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Wie geht denn nun glücklich

Rezension zu „Wie geht denn nun glücklich“ von Lina Baum

Meine Bewertung:

4 1/2 Sterne
Cover Wie geht denn nun glücklich

Details:
Titel: Wie geht denn nun glücklich
Autorin: Lina Baum
Seiten: 360
Kauflink: Amazon
Preis: 12,99 € (D) Taschenbuch; 3,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Linda steckt mitten in ihrer Masterarbeit, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Zusammen mit ihrem liebevollen Freund Holger müsste sie doch glücklich sein, wären da nur nicht all die Zweifel: Wird sie – chaotisch wie sie ist – eine gute Mutter sein? Linda will es ohnehin ständig allen recht machen, doch nun lasten die Erwartungen ihrer karriereorientierten Eltern und ihrer frommen Schwiegermutter besonders schwer auf ihr.

Als ihre Tochter zur Welt kommt, steht Lindas Leben völlig auf dem Kopf. Holger meistert seine neue Rolle als Vater perfekt, während Linda sich plötzlich unfähig fühlt und zunehmend ihre eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verliert. Um endlich wieder zu sich selbst zu finden, muss sie sich der Frage stellen: Worin liegt ihr Lebensglück und gehört Holger noch dazu?“

Klappentext "Wie geht denn nun glücklich"

Zitat:

„Für Linda hatte sich das alles bisher angefühlt wie ein Spiel, in dem man versucht, das nächste Level zu erreichen. Zwar hatte sie euphorisch mit dem Einsetzen ihrer nächsten Regel die Pille abgesetzt und die drei Schwangerschaftstests gekauft, doch die waren ja als Jahresvorrat gedacht gewesen.“

Meine Meinung:

„Wie geht denn nun glücklich“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von der Autorin, Lina Baum, bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Im Vorfeld habe ich auch ein Interview mit der Autorin geführt. Dieses kann hier gelesen werden.

Die Geschichte:

Linda und Holger sind seit vielen Jahren glücklich zusammen und Linda steht kurz vor dem Ende ihres Masterstudiums. Da scheint es nur logisch für die beiden, zu versuchen ein Kind zu bekommen. Beide rechnen damit, dass dies einige Monate dauern wird, jedoch wird Linda praktisch sofort schwanger. Trotz der Vorfreude sieht sich Linda aber auch mit vielen Problemen konfrontiert: Da ist das Studium, das sie unbedingt beenden will, ihre Schwiegermutter, die ihr einredet, sie solle endlich eine gute Hausfrau werden, die eigenen Eltern, die ihr nun erzählen, sie hätte keine Chancen mehr auf eine gute Karriere…

Im Buch werden die verschiedenen Erwartungen und Probleme mit denen Schwangere und junge Mütter konfrontiert sind angesprochen. Es geht weniger um medizinische Entscheidungen, wobei diese auch zumindest kurz angesprochen werden. Man sollte jedoch keinen Ratgeber erwarten. Die Charaktere reden hier zwar über das für und wider einiger Optionen, wie etwa verschiedene Geburtsorte, und entscheiden sich dann meist schnell für einen für sie passenden Weg.

Gut herausgearbeitet wurde im Buch die unterschiedliche Behandlung von Müttern und Vätern. Auch wenn Holger im Buch tatsächlich zum Super-Vater mutiert, ist dennoch schnell klar, dass er für sein Umfeld nichts falsch machen könnte, solange er das absolute Minimum leistet. Linda dagegen bekommt es mit extrem gegensätzlichen Forderungen zu tun. Egal wie sie es als Mutter macht, sie wird kritisiert. Das setzt natürlich stark unter Druck und hält Linda lange davon ab, ihren eigenen Weg finden zu können.

Die Geschichte des Buches ist schön geschrieben und hat mir sehr viel zu denken gegeben, darüber, wie man als Mutter mit solchen Erwartungen umgehen sollte.

Spruch der Autorin: "Glück beginnt mit guter Laune"

Der Schreibstil:

Der größte Teil des Buches ist in der Erzählperspektive aus Lindas Sicht geschrieben. Es gibt kurze Einschübe, in denen man in Holgers Kopf schauen konnte. Diese waren manchmal auch nötig, damit man beide Seiten verstehen konnte. Immer wieder gab es Blogeinträge, welche von Linda geschrieben wurden. Mir haben diese sehr gut gefallen, da sie als Einschübe noch einmal besser Lindas Sicht wiedergeben konnten. An einzelnen Stellen haben sie jedoch nur wiederholt, was zuvor passierte. Hier hätte man eventuell etwas kürzen können.

Der Schreibstil ist sehr direkt und teilweise werden auch vulgär klingende Worte genutzt. Anfangs hat mich das etwas gestört, jedoch hat mich einer der Blogeinträge im späteren Verlauf des Buches von der Notwendigkeit dieser direkten Sprache überzeugt.

Blick ins Buch "Wie geht denn nun glücklich"

Die Charaktere:

Holger und Linda sind zwei gut funktionierende Charaktere. Beide haben viele verschiedene Eigenschaften, die manchmal auch miteinander in Konflikt geraten. Die beiden nennen sich gegenseitig „Holy“ und „Schweinchen“, was auf der einen Seite süß, auf der anderen Seite manchmal seltsam zu lesen war.

Die Nebencharaktere sind allesamt eher klischeehaft und flach. Jeder vertritt eine spezifische Eigenschaft. Da gibt es die karriereorientierten Akademiker-Eltern, die partywütige Freundin, die Hausfrauen-Schwiegermutter… Interessanterweise funktioniert dies in dieser spezifischen Geschichte ganz gut, da es weniger um die Beziehungen zwischen den Charakteren geht, sondern mehr um die Erwartungen, mit denen Linda konfrontiert wird. Allerdings muss ich gestehen, dass mich in dem Zusammenhang die oft seitenlange Hintergrundgeschichte, welche man zu jedem Charakter bekommt, eher irritiert hat. Es wäre vielleicht besser gewesen, diese entweder wegzulassen oder sie besser in die Interaktionen einzuarbeiten.

Widmung der Autorin

Fazit:

„Wie geht denn nun glücklich“ ist ein kurzweiliger Roman, für alle (werdenden) Eltern, aber auch für alle, die einfach nur Interesse an den Themen Schwangerschaft und Eltern-sein haben. Das Buch hat mir viel zum Nachdenken gegeben und ich empfehle es unbedingt weiter.

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