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Fantasy

Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit

Rezension zu „Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit“ von Carolin Herrmann

Meine Bewertung:

3 Sterne
Cover "Flügelschatten - Augen aus Dunkelheit"

Details:
Titel: Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit
Reihe: Dilogie Band 1
Autorin: Carolin Herrmann
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 380
Kauflink: Amazon; Drachenmond
Preis: 14,90 € (D) Taschenbuch; 5,99 € (D) E-Book

Worum geht es?

„Wenn du Gefahr witterst verstecke dich. Wenn du in die Enge getrieben wirst sei bereit für den Angriff. Du brauchst keine Waffen, du bist schneller als sie. Stärker. Besser.

Manchmal frage ich mich, wie es wäre, Erinnerungen zu haben. Nicht bloß diese Visionen, die mich überkommen und mir einen kurzen Blick in die Vergangenheit schenken. Wie es wäre, nicht von dieser Gier nach Blut angetrieben zu werden, oder wie es wäre, eine von ihnen zu sein ohne die eingerissenen Flügel aus Haut und Knochen und ohne violette Augen voller Finsternis. Vor allem frage ich mich, wie es wäre, jemandem zu vertrauen. Celdon vielleicht. Aber genau er hat mir gesagt, dass es in Zeiten wie diesen niemanden gibt, dem man trauen kann.
Die Mauern aus Eis, die ich um mich errichtet habe, er schlägt Risse in sie und ich weiß nicht, ob ich das zulassen darf. Was ist, wenn er hinter sie blickt und das Monster sieht, das in mir schlummert?“

Zitat:

„Zarte, blasse Haut, fast durchsichtig und feingliedrige Finger. Ich fasse nach meinen Haaren, wickle eine Strähne auf und betrachte sie. Sie ist… weiß. Weiß ist das Wort.“

Meine Meinung:

„Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Drachenmond Verlag bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Meine Meinung:

„Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Drachenmond Verlag bereitgestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Die Geschichte:

Die Protagonistin erwacht zu Beginn des Buches in einem Wald, ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit oder daran, wer sie ist. Sie scheint einige generelle Konzepte zu verstehen, wie etwa, dass die Farben ihrer Haare und Augen unnormal sind, größtenteils lässt sie sich jedoch von ihren Instinkten leiten. Tagelang durchstreift sie den Wald und bemerkt dabei, dass sie großes Verlangen nach Blut verspürt.

Nach einer unangenehmen Begegnung mit Menschen beschließt sie, den Wald zu verlassen. Sie trifft schnell auf eine Gruppe Elfen, die sie aufnehmen. Auch der gutaussehende Celdon lebt bei ihnen und auch wenn sich die beiden anfänglich nicht gut verstehen, fühlt sich die Protagonistin doch von ihm angezogen.

Der erste Teil des Buches, welcher im Wald spielt und zeigt, wie die Protagonistin erwacht, sich an nichts erinnern kann und dann instinktgetrieben lebt, finde ich sehr gut geschrieben. Ich konnte mich sogar ansatzweise in den Charakter hineinversetzen, obwohl ich natürlich nie eine derartige Erfahrung gemacht habe. Ich habe mich jedoch ein paar Mal darüber geärgert, dass die Protagonistin dumme Entscheidungen getroffen hat, um die Geschichte voranzubringen. So beschließt sie etwa, ein Dorf zu durchqueren, statt um dieses herumzulaufen, obwohl sie kurz davor noch sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat.

Ebenfalls gestört hat mich, dass teilweise dem Leser Informationen vorenthalten wurden. Die Protagonistin nimmt an einer Art Unterricht teil, in welchem sie viel über das Land lernt, jedoch erfährt man selbst beinahe nichts darüber. Für den Weltenbau wäre dies gut gewesen und zudem denke ich, dass es überflüssig ist, zu beschreiben, wie jemand zum Unterricht geht und dann den Leser von den Informationen fernzuhalten.

Abgesehen davon hat mir die Geschichte insgesamt aber ganz gut gefallen. Man konnte immer gut folgen und vor allem gegen Ende kam einiges an Spannung auf!

Der Schreibstil:

Insgesamt war der Schreibstil flüssig lesbar und passend zur Geschichte. Es gab jedoch zwei Stellen, an welchen ich das Gefühl hatte, dass der Stil sich deutlich vom Rest unterschied: Der Prolog und eine Szene sehr weit zu Beginn, welche aus der Sicht eines Händlers geschrieben wurde. Beide Stellen wirkten auf mich roher, als ob sie eine Überarbeitung gebraucht hätten, jedoch muss ich gestehen, dass ich selbst nicht genau beschreiben kann, wieso ich dieses Gefühl habe. Es handelt sich in beiden Fällen um sehr kurze Stellen, weshalb es keinen großen Einfluss auf das Gesamtgefühl hat.

Grundsätzlich wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Protagonistin und Celdon beschrieben, mit kurzen Einschüben des Händlers.

Die Charaktere:

Mit den Charakteren des Buches bin ich leider gar nicht warm geworden. Es gibt zwei Hauptcharaktere, die Protagonistin, welche ihren Namen zu Beginn des Buches nicht weiß und Celdon. Die Protagonistin ist meiner Meinung nach sehr sprunghaft in ihren Charakterzügen, was ich etwas unangenehm zu lesen fand. Mal verhält sie sich eher instinktgetrieben, mal ganz normal. Die Übergänge dazwischen sind jedoch sehr plötzlich und manchmal mehrfach innerhalb von einer Seite. Dafür gibt es zwar Gründe, dennoch war mir dies etwas zu extrem.

Die Beziehung der Protagonistin und Celdon gefiel mir gar nicht. Die beiden hatten praktisch keine Chemie zwischen sich. Zu Beginn des Buches ist Celdon beinahe grausam zu ihr und trotzdem verliebt sie sich in ihn. Die Konversationen der Beiden fühlen sich oft unnatürlich an.

Die Nebencharaktere des Buches haben bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die meisten waren sehr flach, entweder gut oder abgrundtief böse. Ich kann verstehen, dass der Fokus stärker auf den Protagonisten liegen sollte, dennoch hätte ich mir auch hier etwas mehr Tiefe gewünscht.

Fazit:

Bis auf einige Kritikpunkte hat mir die Geschichte und der Schreibstil von „Flügelschatten – Augen aus Dunkelheit“ zwar gut gefallen, leider konnten mich aber die Charaktere und ihre Beziehung zueinander gar nicht überzeugen. Auch was den Weltenbau angeht hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht.

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