es, dass plötzlich nicht nur verschiedene Ratsmitglieder, sondern auch mächtige Dunkelmagier versuchen, Alex zu überreden, ihnen zu helfen. Ein Artefakt wurde im British Museum gefunden, doch es ist gut geschützt. Vielleicht könnte ein Wahrsager herausfinden, wie man es bekommen könnte.

Alex gerät zwischen die Fronten von konkurrierenden Fraktionen und muss all sein Wissen und seine Fähigkeiten verwenden, um zu überleben.

Meine Meinung:

Der Schreibstil:

Ich persönlich habe etwas gebraucht, um mich mit dem Schreibstil anzufreunden. Der Autor wechselt regelmäßig zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht hat. Wenn da zum Beispiel steht: „Ich ging los, auf den Ausgang des Parks zu. […] Meine Wohnung liegt direkt über dem Laden, im ersten Stock.“, dann musste ich jedes Mal einen Satz zurückspringen, weil ich verwirrt war. Insgesamt ist alles was geschieht in der Vergangenheitsform, aber alle Beschreibungen im Präsenz gehalten. Erst dachte ich, dies könnte an der Übersetzung liegen, allerdings ist es im englischen Original genauso.

Die Geschichte:

Insgesamt hatte ich Spaß an der Geschichte. Die Aufteilung der Szenen ist gut, man wird nach und nach an das Problem herangeführt. So fängt alles an einem normalen Tag in Alex‘ Laden an. Da er in die Zukunft sehen kann, weiß er immer schon, was seine Kunden wollen. In dieser Szene wird nebenbei auch gezeigt, dass die Zukunft eben nicht feststeht, wenn Alex sie sieht, was ich, von der Darstellung her, unglaublich gut gelöst fand. Leider werden abgesehen davon die meisten Informationen über die Welt nebenbei erzählt und eben nicht gezeigt. Und wir bekommen wirklich sehr viele Informationen über die Welt, darunter auch viele für die Geschichte unwichtige. So ist es zwar lustig zu erfahren, dass Einhörner wohl ziemliche Arschlöcher sind, da man aber leider kein einziges kennen lernt, bringt diese Information nichts (außer eventuell Enttäuschung, dass man kein Einhorn kennen lernt, das versucht einen zu Hackfleisch zu verarbeiten…). An manchen Stellen wirkte es leider eher so, als wollte der Autor unbedingt noch seine vielen tollen Ideen aufschreiben. Da zu dieser Serie wohl 12 Bücher geplant sind, hätte er dafür eigentlich später noch genug Platz gehabt.

Etwas nervig war die ständige Erinnerung daran, dass etwas Schreckliches damals bei Alex früherem Lehrer vorgefallen war. Es wird bis zum Ende des Buches nicht genau erzählt, worum es sich handelte. Diese immer wiederkehrenden Erwähnungen des Vorfalls sorgten bei mir nicht für Spannung, sondern eher für genervte Seufzer.

An einigen Stellen ist die Geschichte etwas vorhersehbar, allerdings scherzt der Erzähler auch selbstironisch darüber, daher habe ich das persönlich als nicht so schlimm empfunden, sondern beinahe als lustig. Da sich die Vorhersehbarkeit auch in Grenzen hielt, war es meiner Meinung nach in Ordnung.

Grundsätzlich hatte ich etwas das Gefühl, die Geschichte spielt in einer Welt, ähnlich dem Harry Potter Universum, aber eben im Bereich der Erwachsenen und nicht der Schüler. Durch viele nette Ideen hat sich das Buch dennoch genug davon abgehoben, um nicht als Fanfiction durchzugehen.

Als großer London-Fan kann ich nicht unerwähnt lassen, dass es sehr viele tolle Beschreibungen von real existierenden Plätzen dort gibt. Ein großer Teil des Buches spielt zum Beispiel im British Museum und auch wenn Alex dort ziemlich schnell durchfindet (ich meine, er sucht ein Artefakt in einem Museum, in dem man Tage verbringen kann und findet es in kürzester Zeit, ohne seine Wahrsagerfähigkeiten dafür einzusetzen…) gibt es doch einige schöne Beschreibungen des Ortes.

Die Charaktere:

Die Qualität der Charaktere ist leider etwas durchwachsen. Einige sind meiner Meinung nach gut und glaubhaft dargestellt, während andere leider eher verwirrend oder sogar unglaubhaft rüberkommen.

Alex, der Hauptcharakter aus dessen Sicht wir die Geschichte erzählt bekommen, ist schwer einzuschätzen. Er schreibt sich selbst etwa gewisse Eigenschaften zu, welche er aber nur zeigt, wenn es für die Geschichte wichtig ist. Ansonsten verhält er sich völlig anders. Nun könnte man natürlich sagen, dass Alex kein zuverlässiger Erzähler ist und sich selbst eventuell Eigenschaften zuschreibt, die er nur gerne hätte, aber das Problem findet sich auch bei anderen Charakteren. Luna etwa, die eigentlich extreme Bindungsangst hat, geht problemlos Freundschaften ein, nur wenn es für die Geschichte relevant ist, hat sie plötzlich Probleme damit. Oder Rachel, die manchmal als verrückt beschrieben wird und mit sich selbst spricht und im nächsten Moment eine vollkommen rationale Konversation führt (und das natürlich in dem Moment, in dem es notwendig ist!).

Dafür gibt es dann aber auch Charaktere, die ziemlich gut dargestellt sind. Allen voran Starbreeze (Ich liebe Starbreeze!). Um aus dem Buch zu zitieren: „Starbreeze ist ein Luftelementar, ein Windgeist. Sie kann fliegen und ihre Gestalt so mühelos ändern, wie unsereins laufen kann. […] Ich weiß nicht, wann sie geboren wurde, aber ich denke, es könnte zu der Zeit gewesen sein, als die Welt erschaffen wurde. Sie ist außerdem so dumm wie ein Sack Kartoffeln.“ Und das ist sie wirklich. Auch andere, wie etwa der Todesmagier Khazad, sind Charaktere, die sich charaktertreu verhalten. Jedoch sind es meistens Nebencharaktere, die diese Eigenschaft aufweisen.

Fazit:

Insgesamt hat „Das Labyrinth von London“ eine gute Geschichte und ist vor allem für London-Fans zu empfehlen. Trotz einiger Schwachstellen des Schreibstils und der Charaktererstellung, hatte ich Spaß beim lesen dieses Buches.

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2 Kommentare

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  2. […] ist der dritte Teil dieser Buchreihe.Hier gibt es die Rezension zum ersten Teil.Hier gibt es die Rezension zum zweiten […]

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