Cover "Der Meister von London"
Fantasy

Der Meister von London

Rezension zu „Der Meister von London“ von Benedict Jacka

Dies ist der fünfte Teil einer Buchreihe.
Hier geht es zur Rezension zu Band 1.
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Meine Bewertung:

4 Sterne
Der Meister von London Cover

Details:
Titel: Der Meister von London
Originaltitel: Hidden
Reihe: Alex Verus Band 5
Autor: Benedict Jacka
Verlag: Blanvalet
Seiten: 416
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„In London gibt es über 30.000 Polizisten – und dennoch ist die Metropole statistisch betrachtet die gefährlichste Stadt Europas. Da verwundert es nicht, dass auch Magier Opfer von Verbrechen werden, so wie die junge Lebensmagierin Anne. Doch die Entführer haben nicht mit dem Hellseher Alex Verus gerechnet. Er wird nichts unversucht lassen, um Anne zu retten. Die befindet sich inzwischen allerdings in der dunklen Domäne eines Schwarzmagiers, und dort werden sowohl Anne als auch Alex mit dem schlimmsten Albtraum ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aber zu ihrem Glück neigen Schwarzmagier nicht nur zu Brutalität und Grausamkeit, sondern auch zu einem bemerkenswerten Mangel an Loyalität…“

Klappentext von Der Meister von London

Zitat:

„Ich heiße Alex Verus, und ich bin ein Wahrscheinlichkeitsmagier aka ein Wahrsager. Ich bilde einen Lehrling aus, erledige Auftragsarbeiten für andere Magier und führe einen Zauberladen in Camden, wenn ich nicht gerade anderweitig mit persönlichen Problemen beschäftigt bin oder mit Menschen, die mir etwas antun wollen – wobei Letzteres häufiger vorkommt, als mir lieb ist.“ – Alex

Meine Meinung:

Die Geschichte:

Das Buch beginnt, wie gewohnt, mit zwei verschiedenen Handlungssträngen, wobei Alex diesmal den einen – die Gerüchte, dass sein ehemaliger Meister zurückgekehrt ist – gekonnt ignoriert. Stattdessen muss er Anne retten, die anscheinend von einem Schwarzmagier in dessen Schattenreich entführt wurde. Er findet sie dort und muss mit ihr daraus entkommen. Dabei müssen sich beide immer wieder die Frage stellen, wieviel Gewalt sie bereit sind einzusetzen und ob es in Ordnung ist zu töten, um das eigene Leben zu retten.

Das Buch startet leider zunächst mit einem Haufen Informationen aus den vorherigen Büchern. Ein großer Teil davon wäre nicht wirklich nötig gewesen, selbst wenn ich vergessen hätte, was zuvor geschehen war. Die wichtigen Erinnerungen hätte der Autor vielleicht besser in die Geschichte einstreuen sollen, statt sie geballt am Anfang zu haben. Danach nimmt das Buch jedoch wie gewohnt an Fahrt auf und vor allem als sich Alex und Anne im Schattenreich befinden ist die Spannung konstant hoch! Wie auch beim vorherigen Band fiel es mir manchmal schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Allgemein fühlt sich leider vieles konstruiert an. Alex hat etwa ganz zufällig und ohne wirkliche Planung genau die richtigen Gegenstände für alles mit. Das war zwar in den vorherigen Büchern auch oft der Fall, aber da wusste er vorher was auf ihn zukommen würde und packte dementsprechend. Insgesamt fühlte es sich oft einfach mehr an, als ob Alex viele Dinge in diesem Buch nicht hätte überleben dürfen, er aber undurchdringliche Plotrüstung hat.

Die Charaktere:

Dieses Buch ist allgemein stärker auf seine Charaktere fokussiert als auf die Handlung. Dies hat definitiv positive Seiten. Es werden etwa viele Geheimnisse gelüftet und man erfährt eine Menge über Annes Vergangenheit und ihren Charakter. In vergangenen Büchern hatte ich oft das Gefühl, dass Anne eher farblos blieb, weil man einfach zu wenig über sie erfahren hat. Dies wurde hier definitiv behoben. Leider fühlte sich in diesem Zusammenhang aber auch hier vieles sehr konstruiert an. So macht Anne über die Geschichte hinweg eine Entwicklung durch, die sich jedoch für mich nicht wirklich glaubhaft anfühlte, vor allem deren erzwungen wirkendes Fazit. Auch die Tatsache, dass immer wieder betont wird, dass Anne dafür sorgt, dass Menschen sich unwohl fühlen, dies aber weder von Alex noch seinen anderen Freunden wahrgenommen wird, hat nicht dafür gesorgt, dass ich dem Glauben schenken konnte.

Grundsätzlich hat man in diesem Buch ganz besonders gemerkt, wie moralisch grau die meisten Charaktere sind und dieser Umstand wird hier auch stark erkundet. Dies gehört zu den Dingen, die ich an dieser Buchreihe sehr schätze und in diesem Buch nochmal ganz besonders.

Der Schreibstil:

Der übliche Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist in diesem Buch völlig außer Kontrolle, zumindest in der ersten Hälfte. Die Menge in diesem Buch hat meinen Lesefluss tatsächlich ernsthaft gestört.

Ebenso war die Übersetzung dieses Mal definitiv nicht gut gemacht und ich hatte nicht das Gefühl, dass es ein gutes Korrektorat gab. Ich habe eine für ein Verlagsbuch unakzeptable Menge an Fehlern gefunden. Für diesen Punkt kann natürlich der Autor nichts, weshalb ich ihn nicht in meiner Bewertung berücksichtigt habe, ich möchte hier dennoch darauf hinweisen.

Die gesamten Bücher der Alex Verus Reihe; "Der Meister von London" steht prominent daneben

Fazit:

„Der Meister von London“ überzeugt insgesamt wieder mit einer temporeichen und spannenden Geschichte. Zudem lernt man Charaktere besser kennen und Geheimnisse werden gelüftet. Leider fühlte sich vieles in der Geschichte sehr konstruiert an, vor allem das Ende einer wichtigen charakterlichen Entwicklung. Insgesamt konnte mich dieses Buch weniger überzeugen als seine beiden vorhergehenden Bände, dennoch freue ich mich darauf, die Reihe weiterlesen zu können.

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