Fantasy Lesetipp

Nevernight – Die Prüfung

Rezension zu „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff

Meine Bewertung:

Details:
Titel: Nevernight – Die Prüfung
Reihe: Nevernight Band 1
Autor: Jay Kristoff
Verlag: Fischer Tor
Seiten: 704
Kauflink: Amazon
Preis: 22,99 € (D) Hardcover; 12,00 € (D) Taschenbuch; 16,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Mia Corvere ist ein Kind der Schatten, und sie kennt nur ein Ziel: Rache an den Männern, die ihre Familie zerstört haben. Ihre Feinde sind die Mächtigen des Reiches – ein General, ein Konsul und ein Kardinal -, doch Mia ist zu allem entschlossen. Sie macht sich auf den Weg zur Enklave der roten Kirche, einem geheimen Assassinenorden, um die Kunst des Tötens zu erlernen.“

Aufgewachsen in der Oberschicht von Göttergrab, einer Stadt in einer Welt mit drei Sonnen, verändert sich Mias Leben schlagartig mit zehn Jahren, als ihr Vater öffentlich hingerichtet und ihre Mutter ins Gefängnis geworfen wird. Seit jener Zeit lernt sie das Töten von einem Antiquitätenhändler, bei welchem sie Zuflucht gefunden hatte und wird von einer Katze aus Schatten begleitet.

Mit 16 macht sie sich schließlich auf den Weg zur roten Kirche, um dort zu einem Assassinen ausgebildet zu werden, wohl wissend, dass die Prüfungen dort tödlich sein können.

Meine Meinung:

Der Schreibstil:

Der Prolog des Buches schickt folgendes voraus: „Wenn Menschen sterben, scheißen sie sich oft in die Hosen. […] Das sei nur deshalb warnend vorangestellt, meine edlen Freunde, weil euer Erzähler keine […] Zurückhaltung kennt. Und falls euer schwacher Magen der unangenehmen Realität eines echten Blutbads nicht gewachsen sein sollte, dann sei darauf hingewiesen, dass die Seiten, die ihr in euren Händen haltet, von einem Mädchen erzählen, das mit so geschickter Hand mordete, wie ein Virtuose den Geigenbogen schwingt.“

Meiner Meinung nach fassen diese Sätze den Schreibstil von Jay Kristoff gut zusammen: Klar und deutlich, teilweise vulgär, und doch immer mit dieser leicht lyrischen Note in den Beschreibungen!

Man muss nur das erste Kapitel lesen, um zu merken, dieser Autor ist gut. Und zwar richtig gut! Da werden ein erster Mord und ein erstes Mal Sex beinahe symmetrisch nebeneinander gestellt. Alles wird auf eine beinahe lyrisch anmutende Art beschrieben, die jedoch nie übertrieben oder aufdringlich wirkt.

Am Anfang wirkt die Welt, in die Jay Kristoff einen hier führt, etwas erschlagend, mit den vielen Hintergrundgeschichten und der Detailverliebtheit, gerade weil man am Anfang einfach hineingeworfen wird. Jedoch wird alles nach und nach erklärt, immer zu einer Zeit, zu der es angemessen ist und nie mit zu vielen Informationen auf einmal. Neben den Erklärungen im Text gibt es eine Menge Fußnoten mit Hintergrundgeschichten zur Welt (und manchmal auch nur mit lustigen Anmerkungen). Anfangs habe ich die Menge dieser Fußnoten als etwas viel empfunden, allerdings legte sich dies schnell und am Ende hatte ich das Gefühl alles was ich gelesen hatte, auch die Fußnoten, waren zu einem Ganzen verwoben. Dieses Gefühl von einem Ganzen stellte sich allgemein immer stärker ein, je länger das Buch ging. Scheinbar unwichtige Dinge ergaben plötzlich als Puzzleteil im großen Bild so viel Sinn. Es war beinahe, als betrachte man ein kunstvolles Gemälde!

Die Geschichte:

Arya Stark meets Harry Potter, so könnte man die Geschichte vermutlich ganz gut beschreiben. Wir folgen Mia Corvere, die sich in der roten Kirche tödlichen Prüfungen stellt, während sie zum Assassinen ausgebildet wird. Dabei wird sie unterrichtet in der Kunst des Kämpfens mit Waffen, Giftkunde, Taschendiebstahl und Verführung. Es gibt viele Überraschungen und unerwartete Wendungen, so dass die Geschichte wirklich nie langweilig oder vorhersehbar wird.

Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit, als Mia ihre Eltern verlor und ihren ersten Lehrmeister fand. Diese rücken die Gegenwart in Perspektive und enthüllen neue Erkenntnisse.

Die Charaktere:

Die Charaktere sind, meiner Meinung nach, das Beste an diesem Buch. Jeder Charakter (ausgenommen vielleicht die vielen Akolythen, die in den ersten paar Tagen sterben) hat Persönlichkeit. Natürlich lernen wir einige Charaktere besser kennen als andere, aber selbst einige der Nebencharaktere haben hier mehr Tiefe als Hauptcharaktere aus einigen anderen Büchern!

Auch wenn Mia besondere Fähigkeiten hat und bereits zu Beginn der Geschichte klar gemacht wird, dass sie einmal eine der besten Assassinen sein würde, ist dies zu Beginn des Buches noch nicht so. Ja, Mia hat Talent, das zeigt sich schnell, aber ohne Übung bringt dies eben auch nicht viel. Mia ist von Anfang an besonders gut im Unterricht der Wahrheiten, dem Giftmischen, jedoch kann sie im Unterricht der Lieder, also dem Kämpfen mit Waffen, kaum mit einigen der anderen Mithalten. Es hebt die Spannung sehr, zu wissen, dass die Heldin eben nicht von Anfang an in allem gut ist.

Auch charakterlich handelt sie konsistent. Sie macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die in angenehmer und natürlicher Geschwindigkeit erzählt wird.

Bei anderen Charakteren verhält es sich genauso. Sie haben klare Stärken und Schwächen, haben eine Persönlichkeit, mit der sie konsistent handeln und ihre Veränderungen sind immer Nachvollziehbar.

Fazit:

Der erste Teil von Nevernight hat mich absolut überzeugt! Um genau zu sein, ist es das beste Buch, das ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und brauchte danach zwei Tage, um mich überhaupt wieder auf andere Bücher einlassen zu können. Und auch wenn es nicht in meine Bewertung mit einfließt hat mich dieses Cover ziemlich hypnotisiert!

Ich freue mich darauf, den zweiten Teil zu lesen und kann dieses Buch wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen!

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2 Kommentare

  1. […] ist der zweite Teil dieser Buchreihe. Hier findet ihr die Rezension zum ersten […]

  2. […] Hier gibt es die Rezension zu „Nevernight – Die Prüfung“ […]

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