Cover "Kühlfach 4"
Lesetipp Spannung

Kühlfach 4

Rezension zu „Kühlfach 4“ von Jutta Profijt

Meine Bewertung:

5 Sterne

Details:
Titel: Kühlfach 4
Reihe: Pascha & Martin Gänsewein Band 1
Autorin: Jutta Profijt
Verlag: dtv
Seiten: 256
Kauflink: Amazon
Preis: 9,95 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Dr. Martin Gänsewein trägt Dufflecoat, fährt Ente, sammelt alte Stadtpläne und geht als Rechtsmediziner dem täglichen Geschäft mit dem Tod äußerst gewissenhaft nach. Über das Seelenleben der Verstorbenen macht er sich keine Gedanken, bis ihm eines Tages die Seele von Autoschieber Pascha ein Gespräch aufdrängt. Pascha ist soeben gestorben – und stinksauer darüber. Sein angeblicher Unfalltod war in Wirklichkeit nämlich Mord. Da Martin der Einzige ist, mit dem er Kontakt aufnehmen kann, soll der ihm jetzt helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. So nistet sich die nervtötende Seele bei dem Rechtsmediziner ein, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Martins Leben gerät in den nächsten Tagen nicht nur völlig aus den Fugen, sondern auch in große Gefahr. Und jetzt ist es an Pascha, sich schnellstens etwas einfallen zu lassen, um seinen neuen Freund zu retten…“

Klappentext "Kühlfach 4"

Die Geschichte:

Eben noch ein Auto mit Leiche im Kofferraum gestohlen und schon liegt er selbst auf dem Obduktionstisch – Pascha ist nicht sonderlich glücklich über sein Schicksal. Aber besonders schlimm findet er, dass er angeblich einen Unfalltod gehabt haben soll, er weiß nämlich ganz genau, dass er gestoßen wurde. Schnell findet er heraus, dass der Gerichtsmediziner, Martin, ihn hören kann. Da dieser jedoch der einzige ist, hängt er sich an ihn und versucht ihn zu überreden, den Mord auf eigene Faust aufzuklären. Dass das nicht besonders gut läuft, ist wohl kaum verwunderlich.

Die Geschichte von „Kühlfach 4“ hat alles, was ein gutes Buch braucht: Witz, Spannung und ein überraschendes Ende. Ich habe natürlich von Anfang an mitgeraten, wer denn nun der Mörder war, denn die Verdächtigen werden am Anfang direkt aufgezählt. Pascha hat mit ziemlich vielen Menschen Stress, somit gibt es auch ziemlich viele mit einem Motiv. Wer es am Ende dann war, hat mich jedoch sehr überrascht!

Die Charaktere:

Die beiden Protagonisten, Pascha und Martin, sind so verschieden, wie nur irgendwie möglich. Pascha beschreibt dies zwischendurch sehr treffend: „[Martin] hatte nicht nur die Schule beendet (das hatte ich immerhin auch), sondern sogar noch ein paar Jahre Studium drangehängt, dann noch einige Jahre Facharztausbildung und war jetzt ein geachtetes Mitglied einer akademischen Zunft, die für mich immer den anderen Teil der Weltbevölkerung gebildet hatte: die Spießer. Ich hingegen hatte die Lehre geschmissen, weil mir der Meister auf den Sack ging und die Ausbildungsvergütung […] nicht einmal für meine monatlichen Grundbedürfnisse an Alkohol und anderen Drogen reichte – von Klamotten, Autos und Ausgaben für Weiber ganz zu schweigen.“
In vielerlei Hinsicht sind die beiden Charaktere durch ihre sozialen Klassen geprägt und unterscheiden sich damit stark voneinander. Das wird besonders in der verwendeten Sprache deutlich, aber auch im Streitverhalten und in den interpersonellen Beziehungen.

Doch die Unterschiede hören nicht bei der Klasse auf. Pascha hat starke narzisstische Züge. Er ist etwa nicht in der Lage zu verstehen, dass er Fehler machen könnte, geschweige denn sich zu entschuldigen. Martin dagegen ist vermutlich in seinem Leben noch nie ausgenutzt worden und sein Rückgrat ist praktisch nicht vorhanden. Er ist ängstlich und schreckhaft, nicht jedoch, wenn es um Leichen geht. Sein Beruf macht ihm sogar Spaß.

Über das Buch hinweg verändert sich die Beziehung dieser beiden grundverschiedenen Charaktere zueinander und tatsächlich hilft sie in gewisser Hinsicht beiden zu wachsen. Pascha erweitert seinen Horizont und seinen Wortschatz (auch wenn ihm das tot natürlich nicht so viel weiterhilft) und Martin lernt, Grenzen zu setzen, wobei ich dies gerne etwas besser umgesetzt gesehen hätte. Es gibt eine Szene im Buch, in welcher Martin beschließt, dass es ihm reicht und er beginnt, Grenzen zu setzen. Doch Pascha nörgelt genug herum und er gibt wieder nach. Aber vermutlich wäre es andererseits auch unglaubwürdig, wenn ein Charakter von einem Tag auf den anderen etwas schafft, was zuvor gegensätzlich zu seiner Persönlichkeit war.

Die Nebencharaktere spielen im Buch kaum eine Rolle und werden dementsprechend nicht besonders gut beschrieben. Da die Geschichte jedoch hauptsächlich durch die Dynamik der Protagonisten getragen wird, fällt dies kaum auf.

Der Schreibstil:

Wie der oben zitierte Abschnitt zeigt, ist das Buch aus Paschas Sicht geschrieben. Insgesamt ist die verwendete Sprache sehr humorvoll und perfekt gewählt, um ihn zu charakterisieren. Ich würde sogar beinahe sagen, dass man allein durch den Schreibstil des Buches gut erkennen kann, welche Sorte Mensch Pascha ist.

Fazit:

„Kühlfach 4“ hat wirklich alles, was ein gutes Buch braucht und ich habe keinen wirklichen Kritikpunkt. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, die Sprache ist gut gewählt, die Charaktere interessant und das Ende nicht vorhersehbar. Dieses Buch ist definitiv ein Lesetipp, auch für Leute, die normalerweise keine Krimis lesen!

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